Logo

Bietigheim Steelers

Vom RTL-Sturm bis zur Eliteliga

In der sogenannten ewigen Zweitligatabelle thronen die Bietigheim Steelers schon lange mit großem Vorsprung auf Platz eins, jetzt wurde mit der sportlichen Qualifikation für die höchste deutsche Spielklasse ein bemerkenswertes Kapitel in der noch recht jungen Clubgeschichte hinzugefügt.

Zwei Steelers-Spieler des berühmten RTL-Sturms von 1998: Craig Teeple (links) und Tim Leahy.Foto Baumann
Zwei Steelers-Spieler des berühmten RTL-Sturms von 1998: Craig Teeple (links) und Tim Leahy.Foto Baumann

Bietigheim-Bissingen. Von Profi-Eishockey war allerdings noch keine Rede, als sich Ende der 80er-Jahre der SC Bietigheim-Bissingen/Kornwestheim von Kornwestheim nach Bietigheim aufmachte und in der Ellental-Eishalle unter dem neuen Namen Schlittschuhclub Bietigheim-Bissingen in der Baden-Württemberg-Liga zu spielen. Der Zusatz Steelers rührte vom damaligen Hauptsponsor Ekatit-Edelstahl her.

Die Professionalisierung schritt rasch voran. Über die 1. Liga Süd glückte 1999 der Sprung in die 2. Bundesliga mit Trainer Tom Pokel und dem RTL-Sturm (Darren Ritchie, Craig Teeple und Tim Leahy), der die Fans mit geballter Offensivpower verzückte.

Erste Mannschaft in GmbH ausgelagert

2007 wurde die erste Mannschaft aus dem Verein in die Steelers GmbH ausgelagert und erstmals mit Michael Komma ein sportlicher Direktor eingesetzt, der zuvor auch schon als Steelers-Trainer hinter der Bande stand.

Die erste von bis jetzt fünf Zweitliga-Meisterschaften feierte Bietigheim 2009 in München, doch der mögliche DEL-Aufstieg (durch den Rückzug der Duisburger Füchse) scheiterte an der fehlenden Infrastruktur. Im Meisterteam von Trainer Christian Brittig stand auch der damals 24Jahre alte René Schoofs, der am vergangenen Samstag in Kassel Titel Nummer fünf feierte und inzwischen in mehr als 1000Profispielen für seinen Heimatclub auflief.

Mit Coach Kevin Gaudet, der 2011 kam, wurde eine neue Erfolgsära eingeläutet. Zweimal holte man sich den Pokalsieg (2012 und 2013), gleich dreimal wanderte der Meisterpokal ins Ellental (2013, 2015 und 2018). Allerdings fehlte die sportliche Verzahnung zwischen den beiden höchsten Ligen, so dass man in Bietigheim von der DEL weiter nur träumen durfte.

2013 öffnete sich zwar unerwartet eine Tür zur Eliteliga, weil die Hannover Scorpions aufgrund finanzieller Schwierigkeiten ihre Lizenz verkaufen wollten. Die Steelers als Zweitliga-Meister gingen aber schließlich leer aus, weil die im Play-off-Finale unterlegenen Schwenninger Wild Wings den Niedersachsen eine größere Summe boten und damit den Zuschlag erhielten.

Nicht zu vergessen auch noch die beiden Vizemeisterschaften 2014 und 2016. Vom Meisterteam 2018 standen in dieser Saison mit Benjamin Hüfner, Max Prommersberger, Norman Hauner, Matt McKnight, Alexander Preibisch, Rene Schoofs und Benjamin Zientek noch sieben Spieler bei den Steelers unter Vertrag.

Bremerhaven als positives Beispiel

Sollte Bietigheim die anstehende Lizenzprüfung für die DEL bestehen, wird eine kluge Personalpolitik gefragt sein, denn beim Etat wird man vermutlich im unteren Drittel der Liga angesiedelt sein. Als positives Beispiel könnte der frühere Steelers-Konkurrent Bremerhaven dienen, der 2016 die DEL-Lizenz der Hamburg Freezers übernahm und sich als krasser Außenseiter unter den etablierten Großstadtclubs wie München, Berlin oder Köln inzwischen zum Play-off-Teilnehmer gemausert hat. Mit Thomas Popiesch als Trainer, der seit fünf Jahren das Vertrauen des Clubs genießt. Vielleicht wird ja auch im Ellental mit Daniel Naud eine neue Erfolgsgeschichte geschrieben.

Autor: