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Handball-Bundesliga

SG-Jubel nach spannendem Finale

Licht am Bietigheimer Handball-Horizont. Die SG BBM hat das Kellerduell gegen die Eulen in Ludwigshafen mit 24:23 gewonnen und rückt mit dem zweiten Saisonsieg auf den drittletzten Platz vor.

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In fremder Halle erfolgreich: Jan Asmuth (Mitte) holt mit der SG BBM Bietigheim zwei Punkte bei Konkurrent Ludwigshafen. Foto: Marco Wolf

Ludwigshafen.. Die 2350 Handball-Fans in der seit Tagen ausverkauften „Eberthölle“ sorgten gestern Abend für eine fantastische Stimmung. Von Beginn an versuchten die Pfälzer Jonas Link an der Entfaltung seiner Regiekünste zu hindern. Der ehemalige SG-ler Johnny Scholz deckte in der 5:1-Abwehr der Eulen weit vorgezogen. Die SG BBM Bietigheim brauchte ein paar Minuten, um sich darauf einzustellen. Die anfängliche Unsicherheit vertrieb Torhüter Domenico Ebner, der mit zwei Paraden gegen frei vor ihm auftauchende Schützen die Grundlage dafür legte, dass Bietigheim aus dem anfänglichen 1:2-Rückstand eine 4:2-Führung machen konnte.

Vetle Rönningen bringt Stabilität

Die Eulen setzten einen Dreierpack dagegen, lagen nach elf Minuten 5:4 vorn. Die knappe Führung der Hausherren hatte auch beim 9:8 nach 23 Minuten Bestand. Vor allem Ludwigshafens Spielmacher Pascal Bührer war zum Problem der BBM-Abwehr geworden. Mit seinen tief angesetzten Schlagwürfen, Kreispässen und 1:1-Aktionen war der 23-Jährige an fast allen Toren der Gastgeber beteiligt. Das änderte sich, als SG-Coach Ralf Bader Vetle Rönningen einwechselte. Der lange verletzte Norweger stabilisierte die Abwehr, blockte Bührer zweimal ab. Das brachte Gegenstoßmöglichkeiten für Christian Schäfer. Zweimal netzte der Linkshänder nach Sprints übers Spielfeld ein, einmal per Siebenmeter. Da auch Jonas Link seinen ersten Treffer erzielen konnte, lag das Viadukt-Team nach 26 Minuten erstmals drei Tore vorn (12:9). Bis zur Pause wurde der Vorsprung wieder verspielt. Bitter vor allem die letzten 30 Sekunden. Beim 13:11 nutzten die Eulen zwei schnelle SG-Ballverluste zum 13:13-Pausenstand. Auch den ersten Treffer nach dem Wechsel erzielte Ludwigshafen. Dann dominierte aber die SG-Defensive. Die BBM-Abwehr stand so fest wie der Viadukt über die Enz. Bis zur 47. Minute kassierte Bietigheim nur noch zwei Treffer, setzte aber acht eigene „Buden“ dagegen. Angesichts der daraus resultierenden 21:16-Führung schien der Aufsteiger einem klaren Sieg entgegenzusteuern, zumal es wirkte, als würde den personell geschwächten Eulen die Luft ausgehen.

Auch beim 23:18 nach 52 Minuten sprach alles für die SG. Die verkrampfte aber plötzlich. Niemand übernahm im Angriff mehr Verantwortung. Die Torgefahr blieb auf der Strecke.

Begünstigt durch SG-Fehler kam Ludwigshafen auf 23:21 heran. Damit nicht genug. Linkshänder Jerome Müller erzielte in der 57. Minute den 23:22-Anschlusstreffer. Die Eulen-Fans tobten, aber Patrick Rentschler blieb cool. Der Kapitän angelte sich am Kreis das Leder und netzte zum 24:22 ein. Entschieden war damit noch nichts. Kreisläufer Frederic Stüber brachte sein Team 30 Sekunden vor dem Abpfiff auf 24:23 heran. Mit offener Abwehr versuchten die Pfälzer, einen Ballverlust der SG zu provozieren. Die ließ sich die Punkte aber nicht mehr nehmen, feierte einen knappen Sieg der für die Tabelle, vor allem aber die Moral immens wichtig ist.

BBM-Trainer Ralf Bader brauchte nach dem Spiel einige Minuten, um sich zu fassen. „Ich bin ein junger Trainer und solche emotionalen Momente nehmen mich natürlich mit.“ Der Schlüssel zum Sieg war für ihn die Abwehr. „Wir haben in der zweiten Halbzeit überragend verteidigt und den Laden dicht gemacht.“

SG: Ebner, Müller; Haller (2), Vlahovic, Rentschler (2), Claus (2), Schäfer (5/2), Schmidt, Oehler, Rönningen (1), Link (2), Asmuth (4), Döll (1), Weber (2), Emanuel (3), Fischer. (joh)