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Deutsche Eishockey-Liga
Eishockey-Erstligist Bietigheim Steelers will das Budget für neue DEL-Saison erhöhen

Bandenkampf: Rene Schoofs (rechts) im Duell mit Berlins Zach Boychuk.Foto: Eibner
Bandenkampf: Rene Schoofs (rechts) im Duell mit Berlins Zach Boychuk.Foto: Eibner
Zum Saisonfinale gab es am Sonntag für den Eishockey-Erstligisten Bietigheim Steelers eine verschmerzbare 1:5 (0:2, 1:1, 0:2)-Niederlage beim deutschen Meister Eisbären Berlin, denn die Grundlage für den von den wenigsten Experten erwarteten Ligaverbleib war längst gelegt worden.

Bietigheim-Bissingen. Bietigheim-Bissingen/Berlin. Dieser Coup war für den DEL-Aufsteiger mit einer immensen Kraftanstrengung verbunden, denn die zuletzt 11 Spiele in nur 22 Tagen empfand Steelers-Trainer Daniel Naud „schon fast als unmenschlich“.

Dennoch mischte das kleine gallische Dorf der Deutschen Eishockey-Liga bis zuletzt sogar noch um die Play-off-Plätze mit, und wurde erst am vergangenen Freitag beim 1:9 gegen die Kölner Haie ausgebremst. Die 4380 Zuschauer in der fast ausverkauften Ege Trans-Arena bewiesen ein gutes Gespür für die herausragende Saisonleistung ihres Teams und feierten die Spieler trotz der herben Abfuhr auch nach der Schlusssirene noch minutenlang.

„Wir haben als Bietigheim ganz Großes geleistet und bewiesen, dass wir in die erste Liga gehören“, stellte Geschäftsführer Volker Schoch fest und Naud ergänzte: „Den Klassenerhalt schon vier Spieltage vor dem Hauptrundenende geschafft zu haben ist eine größere Leistung als die Zweitligameisterschaft vor einem Jahr. Es ist ein Wunder mit den Mitteln, die wir hatten.“

Gegen Köln war „der Tank einfach leer“ (Naud), was auch Kapitän und Abwehrchef Constantin Braun, der den einzigen Steelers-Treffer erzielte, bestätigte: „An einem 1:9 kann man nicht viel Gutes finden, aber uns haben wegen des engen Spielplans am Ende die Kräfte gefehlt.“

Am Sonntag gerieten die Steelers vor 8408 Zuschauern in der Berliner Mercedes Benz-Arena nach sechs Minuten durch Blaine Byron in Rückstand. Marcel Noebels legte für den Hauptrundensieger in der 18. Minute im Powerplay zum 2:0 nach, als Evan Jasper in der Kühlbox saß. Bietigheim kam angriffslustig aus der ersten Pause und verkürzte durch Riley Sheen in der 21. Minute auf 2:1. Doch nur eine Minute später verfügten die Eisbären wieder über eine Zwei-Tore-Führung durch Giovanni Fiores Treffer zum 3:1. Im letzten Drittel sorgten dann Frans Nielsen (52.) und erneut Fiore (53.) für den 5:1-Endstand. Bietigheim schließt damit die Saison als Aufsteiger auf Platz 13 ab.

Die Saisonabschlussfeier soll am kommenden Samstag an der Arena steigen, dann werden auch die beiden Urgesteine Rene Schoofs und Matt McKnight, die gestern in Berlin bei ihrem letzten Auftritt im Steelers-Trikot in die erste Sturmreihe befördert wurden, gebührend verabschiedet, die noch einmal in den Genuss einer DEL-Saison kamen und am Freitagabend schon mal einige Ehrenrunden vor einem begeisterten Publikum drehten.

Sheen mit 40 Toren die Nummer eins

Im Ellental beginnen nun auch schon die Planungen für die kommende Saison im Eishockey-Oberhaus. Das Budget soll nach Angaben von Schoch um bis zu 20 Prozent erhöht werden und könnte dann bei etwa vier Millionen Euro liegen. „Bietigheim ist jetzt sicher auch für Spieler interessant, die uns bisher nicht auf dem Radar hatten. Aber Stars können wir uns nicht leisten, wir wollen wieder mit einer homogenen Mannschaft spielen“, sagte Schoch.

Ob dann auch Riley Sheen wieder für die Steelers auf Torejagd gehen wird, bleibt abzuwarten. Mit 40 Treffern war der Kanadier nach der Hauptrunde der mit Abstand erfolgreichste Torschütze der Liga - und verblüffte damit nicht nur seinen eigenen Trainer.