Logo

Basketball-Bundesliga

Alba Berlin trotzt gegen die MHP-Riesen der Gala von Jordan Hulls

37 Minuten lang haben die MHP-Riesen Ludwigsburg bei Alba Berlin auf alles eine Antwort parat. Doch in der Schlussphase enteilt der Favorit und entscheidet Spiel eins der Best-of-five-Serie mit 89:84 für sich.

Unter dem Korb fällt die Entscheidung: Alba Berlins Luke Sikma (links) bei einem seiner vielen Rebounds gegen Ludwigsburgs überragenden Spielmacher Jordan Hulls (rechts). Foto: Gora/dpa
Unter dem Korb fällt die Entscheidung: Alba Berlins Luke Sikma (links) bei einem seiner vielen Rebounds gegen Ludwigsburgs überragenden Spielmacher Jordan Hulls (rechts). Foto: Gora/dpa

Berlin. Nach Spielende wollten sogar ein paar beeindruckte Kinder im Alba-Shirt ein Autogramm von Jordan Hulls ergattern. Es war die verdiente Würdigung eines starken Auftritts des US-Amerikaners im Trikot der MHP-Riesen Ludwigsburg, der jedoch nicht mit einem Sieg belohnt wurde. In einem seiner letzten Spiele in der Basketball-Bundesliga hatte der 32-Jährige zuvor bewiesen, welch wahnsinnig guten Dreierschützen die Liga bald verlieren wird. Mit 26 Punkten bei 6 von 9 verwandelten Distanzwürfen hielt der 1,80 Meter große Aufbauspieler sein Team im ersten Play-off-Halbfinalduell lange im Spiel. Dass er die Autogrammwünsche allerdings mit gesenktem Kopf anstatt einem breiten Grinsen erfüllte, lag auch an Jaleen Smith. Der ehemalige Ludwigsburger traf zwei wichtige Dreier in der Schlussphase mitten ins Herz seines Ex-Clubs und ebnete den Weg zum 89:84-Heimsieg der Berliner vor 8211 Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena.

„Hulls hat unglaublich gespielt“, würdigte Alba-Spielmacher Maodo Lo sein Pendant bei Magentasport. „Ich glaube, er will mit dem besten Basketball seiner Karriere aufhören“, mutmaßte Ludwigsburgs Trainer John Patrick. Erst vor wenigen Wochen hatte Hulls angekündigt, seine Karriere nach dieser Saison zu beenden und an sein Heimat-College in Indiana in den Trainerstab zu wechseln.

Yorman Polas Bartolo verletzt sich am Sprunggelenk

Die Anfangsphase der Partie beim Hauptrundenersten und klaren Favoriten auf den Titel war untypisch für den Basketball der Riesen in dieser Saison. Von Beginn an entwickelte sich ein offener Schlagabtausch: Besonders in der Verteidigung ließen beide Teams Konsequenz vermissen, legten diese dafür bei eigenem Ballbesitz an den Tag. So stand es nach gerade einmal fünf Minuten 14:13 für die Riesen. Erst nachdem Yorman Polas Bartolo beim Rebound umknickte, kam ein erster kleiner Bruch in das Spiel der Gäste. Nach dem 18:14 für Alba nahm Coach John Patrick seine erste Auszeit. Die Partie blieb so offen wie die Abwehrreihen beider Mannschaften. Immer wieder tauchten Spieler ungestört unter dem gegnerischen Korb auf und kamen zu einfachen Punkten. James Woodard brachte die Riesen bis auf 24:25 zum Viertelende heran.

Technisches Foul für Trainer John Patrick

Auf eine eigene Führung mussten die Ludwigsburger, bei denen Polas Bartolo im zweiten Durchgang aufs Parkett zurückkehrte, aber warten. Ganz nah dran waren sie beim Stand von 31:31, als Tremmell Darden zum Korb zog. Der Routinier, der nach überstandener Wadenverletzung den Kaderplatz von Ethan Happ einnahm, wurde von Luke Sikma geblockt. Da der Ball aus Sicht von Patrick zuvor aber das Brett berührt hatte, beschwerte sich der Coach vehement und kassierte ein Technisches Foul. Wenig später zog Alba durch einen Dreier von Ex-Riese Smith auf 39:33 davon. „Wir leisten unter unserem Korb keinen Widerstand“, monierte Patrick in der folgenden Auszeit.

Seinem Team schien das Spiel nach einem 6:0-Lauf der Berliner zum 45:36 zu entgleiten, doch die Schwarz-Gelben hatten noch reichlich Antworten parat. Einem Dreier von Woodard folgte ein Gegenstoß, den Darden in der Schlusssekunde zum 43:45 abschloss.

Riesen-Trio trägt das Team

Im dritten Viertel legte Hulls nun richtig los. Elegante Pässe hinter dem Rücken und spektakuläre Dreier demonstrierten die Spielfreude und bestätigten Hulls‘ Aussage von vor ein paar Wochen, eigentlich noch ein paar Jahre auf BBL-Niveau spielen zu können, wenn er nicht mit seiner Familie in die Heimat ziehen würde. Zudem drehten auch Darden und Woodard auf. Gemeinsam mit Hulls machte das Trio 65 der 84 Riesen-Punkte und hielt die Barockstädter vor dem Schlussabschnitt auf Schlagdistanz (66:70).

In diesem machten sich die Ludwigsburger Foulprobleme sowie schwindende Kräfte bemerkbar. Unter dem gegnerischen Korb pflückte Albas Sikma einen Ball nach dem anderen. 17 Punkte nach Offensivrebounds machten die Hauptstädter. Darunter auch David Blatts Dreier zum 89:81 – der Vorentscheidung eine Minute vor Ende. „Einem Team wie Alba kann man nicht so viele zweite Chancen geben“, sagte Hulls. „Das hat wehgetan.“

Allergieprobleme bei Justin Simon

„Alba hat verdient gewonnen, aber wir hatten eine Chance“, sagte Patrick und schöpfte daraus Mut für das nächste Spiel der Best-of-five-Serie in Berlin am Sonntag (18 Uhr). In diesem steht womöglich Justin Simon wieder als Option zur Verfügung. Wegen Allergieproblemen kam er am Freitagabend auf null Punkte in nur sieben Spielminuten.

Autor: