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Handball-Bundesliga

Die SG BBM Bietigheim will das Meisterschaftsrennen in der Frauenhandball-Bundesliga noch einmal spannend machen

Die SG BBM Bietigheim will das Meisterschaftsrennen in der Frauenhandball-Bundesliga noch einmal spannend machen. Der Tabellenzweite (39:5 Punkte) gastiert heute, 19.30 Uhr, beim Spitzenreiter Borussia Dortmund (46:0). Gleich für mehrere Spielerinnen ist es eine Begegnung mit der eigenen Zukunft.

Denkt zunächst nur an die SG BBM: Amelie Berger.Foto: Baumann
Denkt zunächst nur an die SG BBM: Amelie Berger. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Vor vier Jahren holte die SG BBM Bietigheim den ersten von zwei Meistertiteln in der Handball-Bundesliga Frauen, sorgte dabei mit einer makellosen Bilanz von 52:0 Punkten für eine Bestmarke. Die ist in Gefahr, da auch Borussia Dortmund noch keinen Zähler abgab und wegen der aufgestockten Bundesliga sogar auf 60:0 Zähler kommen könnte. Das will die SG trotz ihrer Personalnot mit einem Sieg bei den Schwarz-Gelben verhindern und damit auch der Meisterschaft neue Spannung einhauchen. Heute um 19.30Uhr treffen die Rivalen im Ruhrpott aufeinander.

Ein Hin und Her zwischen den Clubs

„Das Spiel ist entscheidend, um nach vorne zu blicken und wieder den Fuß in der Tür zu haben“, hebt Amelie Berger mit Blick auf Platz eins hervor. „Doch es ist schwer, wenn man es nicht mehr in der eigenen Hand hat und auf Schützenhilfe anderer Vereine hoffen muss. Zunächst müssen wir aber selbst unsere Leistung bringen.“

Nach dieser Saison wechselt die 21-jährige Rechtsaußen zur Borussia. Von dort kommen im Gegenzug mit Kelly Dulfer und Inger Smits zwei holländische Weltmeisterinnen an die Enz. „Nach einer Wohnung habe ich mich in Dortmund bisher nicht umgeschaut. Dass der BVB mein neuer Verein ist, daran denke ich nicht“, erklärt die Linkshänderin. „Die Mannschaft ändert sich ziemlich, da einige Spielerinnen gehen. Jetzt bin ich Teil der SGBBM. Mit diesem Team will ich Erfolge feiern. Dafür trainiere ich täglich. Wenn es in der Liga nicht klappt, haben wir noch den Pokalsieg als großes Ziel vor den Augen.“

Für Trainer Gaugisch ein Vorbild

Die Einstellung der 32-fachen Nationalspielerin begeistert BBM-Trainer Markus Gaugisch. „Sie gibt in jedem Training alles, ist vor allem für die jüngeren Spielerinnen ein absolutes Vorbild.“

Dennoch musste die Psychologie-Studentin seit ihrem Wechsel von Leverkusen zur SG vor zwei Jahren oft die Bank drücken. Zunächst war die niederländische Weltmeisterin Angela Malestein Bietigheims Rechtsaußen Nummer eins, nach deren Weggang kam die dänische Nationalspielerin Trine Østergaard. Deren Pech war ihr Glück! Ab Mitte Januar fiel die Dänin aus und Amelie Berger nutzte ihre Chance.

„Mit meinen Spielanteilen wuchs mein Selbstvertrauen“, sagt Berger. In 13 Partien der Champions League und Bundesliga traf sie 58-mal. Meist schweißte sie die Harzkugel schnörkellos mit viel Power vom Flügel ins Tor, war aber auch bei Gegenstößen erfolgreich. „Wenn es läuft, geht vieles einfacher. Selbst die Uni war zuletzt nicht mehr so stressig“, freut sich die gebürtige Tübingerin.

Für zusätzliche Entspannung sorgt ihr junger Hund Balu. Der Australian Shepherd darf sich getreu Amelie Bergers Einstellung einer konsequenten Ausbildung sicher sein: „Wenn ich etwas mache, dann mit 100 Prozent!“

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