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Handball

Hype trifft auf Erfahrung

Euphorische Dortmunder Handballerinnen gegen SG BBM Bietigheim hoch motiviert

Entschlossene Bietigheimerinnen: Die SG um Maren Aardahl will sich gegen Dortmund für die Niederlage vor zwölf Tagen revanchieren. Foto: Baumann
Entschlossene Bietigheimerinnen: Die SG um Maren Aardahl will sich gegen Dortmund für die Niederlage vor zwölf Tagen revanchieren. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Pokalschlager im Westen: Heute Abend (19.30 Uhr) erwartet der Bundesliga-Spitzenreiter BVB Borussia Dortmund im Viertelfinale den Tabellenzweiten SG BBM Bietigheim. Es geht um die Teilnahme am Olymp Final4 der Handballfrauen am 23./24. Mai in Stuttgart.

Vor gerade mal zwölf Tagen standen sich die beiden Mannschaften im Bundesliga-Spitzenspiel gegenüber. Vor 2200 Fans in der überfüllten Sporthalle Wellinghofen feierte Dortmund einen spektakulären 38:32-Sieg gegen enttäuschende Bietigheimerinnen. Mit 20:0 Zählern führt der BVB die Tabelle vor der SG (17:3) an. Doch der Pokal hat bekanntlich seine eigenen Gesetze. Auf die lässt sich zwar nicht bauen, auf das Leistungsvermögen der BBM-Mannschaft aber schon. Und da sieht Martin Albertsen durchaus Chancen für sein Team. „Wir müssen zeigen, was wir für eine Mannschaft sind, aggressiv und mutig zu Werke gehen“, fordert der Däne, der vor allem eine stärkere Abwehr sehen will. Die 38 Gegentore waren eindeutig zu viel.

Ob die im EHF-Cup erkrankt fehlenden Angela Malestein und Luisa Schulze wieder mit von der Partie sind, steht noch nicht fest. Für Albertsen ist das nicht entscheidend: „Unser Kader ist breit genug besetzt, um in allen drei Wettbewerben Bundesliga, EHF-Cup und Pokal gut zu spielen.“

Auch für Dortmunds Coach André Fuhr stehen nicht die personellen Themen im Vordergrund. „Ich kann es nicht mehr hören, dass Bietigheim wegen des EHF-Cups stärker belastet sein soll. Der hat doch erst begonnen. Entscheidend wird vielmehr sein, wer aus den Fehlern des letzten Duells mehr gelernt hat. Wir haben Bietigheim im Punktspiel gereizt und wissen, dass die jetzt heiß auf eine Revanche sind.“

Mit vier holländischen Weltmeisterinnen im Team und der Bundesliga-Tabellenführung ist der BVB aktuell die Nummer eins im deutschen Frauenhandball. Fuhr bekundet dennoch großen Respekt vor der SG. „Bietigheim hat ein enorm hohes Niveau, mit Spielerinnen wie Eckerle, Naidzinavicius, Kudlacz-Gloc oder van der Heijden internationale Top-Leute und uns an Erfahrung einiges voraus.“ Dieses Manko wollen die Schwarzgelben mit Begeisterung und Tempo ausgleichen. „Uns macht es zurzeit riesig Spaß“, freut sich der BVB-Coach, „wir wollen den Hype nutzen, um ins Pokal-Halbfinale einzuziehen.“

Bietigheim hatte das Final4 zuletzt dreimal in Serie erreicht. Der Pokalsieg glückte dem zweifachen deutschen Meister aber nie. Jetzt droht das Aus bereits im Viertelfinale. Endstation Dortmund? Nicht für Trainer Albertsen: „Wir haben die Möglichkeiten, jetzt gegen die Borussia ein deutlich besseres Spiel zu machen. Ein deutlich besseres Spiel erhöht auch die Chance auf einen Sieg.“ (joh)