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Frauenhandball

SG BBM schnappt sich den Handball-Supercup

Der erste Titel ist da! Eine Woche vor dem Bundesligastart gewannen die Bietigheimer Handballerinnen das Supercup-Finale. Der deutsche Meister bezwang den Pokalsieger Thüringer HC mit 27:26.

Jubel in der MHP-Arena: Die SG BBM Bietigheim mit dem Supercup 2019. Foto: Baumann
Jubel in der MHP-Arena: Die SG BBM Bietigheim mit dem Supercup 2019. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Vor dem Anpfiff feierten die 1502 Zuschauer in der Ludwigsburger MHP-Arena die ehemalige Nationaltorhüterin Clara Woltering, die von Bundesliga-Geschäftsführer Andreas Thiel als erste Spielerin mit dem neu geschaffenen HBF-Award ausgezeichnet wurde.

Die SG tat sich anfangs schwer, Trainer Martin Albertsen sah sich zu einer frühen Auszeit gezwungen. Auf Touren kam sein Team auch danach nicht. Der Rückstand pendelte sich zwischen zwei bis vier Toren ein und beim Wechsel lag die SG 10:12 zurück. Dass seine Formation Bietigheims Mängel nicht nutzte, um vorentscheidend davon zu ziehen, war für THC-Coach Herbert Müller ein Grund für die Niederlage. „Wir müssen zur Pause viel höher führen, dann kannst du auch mal eine Schwächephase, wie wir sie in der 2. Halbzeit hatten, besser überstehen.“

Das Viadukt-Team kam wie verwandelt aus der Kabine. Die 6:0-Abwehr der Gäste wurde mit dynamischen Rückraumaktionen unter Druck gesetzt. Davon profitierte Laura van der Heijden. Die Linkshänderin erzielte die ersten drei SG-Treffer im zweiten Durchgang. Auf der Gegenseite hielten Iveta Koresova und Alicia Stolle dagegen und nach 35 Minuten lag die SG 13:16 zurück. Dann wendete sich das Blatt. Die ungewohnt wurffreudige Maura Visser, Neuzugang Amelie Berger und Antje Lauenroth mit spektakulären Kontern sowie Kim Naidzinavicius mit einem verwandelten Siebenmeter brachten Bietigheim mit vier Treffern in Serie beim 17:16 erstmals in Front.

Dinah Eckerle hielt ihrer Mannschaft mit starken Paraden in der 2. Halbzeit den Rücken frei und der Meister konnte die Führung auf 21:18 ausbauen. Emily Bölk führte den Pokalsieger mit sehenswerten Rückraumtoren aber bis zur 48. Minute auf 21:20 heran. Das Spiel wurde zum erwarteten Thriller.

Thüringen nahm bei Ballbesitz seine Torhüterin heraus, setzte Bietigheim mit einer siebten Feldspielerin unter Druck. Das Risiko zahlte sich nicht aus. Dreimal traf die SG nach THC-Ballverlusten in dessen leeres Tor und behauptete bis zum 27:26 in der 60. Minute die Führung.

Die wackelte aber nach dem Schlusspfiff. Die Gäste durften noch einen Freiwurf ausführen. Emily Bölk, die beim Pokalsieg gegen Bietigheim im Mai in letzter Sekunde das Spiel entschieden hatte, schnappte sich die Harzkugel. „Ich hatte ein gutes Gefühl“, meinte die 21-jährige Nationalspielerin nach der Partie. Der Ausgleichstreffer blieb ihr aber versagt. Über die BBM-Mauer donnerte Bölk den Ball an die Latte und ließ die SG jubeln.

SG BBM Bietigheim: Eckerle, Salamakha; Visser (7/2), Lauenroth (2), Aardahl, Berger (2), van der Heijden (5), Schulze (3), Kudlacz-Gloc (1), Naidzinavicius (4/4), Gautschi, Patorra, Malestein (2), Braun (1). (joh)