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SG-Routiniers reißen das Ruder herum

Schwer erkämpfter 30:28-Sieg der Bundesliga-Handballerinnen gegen die HSG Bad Wildungen

Schwerstarbeit für Karolina Kudlacz-Gloc (SG BBM, rechts) im Duell mit Jana Scheib (Bad Wildungen).Foto: Baumann
Schwerstarbeit für Karolina Kudlacz-Gloc (SG BBM, rechts) im Duell mit Jana Scheib (Bad Wildungen). Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Das war knapp! In der Schlussphase konnten die Bietigheimer Handballerinnen gerade noch eine Niederlage gegen die HSG Bad Wildungen abwenden. Mit 30:28 feierte die SG den zweiten Sieg der neuen Bundesligasaison.

Bis zur 57. Minute drohte dem deutschen Meister vor 771 Zuschauern ein Punktverlust. Bad Wildungen lag 28:27 vorne, durfte auf die Sensation hoffen. Aber die BBM-Routiniers retteten ihr Team. Karolina Kudlacz-Gloc netzte aus dem Rückraum zum Ausgleich ein, Kim Naidzinavicius glückte per Siebenmeter zum 29:28 die erste SG-Führung im zweiten Durchgang. Laura van der Heyden beendete mit dem 30:28 das Bietigheimer Zittern.

Das Beste war der Schluss! Zuvor hatte die SG sich gegen die einsatzfreudigen Nordhessinnen schwer getan. Die offensive Deckung der „Vipers“ bekämpfte den BBM-Rückraum mit großem Einsatz. Tore aus der Fernwurfzone blieben daher Mangelware. Lediglich Laura van der Heijden ließ sich vom körperbetonten Abwehrspiel der Gäste nicht beeindrucken. Bei neun Versuchen versenkte Bietigheims beste Schützin siebenmal den Ball im Bad Wildunger Gehäuse.

Die Holländerin war es auch, die anfangs die Hoffnungen auf einen klaren Sieg des Titelverteidigers nährte. Während Jana Scheib, das von Bietigheim zu den „Vipers“ gewechselte Talent, erst an Dinah Eckerle, dann an der Latte scheiterte, netzte van der Heijden dreimal ein und die SG führte nach zehn Minuten 6:3.

Albertsen stinksauer

Das Team vom Viadukt verbreitete zwar keinen Glanz, schien aber bis zum 13:10 auf Siegkurs. Von dem kam der Meister in der Schlussphase des ersten Durchgangs ab. In drei Minuten erzielten die „Vipers“ vier Tore, aus dem 13:10 wurde ein 13:14. Anna Loerper verhinderte mit dem 14:14-Ausgleich einen Pausenrückstand.

Der mäßige Auftritt seiner Mannschaft ärgerte den Trainer. „In der Halbzeit war ich stinksauer“, sagte Martin Albertsen nach der Partie. Seine Laune dürfte sich nach dem Wechsel kaum gebessert haben. Angetrieben von Sabine Heusdens übernahm Bad Wildungen das Kommando. Mehrfach lag die HSG drei Tore vorne. Im Endspurt schaffte Bietigheim noch die Wende. Maren Nydahl Aarland und Laura van der Heijden glichen zum 27:27 aus. Die „Vipers“ legten zwar wieder einen Treffer vor, der reichte aber nicht. Der Dreierpack von Kudlacz-Gloc, Naidzinavicius und van der Heijden brachte der SG den Sieg.

SG:Eckerle, Salamakha; Visser (4), Lauenroth, Aardahl (3), Berger (1), Loerper (3), van der Heijden (7), Schulze (2), Kudlacz-Gloc (2), Naidzinavicius (4/4), Gautschi, Patorra, Malestein (4), Braun. (joh)