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Basketball-Bundesliga

Riesen untermauern ihre Ansprüche

Die MHP-Riesen Ludwigsburg haben an Ostersonntag bewiesen, dass sie bei der Vergabe der Play-off-Plätze noch ein ernstes Wörtchen mitreden wollen. In einem spannenden und hochklassigen Bundesliga-Spiel besiegten die Basketballer Brose Bamberg mit 96:95.

Ludwigsburg. Erst sah es für die Fans der MHP-Riesen Ludwigsburg nach einem entspannten Ostersonntag-Nachmittag aus. Nach der nahezu perfekten ersten Hälfte führten die Basketballer mit 58:39 gegen Brose Bamberg.

Doch dann kämpften sich die Gäste aus Franken zurück und machten das Bundesliga-Spiel noch einmal spannend. 1,3 Sekunden bevor die Schlusssirene ertönte, verwandelte Jordon Crawford einen seiner beiden Freiwürfe zum 96:95-Endstand.

Verzichten mussten die Gelb-Schwarzen auf Kelan Martin, der nach einer Handverletzung im Training am Samstag in dieser Saison wohl nicht mehr zum Einsatz kommen kann.

Nur 3142 Zuschauer waren in die MHP-Arena gekommen, die Stehplatztribüne war nur spärlich belegt. Dennoch: unter den anwesenden Fans löste der 1,68 Meter kleine Spielmacher einen ausgelassenen Jubelschrei aus. „Wir haben in der ersten Halbzeit absolut super Basketball gezeigt“, sagte Riesen-Trainer John Patrick nach der Partie. „Die Konstanz in der Verteidigung hat uns in der zweiten Hälfte gefehlt.“

Die Riesen starteten aggressiv und mit großem Einsatz. Nur aufgrund der schlechten Ludwigsburger Wurfquote ging Bamberg mit 8:3 in Führung. Doch mit zunehmender Spieldauer traf Ludwigsburg besser. In der sechsten Minute gelang Aaron Best das 13:12.

Klassen erneut überragend

Im zweiten Viertel spielten sich die Gastgeber in einen kleinen Rausch. In der Hauptrolle: Owen Klassen. Der Kanadier war schon in der Vorwoche beim 98:93-Sieg in Gießen mit 26 Punkten überragender Akteur. Am Ostersonntag steuerte der Center im zweiten Durchgang 17 Punkte bei, kam am Ende auf 25 und holte 12 Rebounds. „Ich hatte letzte Wochen gleich zu Beginn einige gute Würfe und dann war ich in Fahrt. Das hat sich heute so fortgesetzt“, sagte der 27-Jährige. „Ich versuche, etwas aggressiver zu spielen und öfter zu punkten. Das scheint zu funktionieren.“ Bei der 58:39-Halbzeitführung lag ein deutlicher Sieg der Riesen in der Luft. Aber die Franken wehrten sich mit allen Mitteln. Zwei starken Aktionen von Karim Jallow war es zu verdanken, dass die Riesen einen Sieben-Punkte-Vorsprung (77:70) in den Schlussdurchgang nahmen. Trotz eines weiteren Dreiers von Jallow gingen die Bamberger nach einem 8:0-Lauf in Führung. Die Ludwigsburger bewiesen aber Moral, ließen sich nicht aus der Fassung bringen und hatten das nötige Glück.

Beim Stand von 95:95 unterlief Marcos Knight 50 Sekunden vor Spielende ein Schrittfehler. Der Bamberger Gegenangriff landete jedoch im Aus, kurz darauf wurde Crawford gefoult. Ein versenkter Freiwurf reichte zum Sieg. „Wir müssen jedes Spiel gewinnen, um es in die Play-offs zu schaffen. Das hat uns angetrieben“, erklärte Klassen hinterher. Nach Patricks Schätzung sind mindestens 18 Siege für das Erreichen der Play-offs notwendig. 14 haben die Riesen, sechs Spiele stehen noch aus – das nächste am Samstag bei den Crailsheim Merlins.

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