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Basketball-Bundesliga

78:79 – Kein Happy End für die MHP-Riesen Ludwigsburg in München

Der letzte Wurf entscheidet die umkämpfte Partie. Ausgerechnet Tremmell Darden verpasst es, die MHP-Riesen Ludwigsburg beim FC Bayern zum Sieg zu werfen.

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München. Es wäre die Geschichte dieses Spieltags in der Basketball-Bundesliga gewesen: Zwei Sekunden vor Spielende bekam Tremmell Darden den Ball in der Ecke serviert. Der Forward der MHP-Riesen Ludwigsburg setzte zum entscheidenden Wurf an: Ein Treffer hätte den Sieg bedeutet, ein Fehlwurf die Niederlage. Zwei Tage nach seinem 40. Geburtstag sprang Dardens Schuss von der Innenseite des Rings wieder aus dem Korb. So siegte der FC Bayern München mit 79:78. „Wir haben wirklich hart gekämpft. Das wäre ein toller Weg gewesen, in das neue Lebensjahr zu starten“, sagte Routinier Darden nach Spielende bei Magentasport.

Viel war schon vor dem Spiel angesichts seiner unglaublichen Verdienste im hohen Alter über Darden berichtet worden. Auch gestern war er mit 18 Punkten bester Werfer gegen den Tabellenführer und hätte um ein Haar neben den ersten auch die letzten Punkte der Partie gemacht. Denn die Riesen begannen furios, Darden, Justin Simon und Jonah Radebaugh brachten sie mit 7:0 in Führung. Die komplette Spielhälfte im leeren Audi Dome war davon geprägt, dass das Momentum hin- und herschwappte.

Denn nun folgte eine starke Phase der Gastgeber. Nach einem Mitteldistanzwurf von Deshaun Thomas gingen die Münchner mit einem 23:15 ins zweite Viertel. Auch die Viertelpause brachte München, das unter der Woche in Piräus und Belgrad in der Euroleague Klatschen eingesteckt hatte, nicht aus dem Tritt. Per Dunk stellte Gavin Schilling auf 30:15. Nach einer Auszeit von Riesen-Trainer John Patrick kam aber wiederum Ludwigsburg zurück. Angeführt von Center Jonas Wohlfarth-Bottermann setzten die Riesen zu einem 15:0-Lauf an. Bayern nahm lediglich eine 42:40-Führung in die Halbzeit.

Nach dieser kamen die Gäste besser aus der Kabine, absetzen konnte sich aber kein Team. Läufe wie in der ersten Hälfte sollte es nicht mehr geben, stattdessen wurde das Spiel zu einem Schlagabtausch auf Augenhöhe. In diesem sah es aus, als würde Bayern die Partie entscheiden können. „Wir müssen rebounden. Lasst alles auf dem Feld“, forderte Patrick in einer Auszeit von seinem Team. Etliche Offensivrebounds hatten Münchnen auf zehn Zähler davonziehen lassen (69:59).

Doch in der Schlussphase riss Radebaugh das Spiel an sich. „Wir haben gedacht, das Spiel ist vorbei und sie zurückkommen lassen“, kritisierte Bayern-Coach Andrea Trinchieri seine Truppe. Die ließ sich von Ludwigsburg den Schneid abkaufen. Eine Minute vor Spielende verkürzte Radebaugh auf 74:75, klaute einen Pass von Augustine Rubit und brachte Ludwigsburg in Front. München hatte 22 Sekunden vor Spielende den Ball. Erneut Thomas traf eiskalt aus der Mitteldistanz. „Er kann auf verschiedene Weisen scoren“, lobte Trinchieri.

Durch Thomas’ Punkte kam es zum filmreifen Ende, doch anders als in Hollywood-Streifen war Darden und seinen Riesen ein Happy End nicht vergönnt.

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