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Handball

Stammplatz auch im Kraftraum

Jan Asmuth und die SG BBM Bietigheim treffen heute (19.30.Uhr) auf den EHV Aue. Mittlerweile hat sich der SG-Kapitän nicht nur auf dem Parkett zum Leistungsträger gemausert, sondern ist auch im Kraftraum zum Stammgast geworden.

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Bietigheim-Bissingen. Zu seinen Anfängen in der ersten Mannschaft der SG BBM Bietigheim, erzählt der heute 27 Jahre alte Handballer Jan Asmuth, war er eher selten an den Eisen zu finden. „Das war immer ein kleiner Gag von Valentin Schmidt“, sagt er über seinen ehemaligen Mitspieler, der sich über Asmuths Abwesenheit im Kraftraum lustig machte. Derzeit kann Asmuth allerdings besonders gut darüber lachen. Erst am Mittwoch stellte er ein Video auf Instagram online, auf dem er im Kraftraum zu sehen war – mit einem freundlichen Gruß an Schmidt: „Mittlerweile Stammgast“. „Früher war ich noch voll berufstätig, da war ich eher selten im Kraftraum“, so Asmuth, der vor der Saison zum Kapitän der Zweitliga-Handballer ernannt wurde und heute Abend in der Ege.Trans-Arena auf den EHV Aue trifft (19.30 Uhr). „Ich würde aber behaupten, dass ich mich krafttechnisch schon weiterentwickelt habe, das war ja auch der Sinn davon“, so Asmuth.

Der 27-Jährige hat sich in der Abwehr der Bietigheimer festgespielt. „Dass ich mit meinem überschaubaren Körper auf halblinks verteidige, ist untypisch“, sagt das 1,83 Meter große Eigengewächs der SG, weiß aber auch: „Das ist taktisch interessant für Trainer, weil sie in der Abwehr so die Rückraumspieler entlasten können.“ So können offensive Fixpunkte wie Mimi Kraus oder Jonas Link auf der weniger intensiven defensiven Außenposition verteidigen. Sich selbst bezeichnet Asmuth, der in der Offensive als Linksaußen eingesetzt wird, indes als extrem aggressiven Spieler. „Ich komme viel über Mentalität und Willen, hänge immer 150 Prozent rein.“

Das kann auch den Gegenspielern ziemlich auf die Nerven gehen. „Ich denke, es ist schon so, dass ich dem einem oder anderem im Gedächtnis bleibe, weil ich hart spiele.“ Es könne durchaus nervig sein, wenn ein Spieler Asmuths Anwesenheit zu spüren bekommt, auch wenn er gerade gar nicht versucht, ein Tor zu werfen. „In der ersten Liga waren es die Spieler auf Halbrechts nicht gewohnt, dass ein Verteidiger elf Meter vor dem Tor auf sie eintrommelt“, lacht Asmuth. Feinde habe er sich damit aber nicht gemacht, versichert er sportsmännisch. „Das hat man dann nach dem Spiel geklärt.“

Erstligisten ärgern – das würde Asmuth ohnehin gerne wieder. „Ich will mit der SG noch einmal erste Liga spielen“, sagt er. In der Saison 2014/15 sowie 2018/19 spielte die SG bereits im Oberhaus, stieg jedoch beide Male nach nur einer Saison wieder in die Zweitklassigkeit ab.

Dass in der nächsten Spielzeit bereits ein neuer Anlauf in der ersten Liga gestartet werden könnte, war zu Beginn dieser Zweitligasaison nicht zu erwarten. Schließlich legten die Ellentäler trotz ihrer Favoritenrolle als Erstliga-Absteiger einen echten Fehlstart in die Saison hin, haben sich mittlerweile aber gefangen und den Anschluss auf einen Aufstiegsplatz wieder hergestellt.

„Wir haben das Ziel Wiederaufstieg klar definiert und uns auch damit viel Druck gemacht. Das ist am Anfang natürlich schiefgegangen“, blickt Asmuth zurück. „Jetzt sind wir in einer Position, in der alles drin ist“, so der Kapitän, der seinen Vertrag bei den Bietigheimern kürzlich bis 2022 verlängert hat. „Ich fühle mich im Verein und in der Mannschaft sehr wohl. Wir haben mit Hannes Jon Jonsson einen Trainer, der super zu mir und der SG passt“, schwärmt Asmuth. Auch sonst ist er in Bietigheim verwurzelt, hat hier seine Freundin, Familie und einen Job auf 20-Stundenbasis bei einem Forschungsdienstleister. Ausschließen, dass er noch einmal etwas anderes probieren wird, möchte er aber nicht: „Wenn man ein bisschen herumspinnt, wäre es ein cooler Gedanke, mal im Ausland zu spielen. Bietigheim ist aber meine erste Adresse und wird es auch bleiben.“

Für das heutige Spiel gegen den Tabellen-11. Aue sind bei den Bietigheimern bis auf die verletzten Max Emanuel (Rücken) und Martin Marcec (Kreuzbandriss) alle Spieler fit. „Man hat zuletzt gesehen, dass Aue auch gegen die großen Gegner wie Coburg gut mithalten kann“, kündigt Asmuth an. Für die Bietigheimer selbst gilt es, den Anschluss an die Spitze zu halten. Derzeit hat die SG als Tabellenfünfter zwei Punkte Rückstand auf den Tabellenzweiten ASV Hamm-Westfalen. „Wenn wir uns immer nur auf den nächsten Gegner konzentrieren, wird bis zum letzten Spieltag mit uns zu rechnen sein“, so Asmuth.

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