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Handball

Bietigheimer Tross in Kumamoto

Sieben Spielerinnen der SG BBM Bietigheim sind bei der Handball-WM in Japan im Einsatz. Gleichzeitig wird bei dem Turnier fleißig nach neuen Spielerinnen gescoutet.

In der Liga Konkurrentinnen, bei der WM im selben Team: Bietigheims Antje Lauenroth (links) und Emily Bölk vom Thüringer HC. Foto: Sina Schuldt/dpa
In der Liga Konkurrentinnen, bei der WM im selben Team: Bietigheims Antje Lauenroth (links) und Emily Bölk vom Thüringer HC. Foto: Sina Schuldt/dpa

Ludwigsburg. Von der Enz auf die japanische Südinsel Kyushu. Über 9000 Kilometer entfernt beginnt am Samstag die Frauenhandball-Weltmeisterschaft in Kumamoto. 24 Teams kämpfen bis zum 15. Dezember um den Titel. Auch sieben Spielerinnen der SG BBM Bietigheim wurden für ihre Heimatländer nominiert.

Bei der letzten WM 2017 in Deutschland waren sogar acht BBM-Spielerinnen am Ball. Von denen fehlen in Japan unter anderem Fie Woller und Karolina Kudlacz-Gloc. Woller wurde nach ihrer langen Verletzungspause nicht ins dänische Aufgebot berufen, Polens Kapitänin Kudlacz-Gloc scheiterte mit ihrem Team in der Qualifikation.

Im deutschen Kader stehen fünf SG-Spielerinnen: Torhüterin Dinah Eckerle (24 Jahre, 42 Länderspiele, 1 Tor), Kapitänin Kim Naidzinavicius (28/101/245), Kreisläuferin Luisa Schulze (29/86109), Linksaußen Antje Lauenroth (31/18/29) und Rechtsaußen Amelie Berger (20/15/22). Die größte WM-Erfahrung hat Kim Naidzinavicius, die nach 2013, 2015 und 2017 zum vierten Mal dabei ist und bisher in 14 Spielen 26 Tore erzielte. Abgehakt ist das Pech bei der WM 2017. Bereits nach drei Minuten riss im Auftaktspiel ihr Kreuzband. „Der bitterste Moment meiner Karriere“, sagt sie rückblickend. In Japan soll sie die Leitwölfin der deutschen Formation sein. Sie nimmt die Herausforderung an: „Ich weiß, dass ich Verantwortung übernehmen muss“.

Die WM beginnt für die Mannschaft von Bundestrainer Henk Groener am Samstagmorgen, 7 Uhr, mit der Partie gegen Brasilien. Weitere Gegner in der schweren Vorrundengruppe B sind, Australien (1.12.), Dänemark (3.12.), Titelverteidiger Frankreich (4.12.) und Südkorea (6.12.).

Fernziel der DHB-Auswahl ist ein Platz unter den besten sieben Teams. Das bringt die Teilnahme an einem Ausscheidungsturnier für die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio. Zunächst gilt es aber, in der WM-Vorrunde mindestens Dritter zu werden und die Hauptrunde zu erreichen. Dort könnte es zum Spiel gegen die Niederlande und damit zum Bietigheimer Duell kommen. Im „Oranje-Team“, das bei den letzten Welt- und Europameisterschaften stets das Halbfinale erreichte und dreimal Medaillen gewann, haben die SG-Linkshänderinnen Angela Malestein (26 Jahre/135 Länderspiele/287 Tore) und Laura van der Heijden (29/203/626) Stammplätze inne.

SG-Sportdirektor Winnen ist vor Ort

Verstärkung erhält der Bietigheimer Tross im Land der aufgehenden Sonne durch Eltern, Verwandte und Freunde. Die sind teilweise fast genauso gut vorbereitet wie die Spielerinnen selbst: „Rund 60 japanische Wörter habe ich gelernt“, berichtete Amelie Bergers Vater vor dem Abflug. „Das Problem ist nur, dass ich zwar nach einigen Dingen fragen kann, die Antworten dann aber nicht verstehe.“ Während er in der Halle vor allem seine Tochter im Blick haben wird, ist das Interesse von Gerit Winnen breiter gestreut. Der BBM-Sportdirektor ist ebenfalls in Kumamoto vor Ort. „Aus dem Spielplan habe ich mir ein ‚Best of‘ herausgepickt, um die stärksten Mannschaften zu sehen.“ Winnen wird dabei auch zum Scout. Im Fokus stehen Spielerinnen, die Bietigheims Team besser machen, aber auch ins Gehaltsgefüge passen. (joh)