Pferdesport
Ludwigsburg | 18. Juni 2018

Favoritin gewinnt am Monrepos-See

Der renommiert besetzte internationale Grand Prix de Dressage ging gestern Abend wie erwartet an die deutsche Mannschafts-Olympiasiegerin Dorothee Schneider. Das Dressurturnier des RFV Ludwigsburg war einmal mehr eine stimmungsvolle Großveranstaltung.

Dorothee Schneider aus Frankfurt gewinnt auf Quadriga’s Don Cismo den Grand Prix de Dressage. Foto: Baumann
Dorothee Schneider aus Frankfurt gewinnt auf Quadriga’s Don Cismo den Grand Prix de Dressage. Foto: Baumann

Mit 586 Meldungen und 402 Pferde erlebte das Turnier in seiner 23. Auflage sogar einen Rekord am Ludwigsburger Monrepos-See. „Ich komme jedes Jahr sehr gerne nach Ludwigsburg, denn ich fühle mich hier sehr gut betreut“, meinte die Grand Prix de Dressage-Siegerin Dorothee Schneider nach ihrem knappen Erfolg auf Quadriga’s Don Cismo. „Mit ihm und meinem Ritt bin ich sehr zufrieden“, fügte sie hinzu.

Die Team-Olympiasiegerin setzte sich als Favoritin hauchdünn gegenüber der Amateurin Susann Konrad aus Radolfzell durch, die in einer engen Entscheidung als vorletzte Starterin auf ihrem Pferd Siena 62 den zweiten Rang belegte. „Beide waren nicht ganz fehlerfrei“, kommentierte Turnierleiterin Sabine Klenk den Ausgang in der am höchsten dotierten Wertung im „Preis der Stadt Ludwigsburg“. „Schade, dass Vorjahressieger Uwe Schwanz und Meike Lang dieses Jahr nicht da waren“, merkte Turniersprecherin Delia Alf als einzigen Wermutstropfen an. „Davon abgesehen haben wir am Samstag mit rund 500 Zuschauern um das Viereck ein tolles Turnier hinbekommen. Das ist für eine Dressurveranstaltung absolut nicht selbstverständlich – doch beim RFV Ludwigsburg haben rund 130 Vereinsmitglieder ehrenamtlich toll mit angepackt.“ Erstmals musste das Traditionsturnier gleich auf vier Tage ausgeweitet werden, ein Beleg für die große Qualität der RFV-Veranstaltung und das gute Image in der Dressurszene.

Bereits am Donnerstagabend ging es mit der Wertung in der Klasse L los, ehe am Freitagmorgen die Klasse M und Klasse S*** (Intermediaire II) folgten. Am Samstag ging es bereits morgens um 7 Uhr mit der Klasse M* und Klasse L-Prüfung weiter. Nach der Klasse M holte sich die amtierende baden-württembergische Landesmeisterin Katrin Burger vom RV Sindelfingen in der Klasse S* den ersten Platz. „Mir ihr war zu rechnen“, meinte Klenk zu ihrem Erfolg in der Qualifikation für die Prüfung 6, „obwohl sie auf einem sehr jungen, erst siebenjährigen Pferd ritt.“

Ehrung für Sabine Klenk

Eine Ehrung der ganz besonderen Art stand für Klenk selbst an: Die Verleihung des „Goldenen Reitabzeichens“ für die RFV Ludwigsburg-Betriebsleiterin. „Das habe ich ja bereits im November in Stuttgart klargemacht“, sagte sie, „die Verleihung zuhause vor so vielen Leuten war natürlich für mich besonders schön.“

In der Klasse S** holte sich Linda Knoll den Sieg und schaffte so gleichzeitig die Qualifikation zum gestrigen iWest Cup 2018 – ebenso wie Rudolf Widmann in der zweiten Abteilung. Der erst 15-jährige Felicitas Frücht den Sieg in der Klasse A vor Berufsreitern wie etwa Mara Müller. Youngster Fiona Lukas vom Reitclub Tamm wurde Vierte. Die Wertung Klasse S*** holte sich der Landestrainer Christoph Niemann vor der erst 22-jährigen Ann-Kathrin Lindner und dem über 70-jährigen Routinier Willy Schetter.

„Das Wetter war perfekt“, betonte Klenk nach der letzten Prüfung, „es war überhaupt nicht schwül, aber trocken.“ Zur 23. Auflage des Turniers hatte das Team um Stall- und Futtermeister Volker Wiegandt am Monrepos-See wieder einmal vier Tage lang nonstop ganze Arbeit geleistet, bis die 17 Prüfungen erfolgreich abgehalten waren.

Klaus Teichmann
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