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Fußball-Landesliga
Favoritenrollen in der Fußball-Landesliga klar verteilt

Kommt mit der Empfehlung von 29 Saisontoren nach Heimerdingen: Haris Gudzevic (rechts). Foto: Baumann
Kommt mit der Empfehlung von 29 Saisontoren nach Heimerdingen: Haris Gudzevic (rechts). Foto: Baumann
Mit fünf Teams ist der Kreis Ludwigsburg in der am 6. August beginnenden neuen Saison der Fußball-Landesliga vertreten. Während der FV Löchgau und der TSV Heimerdingen zum Favoritenkreis zählen, peilen Germania Bietigheim und der VfB Neckarrems einstellige Tabellenplätze an. Für Aufsteiger Croatia Bietigheim geht es dagegen nur um den Klassenerhalt.

Ludwigsburg. In einem Punkt sind sich die Coaches aller Kreisteams aber einig. Topfavorit ist der Vorjahresdritte Türkspor Neckarsulm, der sich noch einmal erheblich verstärkte. „Ich kenne all ihre Spieler – aber aus zwei bis drei Spielklassen höher“, sagt etwa Germania-Trainer Holger Ludwig, und sein Neckarremser Kollege Sebastian Rief ergänzt: „Sie können sich eigentlich nur selbst ein Bein stellen“. Viel Übereinstimmung herrscht auch in Sachen erweiterter Favoritenkreis: Die Verbandsligaabsteiger TSV Heimerdingen und TSV Crailsheim, der vom früheren Bissinger Andreas Lechner trainierte Aufsteiger VfR Heilbronn sowie der Vorjahreszweite aus Löchgau werden durchgehend genannt.

FV Löchgau will wieder vorne mitspielen

„Natürlich wollen wir wieder vorne mitspielen. Aber die Konkurrenz ist sicher nicht schwächer geworden“, sagt dessen Coach Thomas Herbst. Überschaubar sind die Veränderungen in seinem Kader: Lediglich Wycliff Yeboah (1. CfR Pforzheim) ging, neu hinzugekommen sind Rückkehrer Terry Offei (Heimerdingen) und der aus der eigenen Jugend hochgezogene Teseo Gasparro. Zudem stoßen drei Langzeitverletzte wieder hinzu, darunter mit Tyrone Reyinger und Emanuel Apler zwei oberligaerfahrene Verteidiger. „Wir sind eingespielt und fangen nicht bei null an“, setzt Herbst ganz auf Kontinuität.

Ambitioniert geht man auch bei Verbandsligaabsteiger TSV Heimerdingen in die Saison. „Unter die ersten drei“, lautet die Zielsetzung von Trainer Daniel Riffert, in dessen Kader ordentlich durchgelüftet wurde. Nur 13 Akteure sind geblieben, darunter jedoch alle Schlüsselspieler. Bekanntester der elf Neuen ist zweifellos der Ex-Neckarremser Lars Ruckh. „Ein Glücksfall für uns. Er geht voran und zieht die Jüngeren mit“, freut sich Riffert über den vielseitigen Charakterkopf. Auch die mit Ruckh vom SC Stammheim gekommenen Jens Peringer und Stefan Schlick sollten sofort weiterhelfen. Entlastung für Torjäger Michele Ancona verspricht Haris Gudzevic, der im Vorjahr für den SV Gebersheim in der Bezirksliga 29 Tore erzielte.

Einen ähnlich großen Umbruch hat Mitabsteiger VfB Neckarrems vorgenommen. Spielertrainer Sebastian Rief ist aber deutlich zurückhaltender als sein Kollege Riffert, schließlich gilt es nach über einem Jahrzehnt in der Verbandsliga und dem doch sehr klaren Abstieg, erst einmal wieder festen Boden unter den Füßen zu gewinnen: „Platz sechs bis neun“, peilt Rief an und fügt an: „Für mehr müsste einfach alles passen.“ Mit Daniel Ntarok, Max Stumm und Marcel Potocnik kam ein talentiertes, aber bereits landesligaerprobtes Trio vom TV Pflugfelden, zudem sollten sich auch Martin Kuchtanin und Ciro Palmieri (beide zuletzt MTV Ludwigsburg) schnell am Hummelberg zurechtfinden.

„Einen einstelligen Tabellenplatz“ hat sich Holger Ludwig mit Germania Bietigheim zum Ziel gesetzt, obwohl er die Liga „als einen Tick stärker als letzte Saison“ einschätzt. Die gute Rückrunde des Vorjahreselften habe aber gezeigt, „dass wir mit allen mithalten können“. Abgängen wie Fisnik Rama und Ali Parhizi stehen fünf Neuzugänge gegenüber, von denen Ludwigs Lehrerkollege Marc Bitzer der bekannteste ist: Der variable Zentrumsspieler gehörte zuletzt bei Oberligist TSG Backnang zum Stamm. Die jungen Angreifer Manuel Wörner und Anton Lendl, beide in Löchgau ausgebildet, Haluk Senol (Mittelfeld, SpVgg Besigheim) und Keeper Valentin Köhl (TSV Schwieberdingen) komplettieren die Liste.

Zwölf Neue bei Croatia Bietigheim

Den Klassenerhalt macht man sich, wie es sich für einen Aufsteiger gehört, bei Croatia Bietigheim zur Aufgabe. Dabei sollen zwölf Neuzugänge helfen, wobei Croatia entgegen mancher Vorurteile aus der Vergangenheit mitnichten für viel Geld fertige Spieler verpflichtet hat. „Erfahrung und Qualität sind schließlich da. Wir wollten junge Spieler holen und haben den Fokus auf die Abwehr gelegt“, erklärt der ebenfalls neue Coach Daniel Zmpitas. Von den Zugängen hat lediglich Angreifer Rama (Germania) schon einen gewissen Namen, zudem sind die Brüder Nektarios und Vasilios Tsouloulis (beide FSV 08 Bissingen II) zumindest auf Bezirksebene ein Begriff. Keeper Marco Kolb (TSV Heimsheim) und die beiden aus der FVL-Jugend gekommenen Talente Mladen Panic und Danny Marosevic könnten zudem feste Größen werden.