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Basketball-Bundesliga

Ludwigsburger Basketballer vor Derby-Kracher gegen Ulm

Die Coronapandemie scheint überwunden, seit Freitag geht es in die heiße Phase der Saison. Im Play-off-Viertelfinale der Basketball-Bundesliga sind die MHP-Riesen Ludwigsburg am Samstag erstmals gefordert: Der Derby-Kracher gegen Ratiopharm Ulm bietet in vielerlei Hinsicht Brisanz.

Brisantes Duell: Karim Jallow gegen Ludwigsburgs Justin Simon (vorne). Foto: Eibner
Brisantes Duell: Karim Jallow gegen Ludwigsburgs Justin Simon (vorne). Foto: Eibner

Ludwigsburg. „Play-offs, Baby!“: Diese Parole beflügelt zum Abschluss der Hauptrunde jeder BBL-Saison aufs Neue Vereine und Fans in der Gewissheit, dass nun der eigentliche Showdown beginnt. Und seit Dienstagabend ist es Gewissheit: Nachdem die MHP-Riesen das Nachholspiel gegen Aufsteiger Heidelberg für sich entscheiden konnten, haben sie den vierten Tabellenplatz endgültig gesichert. Somit ist der Derby-Kracher im Viertelfinale perfekt: Vierter gegen Fünfter heißt er, Ludwigsburg gegen Ulm.

Die Ludwigsburger starten am Samstagabend (20.30 Uhr) also mit Heimrecht in die Best-of-Five-Serie. Am kommenden Dienstag (19 Uhr) bereits steht das nächste Aufeinandertreffen in der MHP-Arena an, ehe es ab Donnerstag (19 Uhr) zum womöglich schon entscheidenden Spiel nach Ulm geht. Dass die erste K.o.-Runde allerdings in drei Partien entschieden wird, daran glaubt keines der beiden Teams.

Entsprechend groß ist die Vorfreude: „Wir bereiten uns schon ein paar Tage auf Ludwigsburg vor, da wir davon ausgegangen sind, dass sie ihr Nachholspiel gewinnen werden“, ordnet der Ulmer Chefcoach Jaka Lakovic das lange Warten auf den Viertelfinalgegner ein. Die diesjährige Play-off-Teilnahme ist bereits die elfte der Ulmer Clubgeschichte. „Es wird eine spannende Serie, die uns alles abverlangen wird. Wir haben diese Saison gesehen, dass wir Ludwigsburg schlagen können und nicht chancenlos sind“, ist der Ulmer Sportdirektor Thorsten Leibenath optimistisch.

Auch Ludwigsburg war in den vergangenen Spielzeiten Dauergast in den Play-offs. In diesem Jahr kam die hohe Belastung in der Champions League hinzu, doch auch Trainer John Patrick ist voller Zuversicht: „Ich bin stolz, dass wir uns nach dem intensiven Wochenende in Bilbao in so kurzer Zeit fokussieren konnten, auch wenn wir ein bisschen müde waren. Jetzt freuen wir uns, dass wir in den Play-offs gegen Ulm den Heimvorteil sicher haben“, sagte Patrick nach dem Erfolg gegen Heidelberg.

Ludwigsburgs Volltreffer Justin Simon

Vor allem für zwei Spieler dürfte der Wettstreit besondere Brisanz haben: Justin Simon, erst kürzlich zum besten Verteidiger der BBL-Saison gekürt, begann diese Saison als Ulmer, wurde allerdings nur als Ersatz für den zu Saisonbeginn verletzten Karim Jallow geholt, weshalb sich die Wege nach nur zwei Spielen wieder trennten. Einige Ulmer Fans werden dem Abgang nach Ludwigsburg wohl immer noch traurig hinterherschauen, gerade weil Nationalspieler Karim Jallow zuletzt schwächelte und zumindest zum Auftakt am Samstag fehlen wird. Jallow spielte in der Saison 2018 im Trikot der Riesen, der talentierte Forward wurde sogar erstmals ins Aufgebot der A-Nationalmannschaft berufen.

Für Justin Simon war der Wechsel nach Ludwigsburg ein Volltreffer: „Ich wollte sichergehen, dass meine Präsenz und mein Einfluss nie wieder vergessen, unterschätzt oder nicht beachtet werden“, sagte er gegenüber unserer Zeitung nach dem starken Auftritt in der Champions League selbstbewusst. Und auch Trainer Patrick hält große Stücke auf den Defensiv-Künstler: „Ich habe Glück, schon viele gute Spieler trainiert zu haben. Was Justin abhebt: Er ist ein normaler Typ, aber er spielt keine Position. Ich kann Justin nicht definieren, niemand kann das. Und das macht ihn so gefährlich auf dem Feld. Er spielt manchmal Point Guard, manchmal Center. Das ist besonders und im modernen Basketball eine tolle Waffe.“ Ob Simon dieses Vertrauen in der harten Serie bestätigen kann, werden die nächsten Wochen zeigen.

Meister Alba Berlin direkt in der Spur

Titelverteidiger Alba Berlin hat seine Favoritenrolle untermauert und das erste Play-off-Duell mit dem alten Rivalen Brose Bamberg deutlich für sich entschieden. Der Hauptrundensieger aus der Hauptstadt gewann am Freitagabend mit 114:89 (61:45) und zeigte dabei eine exzellente Offensivleistung. In der Serie im Modus best-of-five führen die Berliner mit 1:0. Schon am Sonntag (18.00 Uhr) kann Alba vor eigenem Publikum nachlegen, erst danach geht die Serie nach Franken. Wer zuerst drei Spiele gewinnt, kommt ins Halbfinale, in dem der mögliche Gegner Ludwigsburg oder Ulm sein wird..

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