Logo

Fußball-Bezirksliga
Theater beim Derby zwischen AKV Ludwigsburg und Drita Kornwestheim

In eine Auseinandersetzung verwickelt: AKV-Co-Trainer Driton Ferati.Foto: Baumann
In eine Auseinandersetzung verwickelt: AKV-Co-Trainer Driton Ferati.Foto: Baumann
Schon wieder ist es im Zuge eines Fußballspieles zu unschönen Szenen gekommen. Die Bezirksliga-Partie zwischen dem AKV Ludwigsburg und Drita Kosova Kornwestheim wurde zur Halbzeit abgebrochen, weil Drita nach einer Auseinandersetzung nicht mehr weiterspielen wollte. Der Bezirk sieht einen alarmierenden Trend.

Ludwigsburg. Der Ball ist rund und ein Spiel dauert 90 Minuten – Sepp Herbergers Fußballweisheiten schienen bislang unumstößlich. Bei den 90 Minuten kann man sich aber offenbar nicht mehr so sicher sein.

Denn am Mittwoch endete das kosovo-albanische Derby in der Fußball-Bezirksliga zwischen dem AKV Ludwigsburg und Drita Kosova Kornwestheim schon nach 45 Minuten, da Drita zur zweiten Halbzeit nicht mehr antrat. 1:1 stand es zu diesem Zeitpunkt. „Es war besser so, denn es hätte kein gutes Ende genommen. Schießen wir das 2:1, wäre es vielleicht zur Massenschlägerei gekommen. Dass es nun vielleicht als Niederlage für uns gewertet wird, war einkalkuliert“, begründet Drita-Spielertrainer Spetim Muzliukaj.

Intensives Derby

Was war also passiert? Vorweg: Am Schiedsrichter lag es nicht. Zwar sei es ein intensives Derby gewesen, aber der Unparteiische habe „alles im Griff gehabt“, dies bestätigen Muzliukaj und AKV-Vorstand Rifat Tolaj einmütig. Als man sich jedoch nach abgepfiffener erster Hälfte auf dem Weg in die Kabine befand, kam es zu einem Wortgefecht zwischen AKV-Co-Trainer Driton Ferati und Drita-Torhüter Arif Türkmen. „Unser Co-Trainer hat ihn zur Rede gestellt, mir aber versichert, ihn nicht berührt zu haben“, berichtet Tolaj.

Dem widerspricht Muzliukaj energisch: „Er hat Türkmen am Hals gepackt. Dann haben ich und unsere Spieler natürlich unseren Torwart beschützt“, schildert er seine Wahrnehmung. Schubsereien folgten und auch AKV-Anhänger kamen hinzu, mischten sich ein und es fielen Beleidigungen. „Einige Zuschauer sind auf uns losgegangen. Die waren nicht mehr zu beruhigen“, empört sich Muzliukaj. Tolaj sagt hingegen: „Es waren doch nur zwei Leute beteiligt. Natürlich sind da Zuschauer hinzugekommen und haben geschrien, aber die Situation war doch längst wieder unter Kontrolle.“ Handfeste Schläge, so beide Parteien übereinstimmend, habe es nicht gegeben.

Da der Unparteiische die Halbzeit auf dem Platz verbrachte, vermerkte er in seinem Bericht nur Dritas Nichtantritt. „Er hat nichts gesehen und wollte weiterspielen lassen“, erklärt Ingo Ernst, der Vorsitzende des Fußball-Bezirks und geht daher davon aus, „dass das Spiel als Sieg für den AKV gewertet wird“.

Zum vierten Mal binnen weniger Wochen endete damit im Bezirk ein Spiel vorzeitig: Zunächst war Croatia Bietigheim in Bissingen freiwillig vom Platz gegangen, dann folgte Ähnliches bei den Kreisligapartien zwischen dem TSV Grünbühl und dem GSV Höpfigheim sowie dem SKV Eglosheim und dem TV Neckarweihingen. „Die Sportgerichtsbarkeit wird sich jetzt sicher Gedanken machen, wie man diesem Trend entgegenwirken kann“, ist Ernst überzeugt.

Andere Partien zu Ende gespielt

Zu Ende gespielt wurden die übrigen Nachholspiele: Dabei verbuchte der MTV Ludwigsburg beim 2:2 in Merklingen einen Achtungserfolg, während sich der TASV Hessigheim und der SV Gebersheim torlos trennten. Mit einem 4:2-Auswärtssieg beendete der TSV Münchingen die Erfolgsserie des TSV Benningen, während der TSV Schwieberdingen im Abstiegskampf mit dem 3:4 gegen den FV Löchgau II, bei dem ab Sommer Fabrizio D’Amario neuer Trainer wird, einen Rückschlag erlitt.

Am Sonntag spielen dann: Drita Kosova Kornwestheim – TSV Heimsheim (12 Uhr), Croatia Bietigheim – MTV Ludwigsburg, TSV Münchingen – TSV Schwieberdingen, AKV Ludwigsburg – TASV Hessigheim, FSV 08 Bissingen II – TSV Höfingen, TSV Benningen – FV Löchgau II, SKV Rutesheim II – TV Aldingen (16 Uhr).