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Fußball-Oberliga

Der Plan mit Grüttner geht voll auf

Der Neuzugang aus der zweiten Liga schlägt in Freiberg voll ein – nicht nur wegen seiner Tore, sondern auch der Erfahrung, die Marco Grüttner mitbringt.

Reißt seine Mitspieler mit: Kapitän und Anführer Marco Grüttner (Mitte) gemeinsam mit David Müller (links) und Dominik Salz.Foto: Baumann
Reißt seine Mitspieler mit: Kapitän und Anführer Marco Grüttner (Mitte) gemeinsam mit David Müller (links) und Dominik Salz. Foto: Baumann

Freiberg. Spitzenreiter SGV Freiberg empfängt in der Fußball-Oberliga am Samstag (14 Uhr) Verfolger FC Nöttingen. 08 Bissingen muss seinen zweiten Platz morgen (14 Uhr) beim FV Ravensburg verteidigen.

„Das wird ein Gradmesser“, meint SGV-Kapitän Marco Grüttner zum Duell gegen die Nöttinger, die der langjährige Freiberg-Coach und -Akteur Marcus Wenninger auf den dritten Rang geführt hat. Dass der SGV die Badener nach acht Siegen in Folge bereits als Tabellenführer empfängt, liegt nicht zuletzt an Grüttner selbst. In Bruchsal legte er am Mittwoch mit seinen zwei Treffern in der ersten Hälfte den Grundstein für den 2:0-Erfolg. Es war erneut ein Doppelpack, nachdem er erst am Samstag gegen den SV Linx doppelt getroffen hatte. Acht Saisontore hat der Torjäger bereits erzielt, in neun Partien.

Grüttner beweist seine Klasse

Die Idee ist im Fußballgeschäft nicht neu, einen reifen Akteur aus einer höheren Liga als Erfolgsgarant zu installieren. Allein: Schon oft ging sie schief. Das Niveau des Einzelnen gleicht sich schnell dem Grundlevel an. Bei Grüttner geht der Coup bis dato jedoch auf, er ist eine Klasse für sich, kann seine Qualität umsetzen. „Ich bin nicht da, um meine Karriere ausklingen zu lassen“, sagt er. Auch in der 85. Minute beim Stand von 6:0 läuft er noch unermüdlich die gegnerische Abwehr an. Mit fast 35 Jahren. „Er bringt die maximale Mentalität auf den Platz“, betont SGV-Trainer Evangelos Sbonias, „er ist ein echter Anführer, wenn er bis zum Schluss vorneweg peitscht, können die Jungen kaum einen Schritt weniger machen.“

Grüttner besticht derzeit nicht nur mit Antizipation und Torinstinkt. „Marco ist nicht nur als Fußballer für jeden Trainer Gold wert“, unterstreicht Sbonias, „wir sind ständig im Austausch, bei Themen wie etwa der Belastungssteuerung in Englischen Wochen ist mir seine Einschätzung wichtig.“ Der einstige Regensburger Zweitligaprofi bringt seine Erfahrungen auf dem Wasen voll ein. Auch im Umfeld als Sportlicher Leiter. Zusammen mit Sportdirektor Christian Werner war er bereits an der Kaderplanung beteiligt. „Es geht um eine ständige Professionalisierung“, erklärt Grüttner seine Aufgabe: „Im Stadion das Abschlusstraining machen zu können oder mit Fitnessstudios Kooperationen einzugehen, um den Jungs nach Spielen eine perfekte Regeneration zu ermöglichen.“ Details, die den Unterschied ausmachen können. Ganz so, wie die Qualität von Grüttner. „In Bruchsal musste ich bei einem Tor nur den Fuß hinhalten, beim ersten war die Flanke super“, sagt er bescheiden, „es geht nur im Team.“ Sbonias weiß jedoch, dass er für die engen Duelle mit seinem Spielführer einen echten Unterschiedspieler hat. Vielleicht kommt mit der Partie gegen den Dritten ein enges Duell. Gegen Nöttingen muss der Chefcoach weiter auf die Langzeitverletzten Kutlu, Grupp und Klauß verzichten, auf Johnathan Zinram hofft er jedoch bereits wieder.

Der FSV 08 Bissingen nutzte die Niederlage der Stuttgarter Kickers am Mittwoch in Göppingen sofort: Die Mannschaft sprang mit dem knappen 1:0-Heimsieg über die Sportfreunde Dorfmerkingen auf Platz zwei. Die Mannschaft von 08-Coach Alfonso Garcia trifft in Ravensburg auf ein ungeschlagenes Team, das mit zwei Partien im Rückstand auf Rang neun steht.

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