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Handball

Noch ist Titelhunger der Handballfrauen der SG BBM Bietigheim nicht gestillt

Die Meisterschale war aus Pappe, der grenzenlose Jubel echt! Euphorisch feierten die Handballerinnen der SG BBM Bietigheim nach dem 33:21-Sieg gegen den VfL Oldenburg ihren dritten deutschen Meistertitel nach 2017 und 2019.

Heim-Finale mit Meisterschale aus Pappe: Die Handballfrauen der SG BBM Bietigheim feiern mit Anhang in der Viadukthalle. Foto: Baumann
Heim-Finale mit Meisterschale aus Pappe: Die Handballfrauen der SG BBM Bietigheim feiern mit Anhang in der Viadukthalle. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Der Titelhunger der SG ist damit noch längst nicht gestillt. Auch bei der Finalrunde der European League am 14./15. Mai im dänischen Viborg und dem deutschen Pokal-Final-Four am 28./29. Mai in Stuttgart wollen die Bietigheimerinnen triumphieren. Die Meisterehrung, dann mit der echten Trophäe, findet am 21. Mai beim Heimspiel in Stuttgart gegen Metzingen statt.

„Das war der verdiente Lohn für eine überragende Saison“, jubelte Gerit Winnen. Der BBM-Sportdirektor genoss die nach dem Spielende einsetzende Party in der Halle am Viadukt: „Ein toller, einzigartiger Abend – für die Mannschaft, die Zuschauer und den ganzen Verein.“ Trotz der überschäumenden Stimmung verlor die SG die nächsten Ziele nicht aus den Augen. „Nach der Meisterfeier hat das Team zusammen mit den Sponsoren ein gemütliches Abendessen eingenommen. Dann ging es ab ins Bett“, verriet Winnen. „Wir sind Meister, wollen aber ungeschlagen bleiben, und am Samstag wartet in Bensheim das nächste schwere Bundesligaspiel auf uns.“

Wie Inger Smits war Kelly Dulfer schon holländische, dänische und mit Dortmund deutsche Meisterin. Jetzt kam für die Weltmeisterinnen die erste Meisterschaft mit Bietigheim dazu. „Unser Wechsel von Dortmund hat sich gelohnt. Die Mannschaft, der Verein und das Umfeld sind einfach klasse“, sprudelte es aus Dulfer heraus. „Die Meisterschaft krönt das alles. Es war megaschön, mit den Fans in der Halle zu feiern. Aber da ist noch mehr möglich“, blickt die Rückraumspielerin nach vorne. „Wir haben Lust, den ganzen Mai hindurch zu feiern“, sagt sie mit Blick auf die anstehenden Final-Four-Turniere.

Für Lena Backhaus war es der erste Meistertitel. „Bisher bin ich ungeschlagen“, meinte die seit September 2021 als Geschäftsführerin der SG-BBM-Frauen tätige Diplom-Betriebswirtin schmunzelnd. „Wir sind alle sehr stolz. Mit der Meisterschaft hat die Mannschaft auch das ganze Umfeld belohnt, von den Trainern und Betreuern bis hin zu den vielen freiwilligen Helfern, den Fans und Sponsoren.“

Bietigheims Trickwurf-Königin ist Veronika Malá. Für die Linksaußen ging ein Herzenswunsch in Erfüllung. „Vier Jahre habe ich in Paris gespielt und nie haben wir etwas gewonnen. Das will ich jetzt mit Bietigheim ändern“, erklärte die Tschechin, die heute ihren 28. Geburtstag feiert, vor Saisonbeginn. Mit dem Titel wurde ihr Traum wahr. „Die Party mit den Fans in der Halle bleibt unvergesslich“, strahlte sie nach dem Bad in der Menge.

Markus Gaugisch, der innerhalb von zwölf Monaten alle deutschen Trophäen mit seinem Team abgeräumt hat – Pokalsieg und Supercup 2021, Meisterschaft 2022 –, musste nach dem Spiel mehreren TV- und Radiostationen Rede und Antwort stehen. Um die Sektdusche kam er dennoch nicht herum. Es war nach der Bierdusche am letzten Samstag in Dortmund der zweite kühle Guss, den ihm seine Spielerinnen verabreichten. „Zwei davon könnte ich noch vertragen“, gestand der SG-Erfolgstrainer, der jetzt erstmals Europacupsieger werden und den deutschen Pokal verteidigen will.

Abschied von Luisa Schulze

Neben Kim Naidzinavicius und Antje Lauenroth ist Luisa Schulze die einzige Spielerin, die bei allen drei Meisterschaften der SG dabei war. Für „Schmu“, die nach der Saison nach Neckarsulm wechselt, war es ein besonders emotionaler Abend: „Das war mein letztes Spiel in der Halle am Viadukt. Es war unheimlich schön, hier nochmals den Applaus der vielen Fans zu genießen.“ Ihrem Team traut sie noch mehr zu. „Wir wissen, dass es bei den Final-Four-Turnieren enorm schwer wird. Aber wir sind alle heiß und wollen alles gewinnen!“

Für Antje Lauenroth, Bietigheims dienstälteste Spielerin, haben die nächsten Wochen noch mehr zu bieten. Nachdem sie bereits den Aufstieg „ihres“ 1. FC Magdeburg in die 2. Fußball-Bundesliga und die Meisterschaft mit der SG feiern konnte, steht bei ihr ein ganz besonderes Highlight auf dem Programm. Im Juni heiratet sie in Bensheim ihren in Kornwestheim spielenden Partner Jan Döll.

Bensheim ist auch das Ziel der SG am Samstag. Um 18 Uhr gastiert der frischgebackene Meister bei der HSG Bensheim-Auerbach. Für Lauenroth ein Treffen mit vielen Freunden: „In Bensheim habe ich lange gespielt und fühle mich heimisch, aber wir wollen in der Bundesliga ungeschlagen bleiben und auch das sicher nicht leichte Spiel bei den Flames gewinnen.“

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