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Deutsche Eishockeyliga 2

Steelers-K.o. in der Schlussminute

Harte Checks, Spannung und ein Kampf bis zur letzten Sekunde. Bietigheim und Kaufbeuren liefern sich ein klasse Auftaktspiel in den Pre-Play-offs – mit einem glücklichen Auswärtssieger.

Einer der besten Bietigheimer: Myles Fitzgerald (grünes Trikot) netzt zum zwischenzeitlichen 1:1 ein. Foto: Baumann
Einer der besten Bietigheimer: Myles Fitzgerald (grünes Trikot) netzt zum zwischenzeitlichen 1:1 ein. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Der geschlagene Keeper Stephon Williams konnte nur zu sehen, wie hinter ihm die Scheibe denkbar langsam über die Linie rutschte. 30 Sekunden vor Spielende versetzte Calvin Pokorny, der Angreifer des ESV Kaufbeuren, die mitgereisten Gästefans in Ekstase. Mit seinem 4:3 sorgte er dagegen für Katerstimmung in der Ege.Trans-Arena, wo die Bietigheim Steelers das erste Pre-Play-off-Spiel in der Deutschen Eishockeyliga 2 gegen den ESV verloren haben. „Am Sonntag schmeißen wir euch raus“, riefen die Kaufbeurer Fans. Morgen würde die Steelers-Saison mit einer Niederlage beim ESV (17.Uhr) früher als erhofft enden.

Eric Stephans Reaktion nach dem 0:1 für Kaufbeuren sprach Bände. Völlig unnötig verlor der Steelers-Verteidiger in Unterzahl im eigenen Drittel die Scheibe. Der ESV nutzte das prompt aus: Topscorer Sami Blomqvist legte auf Joseph Lewis zurück, der keine Mühe hatte, seine Farben in Front zu bringen. Stephan schlug daraufhin frustriert seinen Schläger aufs Eis.

Doch die Antwort der Bietigheimer ließ nicht lange auf sich warten. Brett Breitkreuz setzte sich an der rechten Bande entschlossen durch, bewahrte vor dem Tor die Ruhe und fand im schnellen Gegenzug Myles Fitzgerald, der den Pass zum 1:1 verwertete (5. Minute). Die Steelers, offenbar beflügelt von dem Ausgleich, wurden nun bissiger und druckvoller. Folgerichtig das 2:1 für die Gastgeber: Der agile Fitzgerald fand Matt McKnight vor dem Tor, der abgezockt einschob (15.).

Erst zum zweiten Drittel entwickelte der ESV wieder Torgefahr – dann aber gewaltig. In Überzahl setzten sich die Bayern im Steelers-Drittel fest. Das Tor lag in der Luft, als Branden Gracel an der linken Bande zum Schuss ausholte, sich aber für einen scharfen Querpass entschloss, den Lewis einschob (24.). So sehr das 2:2 sich angebahnt hatte, so überraschend fiel das 3:2 der Gäste. Aus dem Nichts brachte Florin Ketterer die Scheibe vor das Tor, die von Florian Thomas ins Netz abgefälscht wurde und Keeper Williams verdutzt zurückließ (28.). Fünf Minuten brauchten die Ellentäler, um sich zu schütteln und entwickelten dann mehr Druck.

Der nächste Aufreger war allerdings nicht von sportlicher Natur: Benjamin Hüfner checkte Kaufbeurens Max Schmidle krachend in die Bande. Das ließ Alexander Thiel nicht auf sich sitzen und bat Hüfner zum Faustkampf. Doch auch in diesem behielt Hüfner zur Freude vieler der 2473 Zuschauer die Oberhand. Auch nach der letzten Drittelpause hatten sich die Gemüter in einem zunehmend hitzigen Spiel nicht beruhigt. Ex-Steelers-Torwart Ilya Sharipov langte gegen Breitkreuz nach nur wenigen Sekunden im Schlussdrittel zu und flog für einen Schlag für den Rest des Spiels vom Eis. Die folgende fünfminütige Überzahl nutzten wiederum die Bietigheimer. Ersatz-Keeper Jan Dalgic ließ eine Scheibe unter dem Schoner durchrutschen. McKnight musste sie nur noch zum Ausgleich stochern (45.).

Nun drängten die Steelers auf die Entscheidung in der regulären Spielzeit. Doch Dalgic avancierte zu Kaufbeurens Helden und hielt alles, was auf sein Tor kam – egal wie groß die Chancen der Steelers waren. In der Schlussminute sorgte auf der anderen Seite Pokorny zum Leidwesen der Steelers für ein jähes Ende.

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