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Basketball-Bundesliga

Ersätzgeschwächte MHP-Riesen Ludwigsburg verlieren knapp gegen Niners Chemnitz in der BBL

Ersatzgeschwächt nach mäßiger Leistung aber großem Kampf mussten sich die MHP-Riesen Ludwigsburg am späten Freitagabend in eigener Halle geschlagen geben. Der Basketball-Bundesligist unterlag den Chemnitz Niners knapp mit 74:76.

Enges Duell: Ludwigsburgs Rawle Alkins (rechts) setzt sich gegen den Chemnitzer Ivan Karacic durch.Foto: Baumann
Enges Duell: Ludwigsburgs Rawle Alkins (rechts) setzt sich gegen den Chemnitzer Ivan Karacic durch. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Rawle Alkins hatte es in der Hand. Beim Stand von 74:76 hatte er 2,2Sekunden vor Ende des Bundesliga-Spiels gegen die Chemnitz Niners die Chance, seine MHP-Riesen Ludwigsburg mit zwei Freiwürfen in die Verlängerung zu retten. Doch der erste Wurf ging daneben, nach dem zweiten holten sich die Chemnitzer den Basketball beim Rebound. Damit waren die Ludwigsburger vor 2294 Zuschauern in der MHP-Arena geschlagen. „Chemnitz war heute etwas besser. Wir waren in manchen Phasen etwas zu passiv. Am Ende hat es nicht ganz gereicht“, sagte Riesen-Coach John Patrick nach dem Spiel.

In der Anfangsphase zeigte Patrick mehr Einsatz als mancher Riesen-Spieler. Er lief auf und ab, rief permanent den einzelnen Akteuren Kommandos zu und gestikulierte noch energischer, als er es ohnehin immer tut. Der Coach der Ludwigsburger war überhaupt nicht damit zufrieden, was er im ersten Viertel zu sehen bekam. Seine Mannschaft agierte behäbig, ließ Orientierung vermissen und tat sich mit den spritzigen Chemnitzern schwer. Beim Stand von 2:8 nach nicht einmal drei Minuten nahm Patrick die erste Auszeit. Wenig später lagen die Chemnitzer schon mit 16:8 in Führung. Erst gegen Ende des Durchgangs gelang es den Riesen wieder, in Schlagdistanz zu kommen – vor allem dank der Dreipunktetreffer von Jacob Patrick und Jordan Hulls (20:25).

Im zweiten Spielabschnitt kamen die Ludwigsburger besser in Fahrt. Ein 7:0-Lauf (Dreier Alkins, Jonah Radebaugh, Justin Simon) brachte in der 15.Minute beim 29:20 erstmals den Ausgleich. Daraufhin wurde die Partie hitziger. Erst kassierte Coach Patrick ein technisches Foul. Wenige Momente später hinderte Darion Atkins Riese Jonas Wohlfarth-Bottermann am Aufstehen, als dieser unter dem Korb am Boden lag. Daraus entstand eine kleine Rangelei. Das Ergebnis: Unsportliches Foul für Wobo, Technisches Foul für Ludwigsburgs Yorman Polas Bartolo und die Chemnitzer Niklas Wimberg, Gerald Robinson und Atkins.

Die Riesen schienen durch das Scharmützel erst recht angestachelt und erhöhten das Tempo. Einem Dreier Hulls‘ ließ Jonah Radebaugh mit einem ansatzlosen Wurf in Rücklage den 40:40-Halbzeitstand folgen. Nach der Pause blieb es spannend. Wohlfarth-Bottermann konnte dabei nicht mehr mitwirken. Er war wie Jonathan Bähre angeschlagen und blieb auf der Bank Beide wurden unter dem Korb in der Folge schmerzlich vermisst.

Doch die Riesen zeigten auch Schwächen in der Offensive. Zu viele Würfe ließen die Schwaben liegen. Weil es Chemnitz besser machte und mehr Konzentration zeigte, ging Ludwigsburg mit einem 53:61-Rückstand in den Schlussabschnitt.

Hier rannten die Riesen verzweifelt hinterher. Dabei lief längst nicht alles glatt, aber über den Kampf kamen die Gastgeber heran. Tremmell Darden traf viereinhalb Minuten vor dem Ende per Dreier zum 65:69, woraufhin Chemnitz-Coach Rodrigo Pastore direkt die Auszeit zog. Ludwigsburg blieb dennoch dran. Als Simon 1:41 Minuten vor Schluss zum 71:74 traf, hielt es die Zuschauer nicht mehr auf ihren Sitzen. Es folgte das 71:74 durch einen verwandelten Freiwurf von Alkins.

Die Riesen drehten nun voll auf und gaben alles. Simons vollendete nach einem Ballgewinn zum 74:74, doch 6,6 Sekunden vor Ende war Mindaugas Susinskas am Brett der Schnellste und tippte zur erneuten Chemnitzer Führung ein (74:76). Die letzte Chance zum Punktgewinn ließ Alkins durch seine verworfenen Freiwürfe ungenutzt. Bereits am Montag treten die Riesen in der Champions League in Sassari an.

Ludwigsburg: Hulls (14/4 Dreier), Jacob Patrick (8/1), Simon (8), Johannes Patrick, Bähre (2), Herzog, Radebaugh (8), Polas Bartolo (5), Wohlfarth-Bottermann (Alkins 20/1), Darden (9/1), Waker.

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