Leichtathletik
Ludwigsburg | 11. Juli 2017

Felix Franz’ Kampfgeist wird nicht belohnt

Die Erwartungen erfüllten Daniela Daubner und Felix Franz bei den Deutschen Meisterschaften in Erfurt nicht. Florian Fröhlich sowie die Staffeln der LG Neckar-Enz überzeugten hingegen. Henrik Hannemann (LAZ Ludwigsburg) schied im Vorlauf aus.

Felix Franz ist enttäuscht.Foto: Görlitz
Felix Franz ist enttäuscht.Foto: Görlitz

Felix Franz sparte im Vorlauf der deutschen Leichtathletik-Meisterschaften über 400 Meter Hürden seine Kräfte und lief nur 51,28 Sekunden. Dagegen musste Florian Fröhlich (beide TSV Bietigheim) alles geben. In 52,75 Sekunden steigerte er seine Bestleistung und belegte den 13. Rang. Franz hatte sich für das Finale einiges vorgenommen. Der Rennbeginn war verheißungsvoll. An der fünften Hürde setzte er zur Attacke an und lag kurz in Führung. Dabei blieb er jedoch an der Hürde hängen. Tempo und Rhythmus waren nun hinüber. In 51,58 Sekunden kam der Titelverteidiger nur als Siebter ins Ziel. Luke Campbell (Eintracht Frankfurt) siegte in 49,4 Sekunden.

„Das ist sehr, sehr enttäuschend. Ich wollte meinen neunten Meistertitel holen und es wurde die erste DM, bei der ich ohne Medaille nach Hause fahre“, sagte der Bietigheimer. Dabei war die Ausgangslage perfekt. Zu Beginn der Saison hatte der 24-Jährige gesundheitliche Probleme, lag sechs Wochen im Krankenhaus und war bei mehreren Ärzten. Dann stabilisierte sich sein Zustand und er kam in Form. Mit der bisherigen deutschen Saisonbestzeit von 49,88 Sekunden war er nach Erfurt gereist. „So war das nicht geplant. Aber das ist das Problem in Deutschland. Man muss eben auf den Punkt liefern“, kritisiert Franz, der eigentlich die WM-Norm von 49,35 Sekunden anvisiert hatte. Während in vielen Ländern noch die Möglichkeit zur Normerfüllung besteht, war die DM für deutsche Athleten die letzte Chance. Für Franz, der sich auf beeindruckende Weise immer wieder zurückkämpft, ein herber Rückschlag. Der deutsche Meister von 2014 und 2016 leidet seit 2015 unter einer Krankheit, die immer wieder ausbricht und ihn aus der Bahn wirft. „Auch die Ärzte können bisher keine verbindliche Prognose machen. Das belastet natürlich auch mental“, berichtet Franz. Sein großes Ziel bleibt weiter die EM 2018 in Berlin, auch wenn er durch den verpassten Titel und die verpasste WM-Teilnahme mit weiteren Kürzungen seitens seiner Sponsoren rechnen muss.

Daniela Daubner zog mit einem starken Vorlauf über 400 Meter in 53,66 Sekunden ins Finale ein. Dort bekam sie die Außenbahn zugeteilt und wurde Sechste in 54,26 Sekunden.

Richtig rund lief es bei den Staffeln der LG Neckar-Enz. In einem starken Feld gewann die 4×400 Meterstaffel ihren Zeitlauf. Dabei verbesserten Florian Fröhlich, Felix Hepperle (TSV Bönnigheim), Julian Lamatsch (TSV Bietigheim) sowie Felix Franz den erst unlängst aufgestellten LG-Rekord erneut. In 3:13,21 Minuten kamen sie auf den 6. Rang. Auch die Frauenstaffel überzeugte auf dieser Strecke. Melanie Böhm (Spvgg Besigheim), Nicole Ferenz (TSV Bönnigheim), Anna Merscher (TSV Bietigheim) und Daniela Daubner liefen in 3:48,02 Minuten und wurden Neunte.

Auch die Langstaffeln der U 20 wurden mit den Aktivenmeisterschaften ausgetragen. Luisa Barth (TSV Bietigheim), Selina Mahl (VfL Gemmrigheim), Laura Schäfer (Spvgg Besigheim) und Marie Weller (TSV Bietigheim) belegten in 3:58,64 Minuten Platz 7. Sogar auf Platz sechs landete die 3×1000 Meterstaffel. Im Finale gelang Michael Mahl (VfL Gemmrigheim), Clemens Schober (Spvgg Besigheim) sowie Jonte Fischer (VfL Gemmrigheim) in 7:39,96 Minuten ein neuer LG-Rekord.

Henrik Hannemann, Nachwuchshoffnung des LAZ Ludwigsburg über 110 Meter Hürden, verpasste das Finale. Im Vorlauf belegte er als einer der jüngsten Starter in 14,62 Sekunden den letzten Platz.

Marco Jaisle und Martin Grund
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