Logo

frauenhandball

Im Derby Ambitionen unterstrichen

Einseitig verlief das schwäbische Derby in der Frauenhandball-Bundesliga. Die SG BBM Bietigheim unterstrich mit einem 37:29-Sieg ihre Ambitionen auf die Titelverteidigung, der TuS Metzingen schied aus der Spitzengruppe aus.

Nimmt Maß: Die Bietigheimerin Kim Naidzinavicius setzt sich gegen Anika Niederwieser, Bo van Wetering und Tamara Haggerty (alle Metzingen, von links) durch.Foto: Baumann
Nimmt Maß: Die Bietigheimerin Kim Naidzinavicius setzt sich gegen Anika Niederwieser, Bo van Wetering und Tamara Haggerty (alle Metzingen, von links) durch. Foto: Baumann

Ludwigsburg. So konzentriert hat man die SG lange nicht gesehen. Bietigheim erlaubte sich im ersten Durchgang kaum technische Fehler. Dabei war wesentlich mehr Tempo in den Angriffsaktionen als in den letzten Partien. Das lag vor allem an Anna Loerper. Mit ihren starken letzten Leistungen hatte sich „Lumpi“ einen Platz in der Anfangsformation erkämpft. Die mit 35 Jahren älteste BBM-Feldspielerin, bis 2018 noch bei den „TusSies“, brachte ordentlich Zug ins BBM-Spiel und riss die Abwehr ihres Ex-Vereins ein ums andere Mal auseinander.

Einen starken Eindruck hinterließ in der ersten Halbzeit auch Angela Malestein. Die Rechtsaußen präsentierte sich enorm torhungrig. Bereits nach 13 Minuten hatte die Linkshänderin fünf Treffer auf ihrem Konto. Einmal mehr funktionierte ihr „Bauerntrick“. Nachdem Kim Naidzinavicius für die SG das 5:4 erzielt hatte, täuschte Malestein eine Auswechslung vor und setzte sich auf die Bank. Von dort sprintete die Holländerin in das Anspiel der Gäste, schnappte sich den Ball und erzielte beim 6:4 die erste Zwei-Tore-Führung der SG.

Loerpers Power und Malesteins Schlitzohrigkeit brachten die SG auf Siegkurs. Die „TusSies“ waren in der Abwehr einfach nicht stabil genug, um Bietigheim nachhaltig zu stören. Zwar hatte im Metzinger Deckungszentrum die 1,89 Meter „lange“ Südtirolerin Annika Niederwieser die Lufthoheit, doch von den Halbpositionen sorgten Laura van der Heijden und Karola Kudlacz-Gloc für Druck. Zur Pause führt die SG 20:15. Der Vorsprung geriet nach dem Wechsel nicht mehr in Gefahr. Zwar ließ die Konzentration bei der SG etwas nach, aber Metzingen konnte daraus nur keinen Nutzen schlagen.

„Wir waren zu ängstlich“, kritisierte Trainerin Edina Rott. Allein die holländische Weltmeisterin Bo van Wetering und die Ungarin Patricia Kovacs verbreiteten mit zusammen elf Toren etwas Glanz. Martin Albertsens Schützlinge mussten nicht ans Limit gehen, um vor den 1504 Fans in der Ludwigsburger MHP-Arena einen klaren 37:29-Erfolg einzufahren. Der Däne hatte angesichts der BBM-Dominanz seinen Leistungsträgerinnen frühzeitig Pausen verordnet. Am Spielverlauf änderte dies nichts, da sich alle Feldspielerinnen außer der nicht eingesetzten Kim Braun in die Torschützenliste eintragen konnten. (toh)

SG Bietigheim: Eckerle, Salamakha; Visser (5/4), Lauenroth (1), Aardahl (3), Berger (1), Loerper (3), van der Heijden (4), Schulze (2), Kudlacz-Gloc (6), Naidzinavicius (3/1), Gautschi (1), Woller (2), Malestein (6), Braun.