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Karriereende

Für „Drecksarbeit“ war sich David McCray nie zu schade

Er ist eine Institution des Ludwigsburger Basketballs: David McCray hat wie kein anderer Spieler den Weg der Gelben Riesen mitgeprägt. Nun beendet der 32-jährige Point Guard seine Karriere als Profi und wechselt ins Trainerteam des Bundesligisten.

Das Trikot mit der Nr. 4 wird der Verein vorerst nicht mehr vergeben – als Anerkennung für den langjährigen Kapitän David McCray. Foto: Baumann
Das Trikot mit der Nr. 4 wird der Verein vorerst nicht mehr vergeben – als Anerkennung für den langjährigen Kapitän David McCray. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Publikumsliebling, Identifikationsfigur, Anführer, Kämpfernatur, Spaßvogel: Es gibt zahllose Attribute, die versucht haben, den Menschen David McCray näher zu charakterisieren, aber wer das eigentliche Wesen des 32-Jährigen beschreiben möchte, hat doch schnell die unvergleichliche Art seines Spiels vor Augen: Ungeheuer kämpferisch, ausgerichtet auf eine beinharte Verteidigung, voller Intuition und Instinkt, emotional und fair zu seinen Gegnern und stets Kumpel und Freund seiner Mitspieler.

„Ich habe oft die Drecksarbeit gemacht, und das wusste vor allem mein Trainer zu schätzen“, sagt McCray, der in der zurückliegenden Saison mit einigen Verletzungen zu kämpfen hatte. Nach exakt 576 Pflichtspielen auf nationalem und internationalen Parkett wird der 1,88 Meter große Guard, dessen Laufbahn einst in seiner Heimatstadt Speyer begann und ihn über Stationen in Kaiserslautern, Karlsruhe und Kirchheim im Jahr 2007 zum ersten Mal nach Ludwigsburg führte, nach 15 Jahren aus dem Scheinwerferlicht zurücktreten.

Erhalten bleibt er dem Ludwigsburger Basketball aber auch nach seiner aktiven Karriere. Ab der neuen Spielzeit wird McCray im Programm der MHP-Riesen seine Trainerlaufbahn beginnen. Als einer von drei Assistenztrainern von Chefcoach John Patrick wird sich McCray mit um die Athletik der Profis kümmern, gemeinsam mit David Gale soll er zudem die Geschicke des U 19-Bundesligateams lenken. „Es gibt viel zu lernen, aber darauf freue ich mich riesig“, sagt McCray und fügt hinzu: „Ich bin so glücklich, nun in eine neue Rolle zu schlüpfen, und unendlich dankbar, dass ich mit meiner Familie hier bleiben kann.“

Überhaupt spielt die Barockstadt im Leben der Familie McCray eine wichtige Rolle: „Vom ersten Tag an wurden wir hier super-freundlich aufgenommen, das hat mir sehr imponiert. Wir haben Freunde gefunden und möchten unser Leben hier verbringen“, umschreibt McCray den Stellenwert Ludwigsburgs, der Stadt, die auch für seine Kinder Jaden (6) und Nova (4) eine feste Heimat geworden ist.

Bodenständig hat sich McCray auch in seiner aktiven Zeit erwiesen. Im Ausland hat er nie gespielt. Nach 2012 wechselte er für zwei Jahre nach Bonn, 2014 war er bei den Artland Dragons unter Vertrag, ehe er 2015 dem Ruf John Patrick zurück in die Barockstadt folgte.

Das Verhältnis zu Trainer Patrick umschreibt McCray so: „Er ist ein wesentlicher Teil meines Lebens, nicht nur sportlich, auch menschlich. Ich wusste stets, was er verlangt, aber John wusste auch immer, was er von mir bekommt. Das hat über Jahre sehr gut funktioniert.“ Unter diesem Aspekt wundert es nicht, dass John Patrick die treibende Kraft war, David McCray weiter an die Riesen zu binden. „Meine hächste Priorität war es, David bei uns zu halten. Er ist ein exzellenter Leader und wird unser Team auf und neben dem Parkett auch in Zukunft großartig bereichern.“

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