Hockey
Ludwigsburg | 07. September 2018

HC Ludwigsburg drückt die Reset-Taste

Der Hockey-Club Ludwigsburg hat sich seit nun schon sechs Jahren in der 2. Bundesliga Süd etabliert. „Es hat sich ein gefährlicher Wohlfühlgedanke entwickelt“, sagt HCL-Trainer Daniel Weißer. Damit soll ab der am Samstag beginnenden Feldsaison Schluss sein. Junges Blut soll für frischen Wind sorgen und den Konkurrenzkampf neu befeuern.

Engagiert in die neue Saison: Raphael Schmidt, Lukas Schurig, Marc Meyer (v.l). Foto: Baumann
Engagiert in die neue Saison: Raphael Schmidt, Lukas Schurig, Marc Meyer (v.l). Foto: Baumann

Es wurde viel geschwitzt in den vergangenen Wochen auf dem Gelände des HCL im schmucken Sportpark Ost. Zumindest mit den Vorbereitungsspielen ist Trainer Weißer rundum zufrieden. „Wir hatten mehrere stabile Gegner auf Augenhöhe und gegenüber dem Vorjahr kürzere Spielzeiten gewählt. Dadurch hatten die Spiele hohes Tempo und eine gute Qualität“, sagt der Coach.

Für den Saisonstart am Samstag um 16 Uhr mit dem Heimspiel gegen den SC Frankfurt 1880 sieht sich der HCL gut aufgestellt. Das hat nach Angaben des Trainers jedoch weniger mit der intensiven Vorbereitung, als vielmehr mit einer grundsätzlichen Neuausrichtung – verbunden mit personellen Veränderungen – zu tun. Nach dem Rücktritt ihres langjährigen Co-Trainers Helmut Schmidt drohte im Trainerstab ein Vakuum zu entstehen. Auch Trainer Weißer sah sein eigenes Engagement nicht mehr als selbstverständlich gegeben. Nach seiner inzwischen fünften Spielzeit als Chefcoach seien doch einige „Wohlfühlmechanismen“ entstanden. „Wir standen vor der Frage, entweder einen neuen Trainer zu verpflichten oder die Reset-Taste zu drücken“, sagt Weißer.

Der Verein entschied sich für Letzteres. Und handelte in Form von Neuverpflichtungen. Es traf sich gut, dass mit Jens Fischer Weißer künftig ein Assistent zur Seite steht, der als ehemaliger Nationalspieler mit 20-jähriger Bundesligaerfahrung in Dürkheim und Ludwigsburg die Liga in- und auswendig kennt. Fischer, dessen Söhne beim HCL in der 1. Mannschaft spielen, macht derzeit seinen Trainerschein in Köln. „Er hat eine extrem hohe Akzeptanz, Führungsqualitäten und er findet die richtige Ansprache“, freut sich Weißer auf seinen künftigen Mitstreiter.

Doch auch auf dem Feld wird es neue Gesichter geben. Mit Adrian Thum (26) kehrt ein Ludwigsburger Eigengewächs aus Mannheim zurück. „Das ist so, als sei er nie weg gewesen“, lobt Weißer die Verstärkung. Gespannt sein darf man vor allem auf Elias Brönnimann (22) und den Spanier Nil Rouda (24). Brönnimann kommt aus der Schweiz, wo ihn Weißer bereits in seiner Tätigkeit als Trainer der Schweizer Jugend-Nationalmannschaft kennenlernte. Der HCL konnte dem lauffreudigen Spieler in der Barockstadt einen Job besorgen. „In Basel war er ein Topmann, bei uns muss er sich noch an die neuen Wege gewöhnen“, so Weißer.

Ebenfalls aus dem Ausland kommt Nil Rouda. Auch in den 24-Jährigen, der eine deutsche Mutter hat, steckt der Coach große Hoffnung. Mit Erfahrung in der ersten spanischen Liga ausgestattet, soll der Techniker neue Akzente setzen. „Ohnehin werden wir mehr auf unsere technischen Fähigkeiten setzen und das Eins-gegen-eins-Spiel suchen“ so Weißer.

Die neue personellen Qualität soll einhergehen mit den neuen Zielen. Doch genau hier dürfte es schwierig für den HCL werden. Bei zehn Mannschaften, die die Liga zählt, sind die ersten fünf Plätze eigentlich vergeben. Um den Titel kämpfen – schon aufgrund der professionellen Strukturen – sicherlich die ambitionierten Absteiger TSV Mannheim und Münchner SC. Auch die beiden Berliner Clubs Zehlendorfer Wespen und TuS Lichterfelde hat der Coach auf der Rechnung, hinzu kommt der traditionell starke SC Frankfurt. „Da fällt es schwer, nicht wie gewohnt den Klassenverbleib als Saisonziel zu formulieren“, hadert Weißer – und drückt es folglich konkreter aus: Platz sechs sollte es schon werden!

Andreas Steimann
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