Logo

Erst schläfrig, dann spielfreudig

SG BBM Bietigheim findet rechtzeitig in die Partie und gewinnt standesgemäß 39:22

Treffsichere Bietigheimerinnen: Antje Lauenroth (links) wirft auf das Tor von Johanna Wiethoff.Foto: Baumann
Treffsichere Bietigheimerinnen: Antje Lauenroth (links) wirft auf das Tor von Johanna Wiethoff. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Nach Problemen in der Anfangsphase hat die SG BBM Bietigheim gegen die Kurpfalz Bären einen 39:22-Sieg gefeiert. Mit 19:3 Punkten bleibt der Titelverteidiger in der Handball-Bundesliga auf Platz zwei.

Im Schongang gewinnt auch der deutsche Meister gegen den Tabellenletzten nicht. Diese Erfahrung machte die SG in der ersten Viertelstunde. Der Gast aus Ketsch führte vor 702 Zuschauern in der Halle am Viadukt 7:6. Das hatte weniger mit Stärken der Bären als Bietigheimer Nachlässigkeiten zu tun. Die BBM-Abwehr agierte viel zu passiv.

Martin Albertsen weckte seine Mannschaft mit einem Time-Out. Der Däne richtete seine Abwehr offensiver aus, ersetzte zudem Karolina Kudlacz-Gloc und Maura Visser durch Anna Loerper sowie Kim Naidzinavicius. Die führten sich erfolgreich ein: Der von Naidzinavicius freigespielten „Lumpi“ glückte der 7:7-Ausgleich.

Bis zum 8:8 hielt das Schlusslicht mit, dann wirkte sich Bietigheims verbesserte Abwehrarbeit aus. Die BBM-Verteidigerinnen setzten die Kurpfälzerinnen mit starker Beinarbeit unter Druck. Ketsch fand kaum mehr Anspielstationen und wurde zu Fehlern gezwungen. Die nutzte die SG zu Kontern und zog in nur zwölf Minuten auf 19:10 davon. Lediglich einmal zeigten die Bären in dieser Phase ihre Krallen: Verena Oßwald checkte die durchgebrochene Kim Braun und sah die Rote Karte. Glück für Bietigheim, dass die Linksaußen nach einer Behandlung in der zweiten Halbzeit weiterspielen konnte.

Beim Wechsel führte die SG mit 19:12. Die ab der 15. Minute gezeigte Spielfreude hielt im zweiten Durchgang an. Mit flotten Ballstaffetten wurde der Vorsprung ausgebaut. Angela Malestein sorgte beim 26:16 für den ersten 10-Tore-Vorsprung. Auch am lautstark gefeierten 30. Treffer war die holländische Weltmeisterin beteiligt: Vom Flügel täuschte Malestein einen Wurf an, spielte die Harzkugel aber im Sprung diagonal durch den Kreis zur aus dem Rückraum heransprintenden Kudlacz-Gloc, die zum 30:18 vollendete.

Auch die Polin Kudlacz-Gloc öffnete ihre Trickkiste. Mit einem sehenswerten Rückhandpass spielte sie Linksaußen Braun frei, die nach 56 Minuten zum 38:21 traf. Der SG-Tempohandball machte Appetit auf das am Samstag in Ludwigsburg anstehende EHF-Cupspiel gegen den dänischen Pokalsieger Herning-Ikast.

SG: Eckerle, Salamakha; Visser (1), Lauenroth (3), Aardahl (5), Berger (4), Loerper (2), van der Heijden (4), Schulze (2), Kudlacz-Gloc (4), Naidzinavicius (7/7), Braun (3), Malestein (4), Woller. (joh)