Logo

Fußball

Amateurfußball: Kritik am Württembergischen Fußballverband wächst

Ümit Saygi löst in Schwieberdingen Murat Solmaz als Coach ab – In der Bezirksliga sind wegen des Totensonntags alle Spiele am Samstag – Kritik an Corona-Verordnungen

Spetim Muzliukaj. Foto: Baumann
Spetim Muzliukaj. Foto: Baumann

Ludwigsburg. In der Fußball-Bezirksliga, in der wegen des Totensonntags alle Spiele schon am Samstag anstehen, ist Trainer Murat Solmaz bei Schlusslicht TSV Schwieberdingen zurückgetreten. Mit Ümit Saygi hat man vor der Partie beim TSV Merklingen den bisherigen A-Jugend-Trainer zum Nachfolger befördert.

Sölmaz habe nach der Heimniederlage gegen den MTV Ludwigsburg gleich zu Wochenbeginn seinen Rücktritt eingereicht, erzählt Schwieberdingens Sportlicher Leiter Timo Balle und berichtet: „Er ließ uns wissen, der TSV sei sein Verein ist und er wolle alles dafür tun, damit wir versuchen, jede Chance zu nutzen, um die aktuelle Lage zu verbessern“. Am von ihm selbst vehement vertretenen Weg der „Beständigkeit und Konstanz“ ändere der Schritt von Vereinsurgestein Solmaz nichts, versichert Balle. „Deshalb holen wir jetzt auch keinen Feuerwehrmann, sondern haben mit Ümit Saygi den erfolgreichen Trainer unserer A-Jugend zum Nachfolger gemacht“, erklärt er. Schließlich wolle man weiterhin auf junge Eigengewächse setzen. Saygi, der als aktiver Spieler in Ditzingen, Münchingen und Heimerdingen war, leitete am Dienstag erstmals das Training.

Weiterhin offen ist hingegen die Planstelle des Trainers bei Drita Kosova Kornwestheim. „Bis zur Winterpause passiert da nichts. „Mein Onkel Safet Muzliukaj, mein Mitspieler Shaban Ismaili und ich übernehmen bis dahin“, sagt Drita-Routinier Spetim Muzliukaj, dessen Team es mit dem TSV Münchingen zu tun bekommt.

Ob man dabei vollzählig auflaufe, sei aufgrund der Corona-Alarmstufe, der zufolge nur noch Geimpfte, Genese oder PCR-Getestete Akteure am Spiel- und Trainingsbetrieb teilnehmen dürfen, fraglich. „Am Mittwoch mussten wir deshalb beim Training zwei Spieler ausschließen. Das macht so keinen Spaß“, erzählt Muzliukaj und schlägt vor: „Warum macht man jetzt nicht ein Break? Es fehlen doch nur vier Spieltage, bis eine Halbserie gewertet werden kann. Diese vier Spieltage könnte man doch im Frühjahr einschieben.

Daniel Brodbeck aus der Sportlichen Leitung des FV Löchgau, dessen Zweite schon um 12 Uhr am Samstag den AKV Ludwigsburg zu Gast hat, beklagt: „Man wird zu Dingen gezwungen, die im Widerspruch zu allem stehen, was den Amateurfußball ausmacht“. Aber auch die Suche nach Schlupflöchern, um die Verordnungen zu umgehen, sei längst im Gange: „Ich höre Geschichten, dass mancherorts in höheren Ligen die Spieler zu Vertragsspielern gemacht werden.“ Brodbeck findet: „Was der WFV veröffentlicht, entspricht für mich nicht immer dem, was vom Ministerium kommt“.

Autor: