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Interview

Wiedersehen mit der alten Heimat

Wenn heute um 15.30 Uhr im Max-Morlock-Stadion in Nürnberg die Bundesligapartie gegen den VfB Stuttgart angepfiffen wird, ist es für Linksverteidiger Tim Leibold ein ganz besonderes Spiel: Der Ludwigsburger trifft mit dem Club auf seinen Ex-Verein aus dem Schwabenland.

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Ludwigsburg. Zum ersten Mal in seiner Karriere tritt Tim Leibold gegen den VfB Stuttgart und somit gegen seine alte Heimat an. In der Saison 2016/2017 – als beide Mannschaften in der 2. Liga spielten – verpasste er die Partien. Nun kann er den VfB, für dessen zweite Mannschaft er bis 2015 kickte, noch weiter in die Krise stürzen.

Was erwarten Sie für ein Spiel gegen den VfB Stuttgart?

TIM LEIBOLD: Das wird natürlich eine besondere Partie für mich. Es gibt noch viel, was ich mit Stuttgart verbinde. Meine Familie lebt in Ludwigsburg, viele Freunde sind VfB-Fans. Die drücken in diesem Fall aber sicherlich beiden Mannschaften die Daumen.

Mussten Sie viele Karten für Freunde aus Stuttgart organisieren?

Ja, aus der alten Heimat werden viele im Stadion sein. Die meisten von ihnen sind als VfB-Fans aufgewachsen. Dennoch würden sie sich, denke ich, freuen, wenn wir das Spiel gewinnen.

Der VfB steckt aktuell in einer Krise. Verfolgen Sie die Situation?

Natürlich verfolge ich die Situation. Das mache ich immer. Egal, auf welchem Platz sie stehen. Es ist momentan nicht einfach für den VfB. Vor der Saison haben sie sich viel erhofft, nun sogar schon einen Trainerwechsel hinter sich.

Wie lautet die Marschroute für das Spiel gegen Stuttgart?

Wir wollen auf jeden Fall sicher stehen und es vermeiden, in Rückstand zu geraten. Das ist uns in dieser Saison schon zu oft passiert. Es gilt, Stuttgart hoch anzulaufen und sie so zu Fehlern zu zwingen. Denn in ihrer aktuellen Situation strotzt die Mannschaft sicher nicht vor Selbstvertrauen.

Was verbindet Sie noch mit Ihrer alten Heimat, speziell mit Ludwigsburg?

Meine Familie wohnt in Oßweil und wird vermutlich auch immer dort wohnen bleiben. Von daher verbinde ich noch sehr viel mit Ludwigsburg. Wenn wir vom Club freie Tage bekommen, dann versuche ich, so viel Zeit wie möglich bei meiner Familie zu verbringen. Von daher bin ich des Öfteren in Ludwigsburg.

Gibt es noch Kontakt zu Ihrem alten Club, dem SGV Freiberg?

Leider habe ich schon lange kein Spiel mehr von Freiberg gesehen. Vielleicht bekomme ich das in Zukunft mal hin. Kontakt habe ich noch zu dem ein oder anderen damaligen Mitspieler. Auch mit Ramon Gehrmann, meinem ehemaligen Trainer, schicke ich hin und wieder kurze Nachrichten hin und her.

Sie interessieren sich auch für Basketball. Sind die MHP-Riesen ein Thema für Sie?

Als ich noch beim VfB gespielt habe, waren die Riesen ein großes Thema. Ich war zu dieser Zeit auch häufig mit meinem Bruder Steffen bei den Spielen. Jetzt ist das allerdings nicht mehr so. Ehrlich gesagt habe ich ihre Spiele in letzter Zeit nicht mehr wirklich verfolgt. Aber mein Bruder hält mich auf dem Laufenden.

Sie haben in der letzten Saison den Aufstieg mit dem Club geschafft und nun erste Erfahrungen in der Bundesliga gesammelt. Was unterscheidet die Bundesliga von der 2. Liga?

Die individuelle Qualität der einzelnen Spieler ist in der Bundesliga viel größer. Da wird jeder Fehler sofort bestraft. Vergangene Saison hatten wir viel Ballbesitz, nun fehlt uns ein bisschen die Erfahrung. Es ist ein stetiger Lernprozess.

Wo sehen Sie Ihre Stärken?

In der 2. Liga hätte ich gesagt, dass es definitiv mein Drang nach vorne ist. In der Bundesliga sind diese Ausflüge deutlich weniger geworden. Das Umschaltspiel würde ich als meine Stärke bezeichnen, die Schnelligkeit und von hinten heraus Druck zu machen. In meinem Zweikampfverhalten bin ich hingegen oft noch zu Grün hinter den Ohren.

Was sind Ihre mittelfristigen Ziele?

Zuerst einmal möchte ich gesund bleiben. Ich achte sehr auf meinen Körper und meine Ernährung. Ziel mit dem Club ist natürlich der Klassenerhalt. Ich fühle mich pudelwohl in Nürnberg. Aber Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft. Was in Zukunft noch alles kommt, weiß ich nicht. Das weiß niemand.