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Basketball-Bundesliga

Riesen behalten in Ulm die Nerven

Die MHP-Riesen Ludwigsburg haben ihre Niederlagenserie beendet. Nach zehn erfolglosen Basketball-Spielen hintereinander gewann der Bundesligist am Samstag mit 91:82 bei ratiopharm Ulm. Damit sind allerdings längst nicht alle Sorgen vom Tisch.

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Erleichterte Riesen (vorne), frustrierte Ulmer: Dank Lamont Jones (Mitte, links) und Kelan Martin (Mitte, rechts) beenden die Ludwigsburger Basketballer ihre Negativserie.
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Jordon Crawford (links) im Duell mit Ulms Per Günther.Fotos: Eibner

Ulm. Der 91:82-Erfolg der MHP-Riesen Ludwigsburg nach zehn Pflichtspiel-Niederlagen in Folge wäre beinahe ein Kantersieg geworden, ein echter Befreiungsschlag. Vor dem Schlussviertel führte der Basketball-Bundesligist gegen Ratiopharm Ulm mit 74:52. Das Ding schien gelaufen, in der mit 6200 Zuschauern ausverkauften Ratiopharm-Arena herrschte gespenstische Stille.

Partie zwischenzeitlich entglitten

Doch dann passierte, was zuletzt immer passierte. Den Riesen entglitt die Partie durch eigene Fehler. Und auch wenn die Riesen dieses mal die Nerven behielten und die Negativserie beendet wurde, bleibt ein mulmiges Gefühl. „27 Minuten waren wir dominant, dann haben wir wieder diesen Alptraum erlebt“, sagte Trainer John Patrick nach dem Spiel. „Heute haben wir am Ende aber Charakter gezeigt, auch wenn es unnötig war, dass wir diesen Lauf erlaubt haben.“

Die Erleichterung innerhalb der Mannschaft war trotz wackeligem Schlussviertel groß: „Nach zehn Niederlagen in Folge jetzt hier in Ulm zu gewinnen, das tut uns allen gut“, berichtete Jung-Nationalspieler Karim Jallow.

Ballverlust Jordon Crowford, Ballverlust Malcom Hill, Ballverlust Owen Klassen, vergebener Korbleger Lamont Jones, Ballverlust Jones, Ballverlust Crawford, Offensiv-Foul Konstantin Klein – so endeten die Angriffe der Ludwigsburger zwischen der 32. und 36. Minute. Auf der Gegenseite gaben die ebenfalls kriselnden Ulmer alles und packten mit einer kleinen, beweglichen Aufstellung die Ganzfeldverteidigung aus. Eigentlich das Markenzeichen der Riesen. Vor allem Per Günther brillierte mit elf Punkten. Insgesamt erzielten die Gastgeber 18 Zähler, ohne eine Antwort der Riesen und rückten bis auf 70:74 heran. Die Fans der Ulmer tobten.

Doch im letzten Moment bekamen die Ludwigsburger die Partie wieder in den Griff. Der starke Jones übernahm Verantwortung, ging voran, dirigierte und führte das Team zurück in die Spur. Dazu kam auch ein wenig Glück. Dem erfolgreichen Korbleger von Kelan Martin und dem Dreier von Hill folgte Jones zweieinhalb Minuten vor Spielende mit dem entscheidenden 88:79 für die Riesen.

Kurz darauf verletzte sich der zuletzt glänzend aufgelegte Hill am Knie, als er nach einem Reboundversuch unglücklich landete. Mit schmerzverzerrtem Gesicht und humpelnd verließ er das Feld. Die Untersuchungen dauerten gestern noch an.

Drei Spielabschnitte lang souverän

In den drei Vierteln zuvor hatten die Gelb-Schwarzen vor über 100 mitgereisten Anhängern drei Spielabschnitte lang gezeigt, dass durchaus großes Potenzial im Team steckt. Während Trevor Mbakwe und Aaron Best nicht im Kader standen, überzeugte der zuletzt nicht berücksichtigte Kelan Martin mit 15 Punkten und sechs Rebounds.

Einem 5:10-Rückstand nach fünf Minuten folgte ein 15:0-Lauf. Danach kontrollierte Ludwigsburg bis zum Schlussviertel das Spiel. Die ehemaligen Riesen Dwayne Evans und Bogdan Radosavljevic kamen nicht zur Entfaltung und konnten keine Akzente setzen.

Kapitän David McCray saß ohne einen Einsatz auf der Bank. Laut Vereinsangabe schleppt der Guard eine Fußverletzung mit sich herum. Seine Rückkehr sei offen. Er selbst wollte sich nicht zu einem möglichen Comeback-Zeitpunkt äußern.

Den Riesen bleibt aber kaum Zeit, den Erfolg zu genießen. Am Dienstag (20 Uhr) kommt UCAM Murcia CB in die MHP-Arena.

Die Spanier gehen als klare Favoriten in das Champions-League-Spiel gegen die bisher sieglosen Ludwigsburger, die auf dem letzten Platz der Gruppe A stehen.