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Punkteteilung in der Fußball-Bundesliga
Gemischte Gefühle beim VfB Stuttgart nach Remis gegen Mainz 05

Serhou Guirassy (links) spitzelt den Ball zum 1:0 an Torwart Finn Dahmen (rechts) vorbei. Foto: Tom Weller/dpa
Serhou Guirassy (links) spitzelt den Ball zum 1:0 an Torwart Finn Dahmen (rechts) vorbei. Foto: Tom Weller/dpa
Beim 1:1 (1:1) gegen den FSV Mainz 05 zeigt der VfB Stuttgart immerhin 20 Minuten lang ansehnlichen Fußball. Volle Zufriedenheit herrschte nach dem Remis allerdings nicht.

Stuttgart. Wie glücklich er nach seinem ersten Pflichtspiel als Sportdirektor des VfB Stuttgart war, konnte Fabian Wohlgemuth selbst nur schwer einordnen. „Nach der langen Pause kann man sehr, sehr zufrieden sein“, sagte der gut gelaunte 43-Jährige zunächst nach dem 1:1 in der Fußball-Bundesliga gegen den FSV Mainz 05 am Samstag. Auf Nachfrage musste Wohlgemuth angesichts des Remis irgendwann aber auch relativieren: „Rundum zufrieden bin ich nicht.“

Damit spiegelte der im Dezember als Nachfolger von Sven Mislintat verpflichtete Sportdirektor ziemlich genau die Gefühlswelt der Stuttgarter nach dem nur in den 20 Minuten nach Halbzeit berauschenden, ansonsten aber eher tristen Bundesligaspiel wider. Denn der VfB zeigte gegen Mainz einerseits eine solide Leistung im ersten Spiel unter Trainer Bruno Labbadia. Der neue Chefcoach sah aber zugleich, wie sich seine Mannschaft gegen gewohnt disziplinierte Mainzer gerade in den ersten 30 Minuten extrem schwer tat. So entwickelte sich bei Minusgraden zunächst ein Spiel, das die 45903 Zuschauer kaum von der eisigen Kälte in der Mercedes-Benz-Arena ablenkte.

Führung von Serhou Guirassy hält nicht lange

Erst in der 35. Minute riss es einige Fans erstmals aus ihren Sitzschalen. Serhou Guirassy tauchte nach einem wilden Herumgestochere plötzlich vor Finn Dahmen auf. Doch der Gästekeeper machte sich groß und vereitelte die erste Großchance des Spiels. Keine Minute später war es aber erneut Guirassy, der im Strafraum an den Ball kam und diesmal überlegt an Dahmen vorbei zum 1:0 einnetzte (36. Minute). „Fußball ist ein geiles Spiel, wenn man gewinnt und wenn man Tore schießt. Das ist einfach ein schönes Gefühl“, freute sich Labbadia knapp zwei Jahre nach seinem letzten Spiel als Bundesliga-Trainer.

Lange währte die Freude aber nicht. Denn nur drei Minuten später glich Marcus Ingvartsen per Strafstoß aus. Naouirou Ahamada hatte den heranrauschenden Mainzer Leandro Barreiro im Sechzehner übersehen und ihm in die Wade getreten. „Es hätte uns wahnsinnigen Auftrieb gegeben, mit einem 1:0 in die Pause zu gehen“, sagte Labbadia über die nur kurze Freude über den Führungstreffer. „Wir wissen, dass wir noch Luft nach oben haben. Es gibt einen Grund, warum wir da stehen, wo wir sind“, sagte der Trainer des abstiegsbedrohten Tabellen-16.

Die beste Phase seiner neuen Mannschaft erlebte er nach der Pause. Gute 20 Minuten lang rannten die Stuttgarter auf das Mainzer Tor an und drängten auf den Führungstreffer. „In der zweiten Halbzeit war Stuttgart die bessere Mannschaft. Wir hatten einfach Glück, dass wir nicht in Rückstand geraten sind“, stellte FSV-Trainer Bo Svensson fest.

Offensiver VfB Stuttgart anfällig für Mainzer Konter

Mehrere Chancen boten sich dem VfB. Die größte hatte erneut Guirassy, der aus 16 Metern die Latte traf. Gleichzeitig war die Defensive der Schwaben anfällig für Konter. Auf der anderen Seite setzte Aymane Barkok einen der wenigen Mainzer Gegenstöße an den Querbalken.

Eine kontrollierte, wenn auch ereignisarme, sowie eine etwas wilde Spielhälfte – welche hat dem früheren Topstürmer Labbadia also besser gefallen? „Ich fand beide Halbzeiten wichtig für uns“, sagte der 56-Jährige. „Wir hätten auch drei Punkte holen können, müssen aber auch mit dem Punkt zufrieden sein, weil Mainz immer auf dem Sprung war, uns einen Konter reinzufahren“, sah er die Kehrseite des teilweise offensiven Spiels.

Und Sportdirektor Wohlgemuth? Der gebürtige Berliner sah nach dem Remis weniger Gründe, auf dem Transfermarkt tätig zu werden, als noch vor den kühlen 90 Minuten am Samstagmittag. „Weniger Bedarf, als ich gedacht hatte“, habe man derzeit nach neuen Spielern. „Wir werden nur Transfers tätigen, wenn wir davon überzeugt sind und der wirtschaftliche und der sportliche Rahmen zusammenpasst.“ So stehe Bundesliga-Konkurrent VfL Wolfsburg weiterhin einem möglichen Transfer von Mittelfeldspieler Josuha Guilavogui im Weg. „In der kommenden Woche wird es entschieden“, kündigte mittlerweile Wolfsburgs Geschäftsführer Jörg Schmadtke im Kicker an.

Am Dienstag in Hoffenheim

Ereignisarm wird die Woche auch ohne den möglichen Guilavogui-Transfer nicht. Denn schon am Dienstag treffen die Stuttgarter in der Bundesliga auswärts auf die TSG Hoffenheim. Am Freitag geht es gegen RB Leipzig.

Viel Zeit bleibt den Stuttgartern also ohnehin nicht, darüber zu grübeln, ob das Unentschieden nun einen gewonnenen Punkt brachte oder zwei verlorene. „Wir können nicht lange nachdenken, wir haben am Dienstag das nächste Spiel“, blickte Labbadia nach vorn.