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2. Handball-Bundesliga

SG BBM Bietigheim zieht ein positives Saisonfazit

Nach einer 23:27-Niederlage beim TVGroßwallstadt landet die SG BBM Bietigheim auf dem sechsten Platz der 2. Handball-Bundesliga. Obwohl mehr drin gewesen wäre, ziehen die Verantwortlichen ein positives Fazit und blicken optimistisch auf den anstehenden Umbruch. Eine Position im Kader ist noch offen.

Letzter Auftritt: Jan Asmuth beendet seine Karriere. Foto: Marco Wolf
Letzter Auftritt: Jan Asmuth beendet seine Karriere. Foto: Marco Wolf

Bietigheim-Bissingen.. Die Niederlage in der letzten Partie der Saison spielte für die SGBBM Bietigheim keine Rolle mehr. Der Handball-Zweitligist blieb trotz des 23:27 beim TV Großwallstadt auf dem sechsten Platz, während der Traditionsverein den Klassenverbleib feierte. „Ein sechster Platz in dieser ausgeglichenen Liga ist ein gutes Ergebnis“, sagt SG-Geschäftsführer Bastian Spahlinger im Gespräch mit unserer Zeitung. Dem stimmt auch Sportdirektor Jochen Zürn zu: „Nach der schwierigen Vorrunde, wo wir uns zeitweise nach unten orientieren mussten, haben wir in der Rückrunde sehr gut korrigiert.“

Schwache Vorrunde

Im Sommer hatte der ehemalige Weltklasse-Handballer Iker Romero die Mannschaft übernommen. Der 41-Jährige trat damit seine erste Stelle als Cheftrainer an. Nach einer überragenden Vorbereitung agierte das Team in der Hinrunde wechselhaft. Auf starke Spiele folgten oft haarsträubende Niederlagen. Bietigheim rutschte bis auf den 14. Platz ab und stabilisierte sich erst in der Rückrunde.

„Es war tatsächlich so, dass wir die Zeit gebraucht haben“, betont Rechtsaußen-Routinier Christian Schäfer, der seine 15.Saison hinter sich hat. Mindestens zwei weitere kommen hinzu, denn der 33-jährige Dauerbrenner hat einen Vertrag bis 2024. „Es ist ein Prozess. Wir haben das System schnell verstanden, aber am Anfang denkt man kurz nach und ist dann einen Schritt zu spät. Irgendwann kamen die Automatismen und dann hat es gegriffen.“

Mehrfach hatte die SG sogar die Gelegenheit, noch ins Aufstiegsrennen einzugreifen, verlor aber jedes Mal, wenn es darauf ankam. „Ich betrachte die Saison mit gemischten Gefühlen. Wenn wir konstanter gespielt hätten, wäre mehr drin gewesen“, sagt deshalb Schäfer. Sportdirektor Zürn hadert nicht: „Die Tabelle lügt nicht. Wir gehören dorthin, wo wir stehen. Wir hatten einen Plan über Jahre und der erste Schritt ging in die richtige Richtung.“

Nicht bereit für Bundesliga

Der Aufstieg in die Bundesliga wäre für die Bietigheimer wohl zu früh gekommen. Das sieht auch Zürn so: „Wenn wir hochgehen, wollen wir die Liga auch halten und dazu braucht es noch viel Arbeit und Zeit.“ Zumal das Team vor einem großen Umbruch steht. Sieben Spieler verlassen die Mannschaft: Sven Weßeling, Jan Asmuth, Nikola Vlahovic, Nils Boschen, Nick Lehmann, Tim Dahlhaus und Mario Urban. Wie es mit dem Langzeit-Verletzten Patrick Rentschler weitergeht, ist immer noch offen.

Dem gegenüber stehen mehrere Zugänge. Frederik Genz kommt vom Bundesligisten Füchse Berlin und soll in der kommenden Saison gemeinsam mit dem bisherigen Keeper Konstantin Poltrum das Gespann zwischen den Pfosten bilden. Dazu wechseln Kreisläufer Fabian Wiederstein vom Bundesligisten HBW Balingen-Weilstetten und Alexander Velz vom Drittligisten TV Willstätt zur SG. Zudem wurden die Talente Tim Kaulitz und Maximilian Hejny verpflichtet. Für den linken Rückraum wird ein weiterer Spieler gesucht, die Gespräche seien laut Spahlinger weit fortgeschritten.

Die Mannschaft hat nun viereinhalb Wochen frei, ehe bereits die Vorbereitung startet. „Mindestens vier Wochen braucht man. Die Saison ist schon extrem lang, auch mit den englischen Wochen und den Verschiebungen durch Corona. Es ist schon kräftezehrend, wenn man das mit früher vergleicht“, berichtet Schäfer, der sich mit seiner Familie auf der griechischen Ferieninsel Kos erholen will.

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