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Erster Bietigheimer Sieg in der Königsklasse

Der 31:28-Erfolg gegen Ramnicu Valcea könnte fürs Weiterkommen aber zu wenig sein – Schwacher Start

Die Bietigheimerin Maura Visser wird von Samara Da Silva Vieira (l.) und Elena Raluca Bacaoanu (beide SCM Ramnicu Valcea) attackiert. Foto: Baumann
Die Bietigheimerin Maura Visser wird von Samara Da Silva Vieira (l.) und Elena Raluca Bacaoanu (beide SCM Ramnicu Valcea) attackiert. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Die Hoffnung lebt. Die Bietigheimer Handballerinnen feierten gegen Ramnicu Valcea ihren ersten Champions-League-Sieg. Der fiel mit 31:28 aber knapper aus als erhofft.

Um den direkten Vergleich mit Valcea für sich zu entscheiden, hätte die SG mit sieben Toren Differenz gewinnen müssen. Die Chance dazu war da, die BBM-Fehlerquote aber zu hoch. Fürs Weiterzukommen muss die SG BBM am nächsten Samstag bei Buducnost Podgorica mehr Punkte holen als Valcea im Heimspiel gegen den ungeschlagenen Spitzenreiter Brest Bretagne.

„Schlechter als wir kann man ein Handballspiel nicht beginnen“, monierte Bietigheims Coach Martin Albertsen die total missglückte Anfangsphase. Bevor sein Team überhaupt zum ersten Mal aufs Tor warf, lag es nach mehreren Ballverlusten schon 0:3 zurück. Nach Angela Malesteins Treffer zum 1:3 kamen die Gastgeberinnen zwar besser ins Spiel, übernahmen nach Maren Aardahls Konter beim 6:5 auch erstmals die Führung. Ruhe kam damit nicht ins SG-Spiel. Mehrere Konterchancen endeten mit Fehlpässen. Der rumänische Meister spielte weitgehend bieder, profitierte aber von den Unzulänglichkeiten der SG und behauptete bis zur Pause (13:14) meist eine knappe Führung.

Nach dem Wechsel wuchs Bietigheims Rückstand zunächst auf 15:17 an. Die zahlreiche Gästefans unter den 2085 Zuschauern in der MHP Arena stimmten erste Valcea-Sprechchöre an. Die gerieten aber zum Weckruf für die SG. Hinten verriegelte Dinah Eckerle ihren Kasten und mit einem 5:0-Lauf drehte der deutsche Meister die Partie, lag nach 41 Minuten 20:17 vorn.

„Wir waren in der zweiten Halbzeit körperlich am Ende“, bemängelte Gästetrainer Florentin Pera nach der Partie. Das hätte Bietigheim besser nutzen müssen. Aber nach dem 20:17 verpasste die SG einen höheren Vorsprung. Angela Malestein vergab einen Gegenstoß, Maura Visser und Laura van der Heijden scheiterten aus dem Rückraum.

Valcea kam durch Einzelaktionen auf 22:21 heran. Die SG ließ aber nicht locker. „Das war der beste Spirit, den ich seit langem von meiner Mannschaft gesehen habe“, lobte Albersten, dessen Team mit Macht auf einen hohen Sieg drückte. Beim 27:22, 28:23, 29:24 und 30:25 war die Chance dazu da. Mehrfach war es aber die Ukrainerin Iryna Glibko, die Bietigheims Vorsprung wieder um einen Treffer reduzierte.

Albertsen griff in der Schlussphase zum letzten Mittel, versuchte in den letzten zwei Minuten mit einer Manndeckung in Ballbesitz zu kommen. Vergebens, die SG musste mit einem 31:28 zufrieden sein. Bietigheims starke Torhüterin Dinah Eckerle hat noch nicht aufgegeben. „Wir fliegen nach Montenegro und werden gegen Buducnost alles geben.“

SG BBM Bietigheim: Eckerle, Salamakha; Visser (6/2), Lauenroth, Aardahl (4), Berger, Loerper, van der Heijden (4), Kudlacz-Gloc (1), Naidzinavicius (4/1), Gautschi, Patorra, Woller (5), Malestein (7), Braun. (joh)