Logo

Frauenhandball-Bundesliga

In letzter Sekunde Punkt gerettet

Erster Dämpfer für die SG BBM Bietigheim in der Frauenhandball-Bundesliga. Beim VfL Oldenburg rettete das Team von Martin Albertsen nach dürftiger Leistung beim 25:25 in letzter Sekunde noch einen Punkt.

Hadert mit seinem Team: SG-Trainer Martin Albertsen.Foto: Baumann
Hadert mit seinem Team: SG-Trainer Martin Albertsen. Foto: Baumann

oldenburg. Mit 9:1 Zählern bleibt die SG Tabellenführer, hat aber ein Spiel mehr absolviert als die Verfolger Dortmund und Blomberg-Lippe (je 8:0).

Nach der ersten Halbzeit wurden Oldenburgs Spielerinnen mit lauten Bravo-Rufen in die Pause verabschiedet. Die jüngste Mannschaft der Bundesliga hatte trotz vieler Ausfälle das Kunststück fertiggebracht, gegen den deutschen Meister eine 14:13-Führung vorzulegen. Dazu mussten die mutig auftretenden Norddeutschen nicht einmal eine Klasseleistung abliefern.

Die SG spielte den Gastgeberinnen mit vielen Ballverlusten in die Karten. Es dauerte exakt sechs Minuten, bis Karolina Kudlacz-Gloc beim 4:1 den ersten BBM-Treffer markierte. Bis dahin hatte Bietigheim bereits fünf Angriffe vergeben. Der Rückstand wuchs sogar bis auf 7:2 an, weil die 18-jährige Toni-Luisa Reinemann mit simplen Würfen aus dem Rückraum mehrfach Erfolg hatte und die Norwegerin Malene Staal ihre SG-Gegenspielerinnen mit 1:1-Aktionen schlecht aussehen ließ. Eine Umstellung von der zu passiven 6:0- auf eine offensive 5:1-Abwehr mit Antje Lauenroth als „Spitze“ ließ Bietigheim besser ins Spiel finden. Innerhalb von fünf Minuten machten Fie Woller, Amelie Berger, Antje Lauenroth und Daphne Gautschi mit zwei Treffern aus einem 9:5-Rückstand eine 10:9-Führung. Dabei blitzte endlich wieder einmal Bietigheims zuletzt oft vermisste Konterstärke auf.

Die Hoffnung, dass die SG nach diesem Fünferpack das Spiel in den Griff bekommt, erfüllte sich nicht. Zwar lag der Meister auch beim 11:10, 12:11 und 13:12 vorn, aber Oldenburg fand immer wieder eine Lücke zum Ausgleich und kurz vor dem Pause glückte Helena Mikkelsen gar die 14:13-Halbzeitführung für den VfL.

Im zweiten Durchgang wechselte die Führung bis zum 22:22 mehrfach. Die Taktik des VfL-Trainers Niels Bötel ging auf: „Wir wollten lange Angriffe spielen, das Tempo verschleppen.“ Das nervte Bietigheim. Zwar wurde fast bei jedem Oldenburger Angriff Zeitspiel angezeigt, aber irgendwie schafften es die Grün-Weißen immer wieder, in letzter Sekunde den Ball ins BBM-Tor zu schmuggeln.

In der Schlussphase schien Bietigheim vom Wurfglück verlassen. Oldenburg lag zwei Minuten vor dem Ende 25:22 vorn. Die SG ging zur Manndeckung über und den Gastgeberinnen spielten die Nerven einen Streich. Mehrfach verloren sie den Ball. Amelie Berger, Fie Woller und Maren Nyland Aardahl retten mit drei Treffern innerhalb von 70 Sekunden zum 25:25 einen Punkt.

SG: Eckerle (1), Salamakha; Visser, Lauenroth (2), Aardahl (4), Berger (5), Loerper (2), van der Heijden (1), Kudlacz-Gloc (3), Naidzinavicius (3), Gautschi (2), Patorra, Woller (2), Malestein, Braun. (joh)