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Riesen gegen Hakro Merlins Crailsheim: Zäher Kampf mit bitterem Ende

Ludwigsburger Basketballer unterliegen nach einem punktearmen Spiel den Hakro Merlins Crailsheim im BBL-Pokal mit 63:65

Offensiv unglücklich: Riese Justin Simon (l.) gegen Terrell Harris. Foto: Eibner
Offensiv unglücklich: Riese Justin Simon (l.) gegen Terrell Harris. Foto: Eibner

Crailsheim. Häufig werden vor Pokalspielen die für K.o.-Partien geläufigen Tugenden ausgerufen. Nicht selten ist dann von einem „Pokalfight“ die Rede, der gefordert wird. Spätestens mit der Begebenheit, dass das BBL-Pokalspiel der Hakro Merlins Crailsheim gegen die MHP-Riesen Ludwigsburg am Samstagabend in der Arena Hohenlohe mit dem Spitznamen „Stierkampfarena“ stattfand, sollte also der Rahmen für einen solchen Kampf abgesteckt gewesen worden sein. Und so wurde das, was sich beide Mannschaften in 45 Minuten lieferten, dem Wort „Kampf“ in allen Aspekten gerecht. Am Ende gewannen die Merlins ein wenig ansehnliches, dafür immerhin spannendes Achtelfinale mit 65:63.

65:63 – das ist für eine Partie, die in der Verlängerung entschieden wird, ein für beide Offensivreihen schmeichelhaftes Ergebnis. Es wurde jedoch den Leistungen gerecht. Dabei hatte es zunächst anders ausgesehen: Die ersten drei Merlins-Körbe waren allesamt Dreier. Erneut kamen die Riesen behäbig aus den Startlöchern und lagen 7:14 zurück. Erst danach kam die beste Phase der Ludwigsburger, die sich zum Viertelende herankämpften (19:19).

Es folgte ein „super intensives Spiel“, wie Riesen-Coach John Patrick bilanzierte. Sein Gegenüber Sebastian Gleim nannte es „eine Schlacht“, nach deren Ende er frisch geduscht, aber ausgelaugt zur Pressekonferenz erschien.

Nun ist Basketball ein Sport, in dem das Momentum viel ausmachen kann, das besonders vor hitziger Kulisse wie in Crailsheim vor 1977 Zuschauern ein Spiel in die eine oder andere Richtung kippen lassen kann. Diese Pokalpartie, oder besser der Pokalfight, hatte jedoch die Eigenheit, nahezu bis Spielende ohne herausstechende Aufs und Abs beider Teams auszukommen. In Zahlen sah das so aus: 40 Minuten lang konnte kein Team auf mehr als vier Punkte davonziehen. Bis zur Verlängerung punktete kein Riesen-Spieler zweistellig. Die Ludwigsburger Dreierquote lag bei 14 Prozent (3 von 22), aus der Nahdistanz trafen beide Teams nur 31 Prozent. „Wir kamen offensiv gar nicht in den Rhythmus“, sagte Patrick.

So waren es Verteidigungsaktionen, die für die Riesen – sollte man nach Höhepunkten suchen – etwaige Highlights bildeten. Jonah Radebaugh und Justin Simon blockten in der Schlussphase des vierten Viertels T.J. Shorts und Terrell Harris spektakulär weg.

„Er bringt Energie mit“, sagte Patrick über Simon, dessen Verpflichtung erst am Samstag vor Spielbeginn publik gemacht worden war. Mit fast 38 Minuten sammelte der 25 Jahre alte US-Amerikaner, der von Ratiopharm Ulm kam, die meisten Spielminuten. In diesen überzeugte er defensiv (11 Rebounds), tat sich bei Ballbesitz aber schwer (2 von 15 Würfe). Indes konnte Jordan Hulls mit einer Wadenverletzung ab der zweiten Hälfte nur zuschauen.

Dem 53:53 nach 40 Minuten und zwei korbarmen Vierteln (10:10 und 8:10) folgte Besserung in der fünfminütigen Verlängerung. Shorts, mit 20 Punkten bester Werfer, riss das Spiel an sich. Die Halle zum Beben brachte aber Jaren Lewis mit seinem Dreier zum 65:63 zwölf Sekunden vor Ende. Da danach Radebaugh und auch Tremmell Darden den Ball nicht im Korb unterbrachten, zogen die Merlins ins Viertelfinale ein. „Ich bin stolz, dieses Spiel auf irgendeinem Weg gewonnen zu haben. Und der war heute in der Verteidigung“, freute sich Gleim.

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