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Amateurfußball
Spielabsetzung des Fußballbezirks Enz/Murr erfreut nicht alle Clubs

Schnee auf den Plätzen der Region. Foto: bm
Schnee auf den Plätzen der Region. Foto: bm
Wegen des Wintereinbruchs fielen am Wochenende alle Fußballspiele im Bezirk Enz-Murr aus. Angesichts deutlicher Plusgrade gestern und einem nach zahlreichen Coronaausfällen ganz engen Spielplan kam die Entscheidung des Bezirksvorstands doch für manchen überraschend.

Ludwigsburg.. „Auf unserem Kunstrasen hätte man sicher spielen können. Viele unserer Spieler ärgert die Absage daher“, berichtete gestern etwa Frank Schneider, der Sportliche Leiter von Bezirksligist TV Aldingen.

Sein Schwieberdinger Kollege Timo Balle meldete Ähnliches: „Als ich mir den Platz am frühen Sonntagnachmittag anschaute, war er zwar noch zu einem Drittel mit Schnee bedeckt. Hätten sich zwei Mannschaften eine halbe Stunde lang darauf aufgewärmt, wäre es aber wohl gegangen“, sagt er.

Keine Chance in Hessigheim

„Unsere Plätze liegen halb im Wald. ‚Unmöglich‘, hat mir unser Platzwart am Samstag gesagt“, lässt hingegen Abteilungsleiter Marijo Martincic vom MTV Ludwigsburg wissen. Beim TASV Hessigheim waren die Würfel sogar schon vor der Generalabsage gefallen: „Wir hatten dem Verband längst mitgeteilt, dass bei uns nichts geht. Aber wir haben eben auch keinen Kunstrasen“, erzählt TASV-Abteilungsleiter Benjamin Osswald.

Bezirk gibt Entwarnung

Damit benennt er einen wichtigen Faktor. Ingo Ernst, der Bezirksvorsitzende Enz-Murr, erklärt: „Am Samstag, als wir diese Entscheidung trafen, war sie angesichts der Wetterprognose alternativlos. Aus Löchgau wurden mir etwa 15 Zentimeter Neuschnee gemeldet. Rund um Ludwigsburg, wo es viele Kunstrasenplätze gibt, wären dann am Sonntag vielleicht doch viele Spiele möglich gewesen. In der Leonberger oder Vaihinger Gegend, wo viele Vereine auf Naturrasen spielen, hätte es aber anders ausgesehen.“

Dabei hatte man im Bezirksvorstand vor allem die Lage der kleineren Vereine im Blick: „Die Alternative wäre gewesen, die Schiedsrichter anreisen zu lassen und sie nach einer Platzbegehung entscheiden zu lassen. Bei jeder dann getroffenen Absage hätten die Vereine aber die kompletten Schiedsrichterkosten übernehmen müssen“, führt Ernst aus. Was die Terminplanung angeht, sei man „natürlich in der Bredouille“ aufgrund der vielen Nachholspiele. „Aber das bekommen wir hin. Die meisten Partien sind längst neu angesetzt“, gibt Ernst Entwarnung.

Also alles halb so wild, wären da nicht die vielen Brötchen des TV Aldingen. „400 Stück hatten wir für Sonntag bestellt und saßen dann plötzlich auf denen“, erzählt Frank Schneider. Doch auch diese Geschichte ging dann gestern noch gut aus: „Nebenan gibt es schließlich ein Flüchtlingsheim“, schmunzelt Schneider.