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Basketball-Bundesliga
Weg zum Titel führt über Bayern

Tüfteln einen Plan aus: Riesen-Coach John Patrick (Mitte) und sein Team.Foto: Baumann
Tüfteln einen Plan aus: Riesen-Coach John Patrick (Mitte) und sein Team.Foto: Baumann
Können die MHP-Riesen Ludwigsburg deutscher Meister werden? Nach der starken Hauptrunde gibt es berechtigte Hoffnungen unter den Anhängern des Basketball-Bundesligisten. Nun geht es im Play-off-Halbfinale gegen den großen Favoriten FC Bayern Basketball.

Ludwigsburg. Gerne hätten die MHP-Riesen Ludwigsburg den Einzug ins Play-off-Halbfinale schneller klargemacht. Doch mit dem souveränen 95:73-Sieg im fünften Viertelfinal-Spiel gegen Brose Bamberg ist der Basketball-Bundesligist gerade rechtzeitig zu Normalform zurückgekehrt. „Nach zwei unterdurchschnittlichen Leistungen in Bamberg bin ich stolz, dass wir mit der Intensität und Verteidigungsleistung auf das Feld gegangen sind wie in der Hauptrunde“, sagte Riesen-Trainer John Patrick nach der Partie. „Auch Leute, die in Bamberg kein gutes Spiel gemacht haben, waren großartig.“ Dabei nannte er Jaleen Smith und Jonas Wohlfarth-Bottermann.

Die gute Leistung im entscheidenden fünften Spiel gegen die Franken macht dem Coach auch Mut für die HalbfinalSerie gegen den großen Titelfavoriten FC Bayern München Basketball, die heute Abend um 20.30Uhr in der MHP-Arena beginnt. „Wenn wir die Konzentration und Energie wie heute haben, werden wir gegen jede Mannschaft eine Chance haben, aber es ist schwierig gegen Bayern“, betonte Patrick. Maximal fünf Aufeinandertreffen gibt es, wer dreimal gewinnt, steht im Finale.

Die Riesen haben sich zum vierten Mal in ihrer Vereinsgeschichte für das Play-off-Halbfinale qualifiziert – davon dreimal in den vergangenen vier Jahren. Man kann also durchaus davon sprechen, dass sich die Ludwigsburger unter den besten Basketball-Standorten in Deutschland etabliert haben. Erst recht nach der Vizemeisterschaft in der vergangenen Saison und dem ersten Platz in der abgelaufenen Hauptrunde.

Mit dem FC Bayern haben es die Gelb-Schwarzen in den vergangenen Jahren schon mehrfach in den Play-offs zu tun bekommen. Zweimal – 2014 und 2016 – gingen die Bayern im Viertelfinale als Sieger vom Parkett. Im vergangenen Jahr beim Finalturnier in München triumphierten die Ludwigsburger nach einem 87:73-Erfolg und einer 73:74-Niederlage und warfen die Münchner dabei aus dem Turnier in ihrer eigenen Halle. Die Bayern dürften also auf Rache aus sein.

Doch es sind komplett andere Vorzeichen als im vergangenen Jahr. Nach der Saisonunterbrechung aufgrund der Coronavirus-Pandemie hatten sich zehn Clubs dazu entschlossen, für fast vier Wochen in einem Hotel zusammenzukommen und die Saison im Audi Dome zu Ende zu spielen. Dabei mussten viele Mannschaften aber auf US-amerikanische Topspieler verzichten, die Karten wurden neu gemischt und die Vorbereitungszeit war kurz.

Auf so einen Überraschungsmoment können die Riesen nicht setzen. Sie treffen mit den Bayern auf eine europäische Spitzenmannschaft, die das Finalturnier der EuroLeague nur knapp verpasste. Zudem sicherte sich München vor zwei Wochen den Ligapokal gegen Alba Berlin. „Wir haben viel Respekt vor Bayern. Sie haben 82Spiele absolviert, das ist fast unmenschlich“, erkennt Patrick die Dreifachbelastung der Münchner an.

Im Viertelfinale schaltete Bayern die Crailsheim Merlins zudem schon nach vier Spielen aus und konnte damit Kräfte für das Duell mit Ludwigsburg sparen. Die Riesen kommen dagegen aus einer über fünf Spiele dauernden kräftezehrenden Serie gegen Bamberg.

Ex-Riese Nick Weiler-Babb wird allerdings nicht mitwirken können, weil er verletzt ist. An europäischen Top-Spielern im Kader des FC Bayern mangelt es dadurch aber trotzdem nicht. „Sie sind die tiefste und talentierteste Mannschaft in der Liga“, weiß Patrick, der mit seinem Trainerteam bereits am Donnerstagabend damit begann, einen Matchplan zu entwickeln.

Nach dem souveränen ersten Platz in der Hauptrunde hatten viele Experten den Riesen auch Außenseiterchancen auf die deutsche Meisterschaft eingeräumt, unter anderem Bundestrainer Henrik Rödl. Die Ludwigsburger haben den Heimvorteil auf ihrer Seite. Nach dem heutigen Duell folgt am Montag um 19Uhr das zweite Spiel in der MHP-Artena. Am Mittwoch um 20.30 Uhr kommt es dann im Audi Dome zu Spiel 3. Sollte es nötig sein, wird das vierte Duell am Freitag (20.30Uhr) in München und die gegebenenfalls entscheidende Partie am Sonntag, 6. Juni (15 Uhr), wieder in Ludwigsburg stattfinden.