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Handball

EM-Qualifikation als WM-Bewerbung

Die deutsche Frauenhandball-Nationalmannschaft trifft in der EM-Qualifikation in Bietigheim-Bissingen Ende März auf Slowenien. Wenn es nach OB Jürgen Kessing geht, soll in der Bietigheimer Ege.Trans-Arena auch die Frauen-Weltmeisterschaft 2025 haltmachen. Der 62-Jährige erinnert sich noch immer gerne an die letzte WM 2017 zurück.

Freuen sich auf das Heimspiel: Amelie Berger und Henk Groener gestern in der Bietigheimer Ege Trans-Arena.Foto: Baumann
Freuen sich auf das Heimspiel: Amelie Berger und Henk Groener gestern in der Bietigheimer Ege Trans-Arena. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Formell war die Bewerbung von Bietigheim-Bissingens Oberbürgermeister Jürgen Kessing noch nicht. Doch bei einer Presserunde in der Bietigheimer Ege.Trans-Arena richtete er sein Wort an die anderen Podiumsgäste um Axel Kromer, den Sportdirektor des Deutschen Handball-Bundes. „Nehmen Sie meine mündliche Bewerbung mit: Bietigheim wäre ein super Standort für die Weltmeisterschaft 2025“, sagte Kessing mit einem Grinsen. Einen Vorgeschmack auf das nächste mögliche Großereignis in Bietigheim nach der Handball-Frauen-WM 2017 gibt es bereits am 29. März. Dann trifft dort die deutsche Mannschaft in der Qualifikation zur Europameisterschaft auf Slowenien (16.30.Uhr).

„Sie sind der stärkste Gegner in der Gruppe“, weiß Bundestrainer Henk Groener, der sich gestern gemeinsam mit Kessing, Kromer und Spielerin Amelie Berger von Bundesligist SG BBM Bietigheim den Fragen der Presse stellte. „Wir sind bereit für den Kampf um den ersten Platz“, sagte Groener weiter. Auch Spielerin Berger gab die Marschroute für die zwei Spiele gegen Slowenien vor. Am 25. März findet das Hinspiel in Celje statt. „Wenn wir beide Spiele gewinnen, ist die Qualifikation sicher“, sagte Berger. Das alleine genügt der 20-jährigen gebürtigen Tübingerin allerdings noch nicht. „Unser Anspruch ist es, als Gruppenerster aus der Quali zu gehen“, so die Rechtsaußen. Nach zwei Spielen in der EM-Quali steht die DHB-Auswahl nach Siegen gegen Weißrussland (40:30) und Kosovo (34:15) an der Tabellenspitze der Vierergruppe. Auf die beiden Partien gegen Slowenien folgen noch die abschließenden Quali-Spiele gegen Weißrussland und Kosovo.

Neben Berger sind von der SG auch Torfrau Dinah Eckerle, Antje Lauenroth, Kim Naidzinavicius sowie Luisa Schulze für den kommenden Länderspiellehrgang nominiert. Dieser beginnt am 18. März in Bensheim, ehe fünf Tage später die Reise nach Celje losgeht. Nicht mit dabei sind Alina Grijseels und Xenia Smits. Die angeschlagenen Spielerinnen wurden von Groener nicht nominiert. Stattdessen steht die 19 Jahre alte Rückraumspielerin Mareike Thomaier von Bayer Leverkusen vor ihrem Debüt in der A-Nationalmannschaft.

Bislang sind 2400 Karten für das Spiel der Nationalmannschaft in Bietigheim verkauft. „Die Vorfreude ist sehr groß“, sagte Kessing und erinnerte sich an die WM 2017 zurück. Gänsehautatmosphäre habe damals geherrscht. „Und wir haben exzellenten Handball gesehen“, so Kessing weiter.

Dass sich Bietigheim mit dem Frauen-Erstligisten und dem Männer-Zweitligisten zu einem großen Handballstandort gemausert hat, ist auch Bundestrainer Groener indes nicht entgangen. „In Bietigheim hat sich viel getan. Ich freue mich, dass der Zuschauerzuspruch schon jetzt so hoch ist“, sagte der 59-jährige Niederländer.

Das könnte sich – auch wenn die Heim-WM 2025 noch weit entfernt ist – allerdings sogar noch positiver entwickeln. „Wir müssen die Heim-Weltmeisterschaft dazu nutzen, den Sport voranzubringen. Wir haben 2017 damit angefangen“, so der in Ludwigsburg geborene Sportvorstand Kromer. Große Vorfreude verspürt auch Berger auf das Turnier, bei dem sie mit 25 Jahren im besten Handballerinnenalter wäre. „Es wäre großartig, im eigenen Land ein Turnier zu spielen. Wir sind dabei, etwas Großes aufzubauen“, sagte die 20-Jährige.

Im Dezember bei der WM in Japan deutete das deutsche Team bereits sein Potenzial an, landete am Ende aber dennoch nur auf dem achten Rang. 13 Spielerinnen, die auch bei der WM in Kumamoto dabei waren, bilden nun auch den Kern des Kaders für die kommenden Spiele.

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