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Handball-Bundesliga

SG-Frauen treffen auf Pokalschreck

Bereits das vierte Spiel innerhalb von zwölf Tagen absolvieren die Bietigheimer Handballerinnen heute Abend (20 Uhr, Halle am Viadukt). Gegen Bundesliga-Schlusslicht SV Union Halle-Neustadt soll der zehnte Saisonsieg her.

Antje Lauenroth und die SG-Frauen wollen den nächsten Sieg. Foto: Baumann
Antje Lauenroth und die SG-Frauen wollen den nächsten Sieg. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Das Leben als Handball-Profi ist auch bei den Frauen kein Zuckerschlecken. Am Sonntag siegte die SG im rumänischen Cisnadie, erst am Montagabend kehrte das Team zurück und Trainer Martin Albertsen stöhnte: „Nach der langen Reise sind wir richtig platt“.

Bereits am Donnerstag startet die SG zum EHF-Cupspiel nach Esbjerg (Dänemark). Der kurze Heimataufenthalt dazwischen bringt keine Erholung. Heute empfängt das Viadukt-Team die „Wildcats“ aus Halle-Neustadt.

Der Blick auf diese Partie hat sich in den letzten Tagen kräftig gewandelt. Vom lockeren Pflichtsieg, bei dem es nur um die Höhe geht, spricht nun niemand mehr.

Die „Wildcats“ haben ihre Krallen ausgefahren. Der noch sieglose Aufsteiger (1:21 Punkte) sorgte im Pokal-Viertelfinale für eine große Überraschung. Mit einem 35:31-Sieg gegen Leverkusen qualifizierte sich das Team aus Sachsen-Anhalt wie schon zuvor Bietigheim für das Olymp Final Four.

„Fingerzeig an die Konkurrenz“

Der Pokal-Coup war nicht die erste Partie, bei der Union für Aufsehen sorgte. Im Punktspiel gegen Leverkusen führte Halle-Neustadt kurz vor dem Wechsel schon 17:9, unterlag aber noch 24:32. Beim 31:35 gegen den Spitzenreiter Thüringer HC war man lange gleichwertig, verpasste aber einen Punktgewinn. Zuvor waren die „Wildcats“ beim 26:39 gegen Bad Wildungen zwar chancenlos, schrieben aber Handballgeschichte. Nach mehreren Hinausstellungen standen in der Schlussphase nur noch die Torhüterin und eine Feldspielerin für den SVU auf dem Feld.

Inzwischen ist an der Saale wieder Ruhe eingekehrt. Den mit großem Einsatz erkämpften Pokalsieg gegen Leverkusen wertet Trainerin Tanja Logvin „als Fingerzeig an die Konkurrenz“. Die SG sollte sich also vorsehen. Mit der kroatischen Torfrau Anica Gudelj, der russischen Linksaußen Ekaterina Fanina und der Portugiesin Mariana Ferreira Lopes, mit 57 Toren die fünftbeste Torjägerin der Liga, verfügt Union über erfahrene Spielerinnen.

„Das wird sicher eine Herausforderung für uns“, prognostiziert Martin Albertsen vor der Partie. „Der Einzug ins Final Four hat bei Halle-Neustadt große Euphorie entfacht. Die müssen wir bremsen.“

Die „Wildcats“ spielen meist eine aggressive 3:2:1-Abwehr, um den Rhythmus des Gegners zu stören. Der BBM-Coach sieht sein Team für heute allerdings gewappnet: „Wir haben die richtigen Lösungen gegen diese Deckung in unserem taktischen Katalog.“ (joh)