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Jacob Patrick

Jacob Patrick hat mit 17 schon einen festen Platz im Basketball-Zirkus gefunden

Jacob Patrick ist ehrgeizig, talentiert und selbstbewusst. Der 17-jährige Nachwuchsathlet der MHP-Riesen Ludwigsburg bringt alle Voraussetzungen für eine große Basketball-Karriere mit. Der Grundstein dafür wurde schon früh in seiner Kindheit gelegt.

Mit 17 hat Jacob Patrick Träume, aber auch klare Ziele. Foto: Baumann
Mit 17 hat Jacob Patrick Träume, aber auch klare Ziele. Foto: Baumann
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Ludwigsburg. In Deutschland dürfte es nicht viele Familien geben, in denen Basketball eine so große Rolle spielt wie bei den Patricks in Hoheneck. Der Vater John ist Trainer bei den MHP-Riesen Ludwigsburg. Zwei der fünf Kinder – Jacob und Johannes – sind Profis beim Basketball-Bundesligisten. „Wir schauen relativ oft Basketball und reden viel darüber, aber es gibt durchaus auch andere Themen“, sagt Jacob Patrick vor dem Duell der Riesen mit Medi Bayreuth (Sonntag/18 Uhr).

Spätestens seit dem Finalturnier der vergangenen Corona-saison in München kennt wohl jeder Basketballfan den 17-Jährigen. Die MHP-Riesen begeisterten und schafften es bis ins Finale, wo sie Alba Berlin unterlagen und Vizemeister wurden. Ein großer Erfolgsfaktor waren die talentierten und selbstbewussten Jugendspieler wie Lukas Herzog, Ariel Hukporti, Johannes Patrick und eben Jacob Patrick. Letzterer machte besonders auf sich aufmerksam, weil er mit 16Jahren, 6 Monaten und 19 Tagen zum damaligen Zeitpunkt jüngsten Scorer der BBL-Geschichte seit der digitalen Datenerfassung 1998 wurde. Im Spiel gegen Frankfurt traf er im zweiten Viertel zum 28:24 – und dann auch noch per Dreier.

Klar, dass die Familienkonstellation, gepaart mit dem Talent der Patricks, große mediale Aufmerksamkeit erregte. Doch Jacob Patrick kommt mit dem Rummel gut zurecht: „Ich war überrascht, wie viele Reaktionen es gab. Es hat mich aber gefreut, zu sehen, dass so viele Menschen mit mir mitgefiebert haben.“

Mittlerweile kommt Jacob Patrick in der BBL regelmäßig zum Einsatz. In dieser Saison spielte er in 22 von 24 Spielen durchschnittlich 7:53Minuten und erzielte dabei 1,7 Punkte. Dabei wirkt er meist erstaunlich cool. „Ich bin nicht mehr so nervös wie am Anfang. Aber in manchen Spielen kommt die Nervosität hoch und mir geht etwas die Scorer-Mentalität verloren“, sagt er. Dann versucht sich der Elftklässler bewusst zu machen, dass er ein Spiel wie jedes andere vor sich hat.

Hilfe suchen kann er sich innerhalb des Teams auch bei erfahrenen Akteuren wie Tremmell Darden oder Yorman Polas Bartolo. „Unsere Veteranen haben schon viel gesehen, da hört man gerne zu. Es gibt aber auch lustiges Gequatsche“, beschreibt er das Verhältnis zu den Älteren. Zum Vergleich: Bei Jacob Patricks Geburt im Jahre 2003 startete Darden gerade in seine letzte College-Saison. Das US-College ist auch für Jacob Patrick nach dem Abitur eine Möglichkeit, festgelegt hat er sich aber noch nicht. „Ich denke sehr viel über meine Optionen nach. Das entscheidet sich aber erst nächstes Jahr.“ Klar ist jedoch: Jacob Patrick hat noch einiges vor: „BBL-Spieler zu sein wäre schön, aber ich würde gerne auch ein anderes Land kennenlernen. Viele Punkte machen und später auch Titel gewinnen.“

U20-Nationaltrainer Alan Ibrahimagic hält diese Pläne für realistisch: „Er ist sehr gut und hat sehr viel Potenzial. Es hilft, dass er das Profileben von klein auf kennt“, sagt Ibrahimagic, der auch schon als John Patricks Co-Trainer bei den Riesen arbeitete und die Familie kennt. „Was die Limits sind, da bin ich in diesem Alter immer vorsichtig, aber er hat alle Voraussetzungen, um ein erfolgreicher Basketballer zu werden.“

Bei so viel Basketball-Begeisterung in der Familie stellt sich die Frage, wie es mit dem internen Konkurrenzkampf aussieht. Mit seinem zwei Jahre älteren Bruder kämpft er um Kaderplatz und Einsatzzeiten. Trotzdem sei das brüderliche Verhältnis gut, betont Jacob Patrick. Früher spielten die Patricks oft auch privat Basketball miteinander. Inzwischen fehlt dafür neben Schule und den Verpflichtungen als Profisportler die Zeit. So weit sich Jacob Patrick an seine Kindheit zurückerinnern kann, spielte er Basketball, seit seinem fünften Lebensjahr im Verein. Doch ist der jüngste der drei Patrick-Söhne auch der beste Basketballer der Familie? „Es ist vielleicht etwas blöd für meine Geschwister, das zu sagen, aber ja!“, sagt er mit einem Schmunzeln. Am Sonntag gegen Bayreuth wird Jacob Patrick erneut versuchen, das auf dem Parkett zu beweisen.

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