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Für SG ist beim Team Esbjerg mehr drin

Bietigheimer Handballfrauen verlieren im EHF-Pokal gegen Däninen knapp mit 27:28 (11:15)

Bietigheim-Bissingen. Mit 27:28 unterlagen die Bietigheimer Handballerinnen beim Team Esbjerg. Nach der ersten Niederlage im EHF-Cup musste die SG BBM (4:2 Punkte) die Führung in der Gruppe A an die Däninnen (5:1) abgeben.

Esbjergs Trainer Jesper Jensen war trotz des Sieges stocksauer. „Wir schaffen es einfach nicht, uns ein ganzes Spiel lang zu konzentrieren.“ Seine Formation nahm die 1500 Fans mit auf eine Achterbahnfahrt. Abgesehen vom anfänglichen 0:1-Rückstand lag Esbjerg zwar ständig vorn, musste die SG aber nach deutlichen Führungen (12:6, 18:13, 26:19) immer wieder herankommen lassen.

Die letzte Aufholjagd hätte den Enzstädterinnen fast noch einen Punkt beschert. In der 59. Minute verkürzte Laura van der Heijden für den deutschen Vizemeister auf 27:26. Im Bemühen, den Ball nochmals zu erobern, um den Ausgleich erzielen zu können, kassierte Antje Lauenroth 30 Sekunden vor dem Ende eine Zeitstrafe der nicht souverän leitenden französischen Schiedsrichter. In Überzahl machte Estavana Polman, mit neun Toren beste Werferin auf dem Feld, Esbjergs Sieg mit dem 28:26 klar.

„Ich hatte das Gefühl, dass jemand Verantwortung übernehmen muss“, sagte die Holländerin nach ihrem entscheidenden Treffer. Dass ihre Nationalmannschaftskollegin Maura Visser unmittelbar vor der Schlusssirene für die SG noch auf 28:27 verkürzte, spielte keine Rolle mehr.

Eine unnötige Niederlage aus Bietigheimer Sicht. „Esbjerg hat eine starke Mannschaft, aber dennoch war für uns mehr drin. Wir haben unsere Chance nicht genutzt“, ärgerte sich BBM-Coach Martin Albertsen. „Vieles von dem, was wir uns vorgenommen hatten, klappte leider nicht.“ Eines der Hauptprobleme aus Sicht des Dänen: „Wir sind nicht richtig ins Spiel gekommen, weil wir nie zu unserem Tempo gefunden haben. Vielleicht lag es an der ungewohnt frühen Anfangszeit um 13 Uhr.“

Ein anderes Hindernis waren die gleich 22 Fehlwürfe der SG. Ausgerechnet die sonst so zuverlässige Karola Kudlacz-Gloc sammelte zwei Tage nach ihrem 34. Geburtstag sechs „Fahrkarten“, Laura van der Heiden traf bei sechs Versuchen nur zweimal. Das lag auch an Esbjergs Keeperin Sandra Toft, die überragend hielt. Gegen Angela Malestein, die mit acht Treffern beste BBM-Werferin, war aber auch die dänische Nationaltorhüterin meist machtlos.

Bereits am kommenden Sonntag erhält die SG die Chance zur Wiedergutmachung. Das Rückspiel gegen Esbjerg wird um 16 Uhr in der Ludwigsburger MHP Arena angepfiffen. Zuvor steigt dort am Mittwoch (23.1., 19:30 Uhr) aber das Spitzenspiel der Handball-Bundesliga. Im vorentscheiden Duell um die Meisterschaft empfängt der Tabellenzweite Bietigheim den Titelverteidiger und Spitzenreiter Thüringer HC. Albertsen an sein Team: „Ab sofort gilt unser Interesse nur dem Spiel gegen den THC.“

SG BBM: Eckerle, Salamakha; Visser (3/1), Rozemalen (2), Lauenroth (1), Ivancok, Loerper (2/2), van der Heijden (2), Schulze (4), Kudlacz-Gloc (2), Woller (3), Malestein (8/3), Braun. (joh)