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Fußball-Oberliga

Toth: Erst siegen, dann reinfeiern

In einem vorgezogenen Duell in der Fußball-Oberliga treffen mit dem FSV 08 Bietigheim-Bissingen und dem FC Nöttingen am heutigen Freitag (19 Uhr) zwei offensivstarke Teams am Bruchwald aufeinander. Auch auf den SGV Freiberg wartet beim 1. CfR Pforzheim eine ganz harte Nuss.

Intelligenter Fußballer und Hobby-Spikeball-Spieler: Bissingens Yannick Toth. Foto: Baumann
Intelligenter Fußballer und Hobby-Spikeball-Spieler: Bissingens Yannick Toth. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen/Freiberg. Beim Fußball-Oberligisten FSV 08 Bietigheim-Bissingen ist Yannick Toth als Führungsspieler im zentralen Mittelfeld gesetzt. „Er ist unsere Schaltzentrale und ein sehr hoch verlangter und sehr intelligenter Spieler“, lobt ihn sein Trainer Markus Lang vor dem Duell mit dem FC Nöttingen heute Abend (19 Uhr).

Der bei seinem Heimatverein SpVgg Weil im Schönbuch und dem SV Böblingen ausgebildete Toth kam vor fünf Jahren als 18-Jähriger nach Bissingen. Dabei wäre der Wechsel beinahe aus zwei Gründen nicht zustande gekommen. Ausgerechnet als der Sportliche Leiter Oliver Dense und der damalige Coach Alfonso Garcia ihn beobachten wollten, fehlte er krankheitsbedingt. Nach der Absolvierung zweier Probetrainings wurde er doch unter Vertrag genommen. Im anschließenden Trainingslager der Bissinger erhielt er dann aber einen Anruf vom FC Bayern München II und die Einladung, vorzuspielen. „Das war eine coole Erfahrung, zwischenmenschlich herrscht dort aber eine Ich-Kultur“, erklärt Toth, der dem gescheiterten Wechsel nicht nachtrauert und sich bei Nullacht richtig wohlfühlt. „Bei uns ist es wie eine Familie, ich kann mit meinen Freunden kicken“, sagt Toth.

In seiner Premierensaison musste er zunächst einiges verkraften. Er zog sich zwei Meniskusrisse zu. Haperte es in seiner Anfangszeit folglich noch mit dem Toreschießen, so ist er mittlerweile auf den Geschmack gekommen und übernimmt zusammen mit Konstantinos Markopoulos auch die Verantwortung, die Elfmeter zu schießen. In den 24 Begegnungen der abgebrochenen Vorsaison und der laufenden Runde hat er bereits zehnmal getroffen.

Seinen Bachelor in Wirtschaftswissenschaften an der Universität Stuttgart hat er im März erfolgreich abgeschlossen und sich für das folgende Masterstudium eingeschrieben. Zur Überbrückung hat er eine Werkstudentenstelle angenommen. Auch privat ist er an jeglichem Sport interessiert. Zusammen mit seiner Freundin Eva, die in der 3. Liga Volleyball spielt, nutzt er die freie Zeit, um mit ihr Beachvolleyball und Spikeball auszuüben. Gespielt wird die aus den USA stammende Trendsportart Spikeball, die dem Volleyball ähnelt, mit einem weichen gelben Ball und einem Trampolin als Netz in der Mitte. Es stehen sich dabei zwei Zweierteams gegenüber.

Beim heutigen Gegner FC Nöttingen musste nach dem Fehlstart mit nur einem Sieg aus den ersten fünf Partien Trainer Marcus Wenninger gehen. Mit der Rückkehr von Ex-Profi Michael Wittwer auf den Chefsessel kam auch der Erfolg zurück. Dem TSV Ilshofen (6:0) und dem 1. FC Bruchsal (6:1) wurde zuletzt jeweils ein halbes Dutzend eingeschenkt. Aber auch der FSV als torhungrigstes Team der Liga (29 Saisontore) feierte in der Vorwoche einen 6:0-Sieg beim FV Lörrach-Brombach. „Wir brauchen uns nicht zu stecken, die Automatismen greifen immer besser“, meint Lang.

Freiberg gegen Geheimfavoriten

Vor allem bei den Standardsituationen und im Umschaltspiel der Gäste muss sein Team auf der Hut sein. Bis auf Duc Thanh Ngo, der sich im Aufbautraining befindet, kann er aus dem Vollen schöpfen. „Ich will auf jeden Fall gewinnen und dann mit der Mannschaft reinfeiern“, sagt Toth, der am morgigen Samstag 24 Jahre alt wird.

Die Freiberger wollen auch in Pforzheim am morgigen Samstag (14 Uhr) ihren Angriff auf die Tabellenspitze weiter fortsetzen. Beide Mannschaften stehen punktgleich auf den Plätzen drei und fünf, wobei der SGV noch das Nachholspiel gegen den SV Linx am kommenden Mittwoch in der Hinterhand hat.

„Ich habe Pforzheim vor der Saison als einen der Geheimfavoriten gezählt. Das ist eine junge Truppe, die mit Ehrgeiz und Tempo spielt“, sagt Freibergs Trainer Evangelos Sbonias.

Die letzten vier Ligapartien konnte der CfR alle für sich entscheiden, unter anderem wurden die Stuttgarter Kickers mit 1:0 besiegt. Dagegen flog Pforzheim überraschend am Dienstag gegen den Ligakonkurrenten 1. FC Bruchsal im Elfmeterschießen aus dem Badischen Pokal. Torjäger Dominik Salz kehrt nach abgesessener Sperre gegen seinen Ex-Verein wieder zurück. „Wenn wir unsere PS auf den Platz bringen, dann wird es schwer, uns zu schlagen“, ist sich Sbonias sicher.

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