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Handball

3.Liga pausiert bis Januar

Möglingen und SV Kornwestheim befürworten Spielunterbrechung – Wie es weitergeht, ist offen

DHB-Vorstandschef Mark Schober.Foto: Becker/dpa
DHB-Vorstandschef Mark Schober. Foto: Becker/dpa

Möglingen/Kornwestheim. Der Deutsche Handballbund (DHB) setzt den Spielbetrieb in der 3.Liga sowie der Jugend-Bundesliga bis Ende des Jahres aus. Eine Wiederaufnahme sei derzeit für das Wochenende ab dem 9.Januar geplant, sofern die weitere Entwicklung der Coronapandemie dies zulasse, teilte der DHB gestern mit. Für den SV Salamander Kornwestheim in der 3.Liga Süd der Männer und den TV Möglingen in der 3.Liga Südwest der Frauen steht nun also erst mal eine Spielpause an.

Von den zahlreichen Frauen- und Männermannschaften der 3.Liga habe derzeit ein Drittel keine Erlaubnis, weiter zu trainieren. Etwa die Hälfte von ihnen dürfe den Spielbetrieb aktuell auch ohne Zuschauer nicht wieder aufnehmen. Insgesamt ergebe sich daher für die 3.Liga ein „heterogenes Bild“, auch was die Einordnung als Amateur- oder Profisport betreffe, hieß es vom DHB.

„Unabhängig von der formalen Einordnung als Profi- oder Amateursport kämpfen wir für alle Mannschaften auf politischer Ebene darum, dass sie trainieren können, wenn sie dies tun wollen“, sagte der aus Möglingen stammende DHB-Vorstandschef Mark Schober. In den kommenden Wochen soll darüber beraten werden, wie die Saison fortgesetzt werden kann.

„Es ist gut, dass man das aussetzt und sich die Zeit nimmt alles zu prüfen und gleichzeitig einen Termin setzt, auf den man hintrainieren kann“, sagte Andreas Postl, Abteilungsleiter des Drittligisten SVKornwestheim. Dennoch leidet der SVK. Ohne Heimspiele fehlen Einnahmen – und das in einem Jahr, indem auch weitere Umsatzbringer wie Stadtfeste oder andere Veranstaltungen größtenteils ausfielen. „Das verschärft die finanzielle Situation ungemein, aber es ist nicht lebensbedrohlich“, betonte Postl. „Wir sind sehr stark von Zuschauereinnahmen abhängig. Spielbetrieb ist für uns eigentlich nur mit Zuschauern in der Halle sinnvoll.“ Der Verein habe deshalb die staatlichen Coronahilfen für Proficlubs beantragt.

In vier Wochen wollen sich die Drittligavereine erneut mit dem DHB absprechen. Angesichts von 18 Teams in der Südstaffel herrscht Terminnot, die meisten Teams haben gerade einmal drei bis fünf Spiele absolviert. „Die Rückrunde ist vom Tisch, das werden wir nicht mehr packen“, befürchtet Postl. „Eine Alternative wäre, dass nur die Hinrunde zählt. Auch anschließende Play-offs wären denkbar.“ Bis es weitergeht, beschränkt sich das Drittliga-Team des SVK aufs Training.

Bei den Frauen sind die Staffeln kleiner. Der Termindruck ist deshalb geringer. In der Staffel Südwest, in der Möglingen antritt, spielen zwölf Teams. „Die Hinrunde soll auf jeden Fall fertig gespielt werden. Dann wird entscheidend sein, ob im Januar gespielt werden kann“, sagte Stephanie Bermanseder, Abteilungsleiterin des TVM. Die Zeit bis wieder gespielt werden kann, wollen die Möglingerinnen mit Trainingseinheiten überbrücken. „Wir können dank unserer Kommune trainieren. Das können wir jetzt auch nutzen, um die Spielerinnen individuell zu fördern“, sieht Bermanseder auch Vorteile an der Spielpause. Dennoch betonte sie: „Wir hätten sehr gerne weitergespielt, aber da die Rahmenbedingungen innerhalb der 3.Liga so unterschiedlich sind, hätte das keinen Sinn ergeben.“

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