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2. Handball-Bundesliga

SG BBM Bietigheim findet gegen den TV Großwallstadt zu alter Spielfreude

Die SG BBM Bietigheim gewinnt am 19. Spieltag der 2. Handball-Bundesliga mit 29:24 gegen den TV Großwallstadt und überwintert auf dem 10. Tabellenplatz.

Vom Spiel gezeichnet: Bietigheims Paco Barthe (links) beißt gegen den TVG um Tom Jansen auf die Zähne. Foto: Baumann
Vom Spiel gezeichnet: Bietigheims Paco Barthe (links) beißt gegen den TVG um Tom Jansen auf die Zähne. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Die SG BBM Bietigheim hat die Freude am Handball wieder gefunden. Eine Woche nach dem desaströsen 32:34 gegen den TuS Ferndorf schlug der Zweitligist in der Viadukthalle den TV Großwallstadt mit 29:24. „Die letzten zwei Spiele haben Spaß gemacht“, freute sich Iker Romero. Der SG-Trainer hatte eine Woche zuvor nach der Pleite gegen Ferndorf noch von der größten Enttäuschung seiner Trainerkarriere gesprochen. Daraufhin zeigte seine Truppe Charakter, schlug zunächst unter der Woche den Zweitplatzierten VfL Eintracht Hagen und gestern Abend den TVG. „Wir haben Ehrgeiz gezeigt“, sagte der vom Spiel gezeichnete SG-Kapitän Paco Barthe.

Der Abwehrchef bekam gleich zu Beginn die Hand eines Gegners ins Gesicht, musste in der Kabine behandelt werden, um sich mit Kopfverband wieder gegnerischen Angriffen in den Weg zu stellen. Das zeigte Wirkung. Denn die Blau-Weißen ließen in den ersten sieben Minuten nur einen Treffer zu. Einziges Manko: Auch bei eigenem Ballbesitz lief nicht viel. Technische Fehler, Ungenauigkeiten und überhastete Abschlüsse verhinderten eine Führung. Stattdessen zog Großwallstadt davon. Angeführt von Savvas Savvas, dem besten Torschützen der Liga, brachten die Gäste drei Angriffe zum 4:1 im Tor unter.

Erst danach kam auch die Bietigheimer Offensive ins Rollen. Juan de la Pena brachte sein Team mit zwei Treffern in Serie wieder heran. Die 420 Zuschauer in der Viadukthalle wurden an die Ereignisse vor einer Woche erinnert. Gegen Ferndorf hatten die Bietigheimer an gleicher Stelle nahezu das ganze Spiel darum gekämpft, endlich auszugleichen oder in Führung zu gehen – jedoch ohne Erfolg. Auch gegen Großwallstadt vergab die Mannschaft von Romero leichtsinnig Chancen auf den Ausgleich und leistete sich überflüssige Ballverluste. Da jedoch die Abwehr weiterhin sicher stand, konnte Christian Schäfer vor der Halbzeit auf 9:9 ausgleichen. Ein Kracher von Rückraum-Waffe Savvas rettete den TVG mit einer 12:11-Führung in die Kabine.

Vollgas nach der Halbzeitpause

In dieser fand Coach Romero scheinbar die richtigen Worte. „Ich bin super froh, dass wir so gut aus der Halbzeit gekommen sind“, freute sich SG-Keeper Konstantin Poltrum. Denn in nur elf Minuten erzielten die Bietigheimer so viele Treffer wie in der gesamten ersten Hälfte. Voller Entschlossenheit an beiden Enden des Feldes zwangen sie selbst in Unterzahl die Gäste zu vielen Fehlern. Poltrum stach Savvas im Siebenmeter aus, wenig später war Alexander Pfeifer nach einem TVG-Ballverlust auf und davon und stellte auf 21:16 für die SG BBM. Selbst nach der Auszeit des früheren SG-Coaches Ralf Bader fand Großwallstadt nicht zu alter Stärke. Nikola Vlahovic traf nach einer weiteren Poltrum-Parade aus der eigenen Hälfte ins leere Gästetor zum 23:16 (43.). „Ich möchte die Leistung von Bietigheim nicht schmälern, aber wir werfen das Spiel heute selbst weg“, haderte Bader.

Dennoch war noch einmal Zittern angesagt. Bis auf 23:25 kämpfte sich Baders Team sieben Minuten vor Ende zurück. Doch SG-Kapitän Barthe klaute den Ball und schickte Jonathan Fischer zum 27:24 auf die Reise. Nachdem TVG-Rechtsaußen Pierre Busch im nächsten Angriff nur den Innenpfosten traf, küsste Bietigheims de la Pena vor Erleichterung den Ball. „Diese Liga ist verrückt. Wenn wir so kämpfen wie in den letzten zwei Spielen, können wir nach oben schauen“, freute sich Barthe. Bevor es für die SG in die Winterpause geht, genoss sie jedoch den gelungenen Jahresabschluss. „Letzte Woche war ich schnell weg“, sagte Barthe über die Niederlage gegen Ferndorf, „aber heute werde ich wohl länger da bleiben“.

SG: Poltrum – Vlahovic (4), Öhler, Claus (5), Dahlhaus, Schäfer (4/3 Siebenmeter), de la Pena (4), Urban, Barthe (3), Weßeling (1/1), Pfeifer (2), Boschen, Fischer (6).

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