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2. Handball-Bundesliga

Bietigheim belohnt sich nicht

Dramatische Schlussphase in der Viadukthalle: Die SG BBM Bietigheim hat ihr Heimspiel gegen den HC Elbflorenz gestern Abend knapp mit 28:29 verloren. Es war die erste Niederlage des Handball -Zweitligisten seit der WM-Pause.

Nicht für die Aufholjagd belohnt: Jan Asmuth und die SG BBM Bietigheim.Foto: Baumann
Nicht für die Aufholjagd belohnt: Jan Asmuth und die SG BBM Bietigheim. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Sechs Sekunden standen noch auf der Uhr, als der HC Elbflorenz beim Stand von 28:28 einen Siebenmeter zugesprochen bekam. Und Nils Kretschmer traf. Für die SG BBM Bietigheim war es in der 2. Handball-Bundesliga die erste Niederlage seit der WM-Pause nach zuletzt vier Siegen in Folge. „Wir haben zu lange Phasen gehabt, in denen uns die Aggressivität gefehlt hat, wo wir zu statisch waren“, sagte SG-Trainer Hannes Jón Jónsson nach dem Spiel. „Aber dann hat die Mannschaft Moral, Charakter und Qualität gezeigt.“

Kein guter Tag für die Torhüter

Die SG legte gut los und erarbeitete sich durch zielstrebige Angriffe eine Führung. In der dritten Minute traf Jan Asmuth zum 3:1, Jonas Link legte kurz darauf zum 4:1 nach. Dank einer folgenden Überzahl hätte Bietigheim sogar davonziehen können. Doch stattdessen gerieten die Gastgeber völlig aus dem Konzept. Innerhalb von wenigen Minuten glich Dresden aus (4:4, 10.Minute). Im Angriff fehlte es an Konzentration und Ernsthaftigkeit. Patrick Rentschler entschied sich zweimal für einen Heber, beide Male landete der Ball an der Latte.

Noch schlimmer sah es in der Abwehr aus. Bietigheim war im Eins-gegen-Eins nahezu chancenlos und überließ den Gästen viel zu einfach das Feld. Auch die Torhüter der Bietigheimer erwischten keinen guten Tag. Weder Aron Edvardsson noch Nick Lehmann konnte zunächst Impulse setzen. In der 24. Minute schoss Julian Dierberg so für die Gäste zum 13:9 ein. Bis zur Halbzeit fingen sich die Schwaben zumindest wieder in der Offensive, doch die Abwehr blieb ein Problem. 17 Tore kassierte die SG bis zur Pause (14:17).

Wer hier auf Besserung der SG hoffte, wurde zunächst enttäuscht. Dresden – offensiv wie defensiv deutlich beweglicher als die SG BBM – setzte sich bis zur 37. Minute bis auf sechs Tore ab (15:21). „Härter, härter werden“, forderte Kapitän Asmuth sein Team lautstark zur Gegenwehr auf. Und tatsächlich ging ein Ruck durch die SG-Mannschaft. Bietigheim erhöhte in beiden Richtungen nun das Tempo und schaffte so einen beeindruckenden Sieben-Tore-Lauf. Link stellte für die Bietigheimer in der 47. Minute den Anschluss her und machte das 21:22.

Plötzlich war die SG im Spiel und zeigte die Leidenschaft, die sie in den Minuten zuvor vermissen ließ. Das zahlte sich aus. Link donnerte den Ball zum 25:25-Ausgleich ins Netz, der zuverlässige Christian Schäfer warf per Siebenmeter in der 54.das 26:25 und brachte die Bietigheimer damit erstmals seit der 10. Minute in Führung. Doch kurz vor Schluss verließ die SG das Glück. Schäfer musste wenige Minuten vor Spielende verletzt raus, für ihn kam der junge Mario Urban aufs Feld. Mit der vorletzten Aktion hätte er die SG in Führung bringen können, verzog den Wurf aber. Auf der anderen Seite blieb Kretschmer beim Siebenmeter eiskalt.

SG BBM: Lehmann, Edvardsson; Vlahovic (1), Rentschler (3), Claus (1), Öhler (1), Schäfer (6/3), M. Urban, Asmtuh (2), Barthe (3), Fischer, Link (7).

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