Tanzen
Ludwigsburg | 18. Oktober 2017

1. TC Ludwigsburg wieder komplett

Große Erleichterung beim 1. TC Ludwigsburg: Die personelle Durststrecke ist überwunden. Die Standardformation wird sich künftig bei den großen Wettkämpfen wieder mit acht Paaren auf dem Parkett präsentieren.

Proben für die deutsche Meisterschaft: Die acht Paare des 1. TC Ludwigsburg feilen im Tanzzentrum an der Choreografie. Fotos: Baumann
Proben für die deutsche Meisterschaft: Die acht Paare des 1. TC Ludwigsburg feilen im Tanzzentrum an der Choreografie. Fotos: Baumann

Ludwigsburg. „Wir sind komplett“, nahm Trainer Norman Beck die wichtigste Nachricht gleich vorweg. Es hatte ihn, seine Frau Dagmar und die anderen Verantwortlichen beim 1. Tanz-Club Ludwigsburg fürchterlich genervt, dass das Aushängeschild des Vereins vorübergehend auf sechs Paare geschrumpft war.

Mit dezimiertem Team wurden die Ludwigsburger bei den deutschen Meisterschaften 2016 hinter dem Braunschweiger TSC und dem TSC Schwarz-Gold Göttingen nur Dritter. Auf die Teilnahme an der WM verzichtete der Champion des Jahres 2015 und trat seinen Startplatz an die Göttinger ab. Der personelle Engpass sorgte im Lager der erfolgsgewohnten Schwaben, die sich seit Jahren mit Niedersachsens Paradeteam Braunschweig auf hohem Niveau duellieren, für große Frustration.

Auch die Bundesligarunde im Frühjahr musste der 1. TCL dezimiert bestreiten. Just beim Heimwettkampf am 7. Januar in der Rundsporthalle wurde Coach Norman Beck mit einer überraschenden Anfrage konfrontiert. Nils-Arne Herold und Patrick Esch vom RWC Gießen bekundeten ihr Interesse an einem Wechsel nach Ludwigsburg. Als im Sommer die Karten neu gemischt wurden, rückten nicht nur Herold und Esch in den TCL-Kader, sondern auch die Ex-Gießener Claudia Sturm, Michaela Süß und Christian Quaas.

Personelle Verstärkung erhielten die Ludwigsburger auch aus Göttingen und zwar in Person von Julia Rössler, der Lebensgefährtin des TCL-Akteurs Manuel Weber. Persönliche Bindungen spielen aber bei der Bildung der einzelnen Paare nicht die ausschlaggebende Rolle. So werden Weber/Rössler nicht gemeinsam das Tanzbein schwingen. Erfahrung und Größenverhältnisse der einzelnen Tänzerinnen und Tänzer sind die entscheidenden Kriterien, wenn das Trainerehepaar Beck an der Aufstellung feilt. „Es war ein sehr langer Prozess, bis feststand: Wer tanzt mit wem“, berichtet Norman Beck.

Von den 16 Sportlerinnen und Sportlern des in der MHP-Arena umjubelten Weltmeisterteams 2015 sind nur noch sechs übrig geblieben: neben Weber noch Kapitän Dominik Kirchniawy, Yannick Kersting, Maria Novikova, Giulia Edel und Isabell Marton. Nur noch ein einziges Paar – Kirchniawy/Novikova – marschiert wie vor zwei Jahren ein. Da die jungen Leute auch in Beruf, Ausbildung, Studium oder Schule voll gefordert werden, ist die Fluktuation im Team sehr hoch. Jahr für Jahr müssen die Becks wahre Klimmzüge leisten, bis das personelle Gerüst steht. „Wir werden alles tun, um an unsere alte Klasse wieder heranzukommen“, verspricht Beck. Ludwigsburg wird mit der eingespielten Choreografie „Kontraste“ an den Start gehen, während die Konkurrenten Braunschweig und Göttingen mit neuen Kreationen aufwarten.

Die Vorbereitung auf die deutsche Meisterschaft am 11. November in Bremen tritt nun in die entscheidende Phase. An den Wochenenden wird im Tanzzentrum stundenlang geackert und gefeilt. Die hohe Trainingsintensität bedeutet insbesondere für die Neuankömmlinge aus Gießen eine große Umstellung. Den Feinschliff nehmen die Becks im Trainingslager vom 28. Oktober bis 4. November im Sportzentrum Bartholomä auf der Ostalb vor.

von erich wagner
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