Logo

Basketball

Siegesserie der MHP-Riesen hält gegen Löwen Braunschweig an

Die MHP-Riesen verteidigen mit dem 81:74 gegen die Löwen Braunschweig die Tabellenführung und holen ihren 14. Sieg in Serie. Andrew Warren spielt sich beim BBL-Tabellenführer ins Rampenlicht.

Treffsicher: Andrew Warren (rechts) gegen Braunschweigs Lukas Wank. Foto: Baumann
Treffsicher: Andrew Warren (rechts) gegen Braunschweigs Lukas Wank. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Dass gegnerische Trainer nach Niederlagen in der Ludwigsburger MHP-Arena darauf hinweisen, wie viele gute Spieler die MHP-Riesen Ludwigsburg in ihren Reihen haben, ist in dieser für Ludwigsburg so erfolgreichen Saison nichts Neues. Schließlich sind die Riesen nach dem 81:74 gestern Abend gegen die Basketball Löwen Braunschweig seit 640 Spielen in eigener Halle ungeschlagen. So war es keineswegs verwunderlich, dass Löwen-Coach Pete Strobl gestern „eine Mannschaft mit vielen Waffen“ lobte. Dass jedoch ausgerechnet Andrew Warren zu diesen Waffen gehörte, war wohl die Überraschung des Spieltags.

Seit dem 27. Dezember stand der 33-Jährige nicht mehr auf dem BBL-Parkett und hätte gestern auch nicht auf jenem gestanden, wäre Barry Brown nicht verletzt ausgefallen, wie Riesen-Trainer John Patrick nach der Partie zugab. Doch Brown fehlte wegen einer Beinverletzung, Warren sprang ein und lieferte mit zwölf wichtigen Zählern seine beste Leistung im Riesen-Trikot. „Andrew hat gezeigt, was er kann. Er hat seine Chance genutzt“, sagte Patrick. „Das fühlt sich gut an“, freute sich Warren strahlend bei Magentasport.

Dabei ließ gestern bereits die erste Spielminute die Braunschweiger Böses erahnen. Drei Mal klauten die Riesen mit ihrer gefürchteten Ganzfeldverteidigung den Löwen den Ball in deren Spielhälfte. Jaleen Smith und Yorman Polas Bartolo markierten die Körbe zur 5:0-Führung. Doch die Gäste konnten sich – anders als viele andere Teams in dieser Saison – schnell auf die Spielweise der Gastgeber einstellen. Ex-Riese Karim Jallow glich zum 5:5 aus.

Braunschweig zwang Ludwigsburg immer wieder zu schwierigen Würfen, meist aus der Distanz. Während das im bisherigen Saisonverlauf der Gelb-Schwarzen dennoch häufig von Erfolg gekrönt war, wollten die Bälle gestern nicht in gewohnter Regelmäßigkeit fallen. Nur drei von 13 Ludwigsburger Versuchen aus der Ferne fanden im ersten Viertel ihren Weg durch den Ring. Etwas mehr Glück hatten die Gäste. Ein Dreier von Garai Zeeb flog über das Brett und den Ring ins Ziel – und zur ersten Gästeführung der Partie (10:7). In einem physischen Spiel mit mehreren Führungswechseln gingen die Riesen dank eines Tip-Ins von Smith mit einer 20:19-Führung in die erste Viertelpause.

Smith mit einem „Monster-Spiel“

Den zweiten Durchgang begannen die Riesen furios. Warren versenkte seinen ersten Dreier zum 23:21. Lukas Herzog nach starkem Ballgewinn sowie Polas Bartolo aus der Ferne besorgten die bis dahin höchste Riesen-Führung (28:21) nach einem 8:0-Lauf und ließen Jallow, zu diesem Zeitpunkt auf der Bank der Löwen, lautstark mit seinen Mitspielern hadern.

Zurück auf dem Feld, führte Jallow gemeinsam mit dem spielstarken Robinson und dem treffsicheren Meisner die Gäste zurück ins Spiel. Nach zwei Punkten von Ludwigsburgs Topscorer Smith mit der Schlusssirene ging das Heimteam lediglich mit einer 43:38-Führung in die Pause. „Er hatte ein Monster-Spiel“, lobte Patrick seinen Guard Smith nach dessen 26 Punkten.

Doch auch Smith musste mit ansehen, wie Braunschweig mit einem 8:0-Lauf in die zweite Hälfte startete. Meisner und Robinson gelangen sechs Punkte, während die Riesen unglücklich agierten. So lenkten Polas Bartolo und Tremmell Darden beim Rebound-Versuch den Ball zur 46:43-Gästeführung in den eigenen Korb.

In einer offenen Partie fiel die Entscheidung gegen Ende des dritten Viertels. Sechs Punkte in Serie von Darden brachten zunächst Ludwigsburg in Front, nachdem Braunschweig seinen eigentlich couragierten Auftritt mit etlichen Ballverlusten zunichtemachte. „So kannst du kein Spiel gewinnen“, sagte Jallow dazu bei Magentasport. Die Ludwigsburger warfen 25 Mal häufiger aus dem Feld auf den Korb – und das immer treffsicherer. Warren versenkte zwei Dreier in Serie zum 66:54 und schrie die Befreiung nach seiner bislang spielerisch so unbefriedigenden BBL-Saison auf seinem Weg auf die Bank heraus. Dank Warren nahmen die Riesen eine Zehn-Punkte-Führung ins Schlussviertel.

Offenbar reichte die zweiminütige Unterbrechung vor dem vierten Spielabschnitt nicht, um Warren aus dem Konzept zu bringen. Mit einem weiteren Dreier stellte er gleich die Weichen für den Riesen-Sieg. Zwar brachte Jallow aufopferungsvoll kämpfende Braunschweiger noch auf 73:78 heran, zu mehr reichte es für die Gäste aber nicht. Statt einer packenden Schlussphase trudelte das Spiel beim Stand von 81:74 für die Riesen aus.

Autor: