Handball
Ludwigsburg | 05. April 2017

Thriller in Tübingen mit glücklichem Ende

Im Spitzenspiel der Handball-Bundesliga gewann die Frauen der SG BBM Bietigheim bei der TuS Metzingen mit 24:23 und bleiben damit weiter ohne Punktverlust an der Spitze.

Die Bietigheimerin Kim Naidzinavicius (Mitte) setzt sich gegen Marija Obradovic (l.) und Julia Behnke (Metzingen) durch. Foto: Baumann
Die Bietigheimerin Kim Naidzinavicius (Mitte) setzt sich gegen Marija Obradovic (l.) und Julia Behnke (Metzingen) durch. Foto: Baumann

Dichter und Denker gab es in Tübingen viele. Ludwig Uhland und Friedrich Hölderlin zum Beispiel. Krimi-Autoren sind in der Universitätsstadt eher selten anzutreffen. Am Dienstagabend wurde in Tübingen aber ein echter Thriller geboten.

Ausgelassen feierten Trainer Martin Albertsen und sein Team nach dem Schlusspfiff den wichtigen Sieg. Es war der erste bei den TusSies überhaupt. Und es war ein Sieg des Teamgeistes und der Moral. Denn nach der ersten Halbzeit lag die SG noch 9:12 zurück und ließ bis dahin viele Wünsche offen.

Bietigheims Start konnte sich sehen lassen. Mit einer aggressiven Abwehr wurde dafür gesorgt, dass die Pink Ladies zunächst überhaupt nicht ins Spiel kamen. Die SG diktierte das Geschehen. Nach nur zehn Minuten lagen die Gäste bereits mit 2:7 vorne und Metzingens Coach Csaba Konkoly sah sich gezwungen, eine frühe Auszeit zu nehmen. Danach wurde die Abwehr der TusSies zum nahezu unüberwindlichen Bollwerk. Nahezu jeder BBM-Wurf wurde geblockt, die Pässe zum Kreis oder nach Außen häufig abgefangen.

Da die SG sich zudem in vielen Einzelaktionen verhedderte, ging das Tempo im Angriffsspiel verloren. Von der 10. bis zur 30. Minute glückten Bietigheim gerade noch zwei Treffer. Metzingen netzte gleichzeitig zehnmal ein. Beim Wechsel lagen die Pink Ladies plötzlich 12:9 vorn.

In der Pause war Martin Albertsen gefragt. Er redete seine aus der Spur gekommene Mannschaft stark. „Wir haben den Fokus auf uns gelegt“, umriss er seine Halbzeitansprache. „Wir wussten, dass wir wieder mehr Tempo machen und als Team spielen müssen.“ Das setzte seine Mannschaft im zweiten Durchgang schulmäßig um. Vor allem über die Außen Fie Woller und Linda Mack wurde Metzingens Abwehr geknackt. Kim Naidzinavicius und Susann Müller spielten die trickreiche werfende Dänin und das überlegt abschließende SG-Eigengewächs oft glänzend frei. Naidzinavicius verwandelte daneben in kritischen Situationen vier Siebenmeter, unter anderem zum 22:24 in der 57. Minute.

SG BBM: Roch, Salamakha, Wester; Biltoft, Visser (2), Lauenroth (2), Mack (3), N. Müller (1), Smeets, Schulze, Baun Eriksen, Naidzinavicius (6/4), Woller (8), S. Müller (1), Malestein (1).

von paul herbinger
Weitere Artikel aus diesem Ressort
Anzeige
Handball-Tabellen
Sporttabellen Handball