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Basketball

Derbysieg mit harmonierendem Duo

Angeführt von Khadeen Carrington und Marcos Knight gewinnen die Ludwigsburger MHP-Riesen das Schwaben-Derby gegen Ratiopharm Ulm mit 106:75.

Khadeen Carrington (links) trifft gegen Ulm aus fast jeder Lage. Foto: Baumann
Khadeen Carrington (links) trifft gegen Ulm aus fast jeder Lage. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Es gibt Tage, an denen scheint alles zu klappen. Da versenkt Khadeen Carrington Drei-Punkte-Würfe von wo er will, da spielt Marcos Knight trotz Jetlag nach seiner Rückkehr nach Ludwigsburg, als wäre er nie weg gewesen, und da klaut eine hoch-motivierte Riesen-Mannschaft 17 Mal den Ball aus den Händen der Ulmer, ohne selbst auch nur einen Steal zuzulassen. Zu solchen Tagen passt es, wenn sogar Maskottchen Lurchi in einer Auszeit einen Wurf von der Mittellinie versenkt, nachdem Tanner Leissner direkt zuvor den umjubelten 101. Punkt der Ludwigsburger macht. Mit 106:75 gehen die MHP-Riesen Ludwigsburg am Ende als klarer Derby-Sieger gegen Ratiopharm Ulm vom Parkett und holen den dritten Sieg im vierten Spiel der Basketball-Bundesliga-Saison.

„Ich bin stolz. Unser Spiel war nicht perfekt, aber sehr intensiv“, sagte Riesen-Trainer John Patrick nach Spielende. Sein Gegenüber Jaka Lakovic war indes bedient. Ein total verdienter Sieg sei es gewesen. „Wir hatten einen Plan. Wegen der Ludwigsburger wussten wir aber nicht, wie wir uns daran halten sollen“, sagte der Ulmer Trainer.

Patrick lobt seinen Point Guard

Von Beginn an zeigten sich die Riesen treffsicher in der Offensive und aggressiv in der Verteidigung. Schnell zogen die gelb-schwarzen in nur drei Minuten auf 10:0 davon. Angeführt von einem überragenden Carrington, der in der ersten Halbzeit 23 Punkte auflegte, hielten die Ludwigsburger die Führung bis zur ersten Viertelpause (30:22). Dann drehte auch Marcos Knight auf. Der Rückkehrer aus den USA war erst am Donnerstag in Deutschland gelandet und zeigte, wieso die Riesen ihn nach der starken Rückrunde vergangene Saison erneut verpflichteten. Mit enormem Einsatz und schnellem Umschaltspiel zogen die Riesen und Knight auf 47:32 davon. Einzig die vielen Fouls der Gastgeber ließen Ulm bis zur Pause herankommen (56:48).

Mit der gewohnten Intensität kamen die Riesen aber aus der Kabine. Carrington und Knight harmonierten besonders. Einem Dreier von Knight folgte ein Ballgewinn des Neuzugangs und ein Pass auf Carrington, der zum 65:52 bereits seinen 27. Punkt machte. „Marcos ist ein sehr guter Spieler. Und sehr gute Spieler spielen sehr gut zusammen“, sagte Carrington nach der Partie äußerst selbstbewusst. Wie selbstbewusst die Nummer 0 der Riesen an diesem Nachmittag war, bewies sie mit einem versenkten Wurf von weit hinter der Dreier-Linie. „Er ist das, was wir gesucht haben für die Point-Guard-Position“, lobte Patrick seinen Spielmacher.

Der Coach sah, wie seine Mannschaft nun endgültig davonzog. Nach Ballgewinn von Konstantin Konga hatte Knight keine Probleme, auf 80:60 zu erhöhen. Die Partie war damit entschieden. Die letzte verbleibende Frage war lediglich, ob die Riesen auch die 100-Punkte-Marke knacken würden – was Leissner mit seinem Korbleger nach klugem Pass von Nick Weiler-Babb zum 101:72 beantwortete. „Er hat großartig gespielt“, sagte Patrick später über Leissner, der mit 20 Punkten der drittbeste Werfer der Ludwigsburger war – hinter Knight (24) und Carrington (27).

„Ein toller Sieg“, freute sich auch Knight über sein Comeback und räumte ein, dass er durchaus unter der Anreise aus den USA leide: „Ich habe sicher einen Jetlag.“ Dass er dennoch besser in Form ist als vergangene Saison, fiel auch seinem Trainer auf. „Man merkt, dass er ein bisschen dünner ist“, sagte Patrick. Mit seinem Bruder, einem Personal-Trainer, sowie Intervallfasten habe sich Knight fitgehalten.

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