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Bietigheim verkauft sich teuer

Magdeburg ärgern? Ja, das hat funktioniert. Magdeburg besiegen? Nein, das war dann doch wohl zu viel verlangt von Handball-Bundesligist SG BBM Bietigheim, der sich aber trotz der 29:33-Niederlage gut verkaufte.

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Schwer zu stoppen: Dominik Claus (dunkles Trikot) packt gegen Magdeburgs Matthias Musche zu.Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. 1708 Zuschauer in der Ege Trans-Arena staunten gestern Abend nicht schlecht, als David Bietigheim ohne Angst vor Goliath Magdeburg loslegte und als Tabellenvorletzter den Zweiten aus Sachsen-Anhalt mächtig in Bedrängnis brachte. Mit dem 27:26-Coup von Hannover als Rückenwind zog die SG gleich mal mit 3:0 davon. Zweimal Christian Schäfer und einmal Patrick Rentschler hießen die Torschützen.

Da auch die Abwehr des Aufsteiger ihre Aufgaben zunächst solide erledigte, hielt Bietigheim die Führung bis Mitte der ersten Halbzeit. „Wir haben uns als Team wieder weiterentwickelt und haben viele Sachen richtig gemacht“, zog SG-Trainer Ralf Bader ein Fazit, das auch noch Gültigkeit besaß, als der SC Magdeburg – in dieser Saison als Meisterschaftsanwärter eingestuft – mehr und mehr seine Stärken zur Geltung brachte und in der 16. Minute durch Kapitän Christian O’Sullivan beim 8:7 erstmals in Führung ging.

Sobald die Gäste ihr Tempospiel aufziehen konnten, hatte die SG häufig das Nachsehen. Doch von Rückschlägen ließ sich der Außenseiter gestern nicht beirren. Da auch Torhüter Domenico Ebner einmal mehr ein starker Rückhalt war, führten die Gastgeber nach 22 Minuten wieder mit 12:10. Magdeburgs Trainer Bennet Wiegert zeigte seine Unzufriedenheit und diskutierte mehrfach lautstark mit den Schiedsrichtern.

Sein Wechsel auf der Torhüterposition (Jannick Green kam für Dario Quenstedt) verfehlte dann seine Wirkung nicht, zudem benötigte SG-Spielmacher Jonas Link eine Pause. Der SCM zog bis zur Halbzeitpause auf 19:15 davon und Torjäger Matthias Musche kam immer besser in Fahrt. Am Ende war der Linksaußen mit zehn Treffern bester Werfer der Partie.

Bietigheim ließ auch im zweiten Durchgang nicht locker und schnupperte nach 47 Minuten sogar an einer Riesenüberraschung, als Schäfer per Siebenmeter auf 25:28 verkürzte. Ebner animierte das Publikum, die Unterstützung von den Rängen war da, doch Magdeburg blieb eiskalt. Wiegert fand in einer Auszeit offenbar die richtigen Worte und O‘Sullivan beseitigte mit seinem Tor zum 33:27 fünf Minuten vor Schluss die letzten Zweifel.

SG BBM: Ebner, Müller; Claus (3), Link (7), Haller, Vlahovic, Rentschler (6), Schmidt (2), Emanuel, Weber, Oehler, Fischer, Asmuth (2), Marcec, Döll (2), Schäfer (7/3), Rönningen.