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Grüttner schnuppert mit Jahn Heimatluft

Der Spielführer der Regensburger tritt am Samstag beim VfB Stuttgart an – Rückkehr zum SGV Freiberg steht bevor

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Zurück in der Heimat: Marco Grüttner. Foto: Eibner
Zurück in der Heimat: Marco Grüttner. Foto: Eibner

Ludwigsburg. Nach dem Abstieg mit dem VfB Stuttgart II in die Fußball-Regionalliga 2016 verließ Marco Grüttner die Landeshauptstadt, am morgigen Samstag (13 Uhr/Sky) läuft der in Ludwigsburg geborene Kapitän des SSV Jahn Regensburg vor knapp 60 000 Zuschauern beim Aufstiegskandidaten VfB Stuttgart in der 2. Bundesliga auf.

Nach dem Durchmarsch mit Jahn von der Regionalliga in die 2. Liga hat der Kapitän in zweieinhalb Jahren im Unterhaus schon ein paar Coups gelandet: In der vergangenen Runde schoss er mit dem Jahn den ruhmreichen Hamburger SV mit 5:0 aus dem eigenen Volksparkstadion. Zwölf Saisontore erzielte er insgesamt. In der Zweitligarunde davor waren es sogar 13. In der aktuellen Spielzeit steht er selbst bei sechs Treffern.

Aderlass gut weggesteckt

„Wir hatten im vergangenen Sommer einen sehr großen Aderlass“, macht der Jahn-Spielführer auf einen radikalen Umbruch aufmerksam. Unter anderem wechselte Stürmer Hamadi Al Ghaddioui zum morgigen Gegner VfB. „Von der Punkteausbeute stehen wir dieses Jahr aber dennoch so gut da wie noch nie zu diesem Zeitpunkt der Saison.“ Sein persönlicher Saisonhöhepunkt könnte jedoch der Samstag werden: Knapp 50 Tickets hat er für seine Verwandten und Bekannten besorgt. Seine Frau und beide Kinder werden vor Ort sein, die Eltern werden aus Erdmannhausen anreisen, die Schwiegereltern aus Kornwestheim, genau wie die ganze Familie und viele Freunde und Bekannte aus dem Umkreis, einstige Mitschüler aus seiner Zeit am Ludwigsburger Otto-Hahn-Gymnasium und ehemalige Mitspieler von seinen früheren Stationen: SGV Freiberg, TSV Schwieberdingen, Sonnenhof Großaspach, VfR Aalen, Stuttgarter Kickers und VfB Stuttgart II. „Das wird ein Riesenerlebnis“, fiebert der Mittelstürmer dem Anstoß entgegen, „in erster Linie wollen wir als Team drei Punkte holen, ein eigenes Tor wäre aber natürlich das I-Tüpfelchen.“

Am Samstag kommt er in die Heimat, um mit seinen Teamkollegen den VfB zu ärgern – seit Herbst vergangen Jahres steht bereits fest, dass er ab Sommer wieder mit seiner Familie in der Region leben wird. In Affalterbach hat Grüttner ein Haus, in das er ziehen möchte.

Nach dem Aufstieg mit den Stuttgarter Kickers in die 3. Liga im Jahre 2012 legte er einst im gesetzten Alter von damals 27 Jahren noch eine formidable Profikarriere hin. Nach vier Spielzeiten in Regensburg möchte er nun die Karriere in der Heimat ausklingen lassen.

Das hatte er bereits im Herbst angekündigt. „Der Jahn hat mir eine Vertragsverlängerung angeboten“, betont Grüttner, „familiär bedingt möchten wir aber wieder in die Heimat, meine Frau fängt ab September als Lehrerin an, da brauchen wir für unsere zwei Kinder die Großeltern vor Ort.“ Kicken möchte er dennoch weiterhin, wenn auch nicht mehr in der 2. Bundesliga. „Es ist noch kein Vertrag für kommende Saison unterschrieben“, sagte Wolfgang Riegger auf Anfrage unserer Zeitung. Der Ludwigsburger Anwalt ist Grüttners Berater. Nach Informationen unserer Zeitung ist eine Rückkehr zum abstiegsbedrohten Oberligisten SGV Freiberg aber bereits beschlossene Sache. Sowohl Grüttner als auch sein Berater wollten das nicht kommentieren.

Praktikum auf Geschäftsstelle

Aktuell schnuppert der Erdmannhausener bereits in der Regensburger Geschäftsstelle in die Fußballbereiche jenseits des Spielfeldes hinein, wie einst in seiner Zeit beim VfB II. Eine Tätigkeit im Vereinsmanagment peilt er als berufliches Ziel nach der Karriere an.

In Stuttgart schwärmte er damals von den außergewöhnlichen Fähigkeiten der Profi-Kicker wie etwa Vedad Ibisevic, wenn er als VfB II-Akteur ab und an in den Genuss eines gemeinsamen Trainings mit der Elitetruppe kam. Am Samstag begegnet Marco Grüttner seinem Ex-Verein auf Augenhöhe.

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