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2. Handball-Bundesliga

SG BBm Bietigheim: Jan Asmuth freut sich auf die gewonnene Zeit

Jan Asmuth beendet nach der Saison seine Handball-Karriere. Das Eigengewächs des Zweitligisten SG BBM Bietigheim will mehr Zeit für Familie, Freizeit und Beruf.

Im Anflug: Jan Asmuth. Foto: Baumann
Im Anflug: Jan Asmuth. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen.. „Viel länger als mit 34wird man mich wohl nicht im Profibereich sehen“, sagte Jan Asmuth vor fast drei Jahren im Gespräch mit unserer Zeitung. Nun wird es doch eine Ecke früher. Am Montagnachmittag teilte der Zweitliga-Handballer über die Kanäle der SG BBM Bietigheim mit, dass er am Saisonende seine Karriere beenden wird – kurz vor seinem 30.Geburtstag. Mit dem Nachholspiel gegen den HSC Coburg am Mittwochabend um 19 Uhr beginnt Asmuths Abschiedstour.

Ingenieurbüro mit Paco Barthe

Der 29-Jährige, der zusammen mit Spielerkollege und SG-Kapitän Paco Barthe ein Ingenieurbüro führt, möchte sich in Zukunft mehr auf die eigene Firma und sein Privatleben fokussieren. „Ich habe Handball nie gespielt, um reich zu werden, sondern weil es meine absolute Leidenschaft ist“, betont er. Nach schwierigem Saisonverlauf und einer Verletzung bekam der Linksaußen zuletzt mehr Spielanteile. „Die letzten Wochen haben gezeigt, dass ich sportlich noch nicht am Zenit wäre“, sagt Asmuth, der fast seine gesamte Handball-Laufbahn bei der SG verbrachte.

Dass Asmuth ein jahrelanger Pfeiler und zeitweise sogar Kapitän der Profis wird, war aber lange nicht abzusehen. Nach seinem Studium spielte er zunächst in der zweiten Mannschaft und fasste während der Saison 2016/17 bei den Profis Fuß.

Aufstieg und Bundesliga als Highlights

Nach dem Aufstieg in die Bundesliga 2018 wurde Asmuth von Trainer Hannes Jón Jónsson zum Kapitän ernannt und blieb es fast zwei Jahre. „Absolute Highlights waren natürlich der Aufstieg unter Trainer Hartmut Mayerhoffer und dann die Zeit in der Bundesliga. Aber es ist insgesamt ein totales Privileg, hier auflaufen zu dürfen und mit großen Spielern und Trainern gespielt zu haben“, sagt Asmuth. „Das hätte ich mir vor sieben Jahren nicht ausmalen können.“

Klar ist auch, dass Asmuth einiges vermissen wird: „Der Kick bei einem Spiel, das Mannschaftsgefüge. Es ist ja wie Familie. Noch ist es nicht ganz greifbar, aber das wird sicher beim letzten Heimspiel aus mir herausbrechen.“ Doch bei aller Wehmut herrscht auch Vorfreude: „Ich freue mich darauf, nach dem Arbeiten in den Garten zu sitzen und mehr von meiner Frau und meinen Freunden zu haben, auf spontane Urlaube und darauf, Spiele von der Tribüne zu schauen.“ Im Amateurbereich wird man ihn nicht mehr sehen: „Da laufen zwar schon Wetten gegen mich, aber ich glaube es nicht. Auch da geht zu viel Zeit drauf.“

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